Aufgeschnappt beim Lunch (6): Etwa dass ein Konzern eine Kanzlei rauskickt, weil sich die Anwälte untereinander respektlos behandeln

Aufgeschnappt (6): Was man beim Lunch so hört. Etwa dass ein Konzern eine seiner Panel-Kanzleien rauskickt, weil sich die Anwälte untereinander respektlos behandeln

So manche Top-Kanzlei täte jetzt doch mal gut daran, ihre Anwälte zu Benimmtrainings zu schicken. Genau, keine hochtrabenden Coachings, sondern einfache Benimmkurse, wo einem beigebracht wird: Danke, bitte, Guten Tag, Frohe Weihnachten, Frohe Ostern, Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und vor allem: Gute Besserung. Allein diese Floskeln würden mancherorts den Umgangston schon erheblich verbessern und manches andere käme dann ganz von alleine. Das würde dann ohnehin schon zum Fortgeschrittenen-Kurs gehören.

 

Kompetenz ganz schön, aber….

Hin wie her: Kanzleien und andere wie Dienstleister wie Werbeagenturen müssen auf der Hut sein bei Pitches – in alle Richtungen. Und nicht nur beim Aufblitzen-lassen ihrer Kompetenz, den die kann plötzlich fast bedeutungslos werden. Da berichtet ein Unternehmensjurist beim Lunch von einem Pitch, bei dem eine der Panel-Kanzleien des Unternehmens antrat.

Zur Erklärung für Nicht-Juristen: Das ist eine Kanzlei, an ein Unternehmen eine engere Bindung hat, weil sie ihr bevorzugt Mandate gibt und dafür bestimmte, günstigere Konditionen erhält.

 

Wenn die einzige Frau nur der Dekoration gilt – und sie das zu spüren bekommt

Die Kanzlei jedenfalls trat an, geschniegelt und gebügelt samt einer einzigen Anwältin im Team dabei – das dann aber wohl doch eher nur „zur Dekoration“, als Feigenblatt, so der Unternehmensanwalt. Die Advokaten jedoch gingen miteinander unhöflich und respektlos um, und mit der einzigen Frau noch mal geringschätziger.

 

Kein Respekt, kein Team

Das war ihr Fehler, auf den sie so schnell von selbst nicht kommen werden und den ihnen mit Sicherheit auch keiner mitgeteilt hat. „Die waren nicht respektvoll im Umgang und bildeten dadurch erst recht kein Team“, so der O-Ton des Unternehmensjuristen.

 

Folge? Hochkonjunktur für Benimmkurse?

Fazit: Mit so einer Kanzlei wolle man nicht zusammenarbeiten, sie flog raus. War der Konzern ein Einzelfall? Womöglich nicht. Wenn mehr Firmen bald Ernst machen mit ihren Werten, die sie einst nur halbherzig und als Feigenblatt von der Werbeagentur verfassen ließen, könnten Benimmkurse langfristig Hochkonjunktur bekommen

 

 

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