Lünendonk-Studie: Die Big-Four-Anwälte boxen sich hoch

Selbst geplatzte Deals sind sehr lukrativ für Berater

„Die Fusion ist abgesagt, die vielen Berater wollen trotzdem Geld sehen. Eine Menge Geld“ titelte die „Süddeutsche Zeitung“ nachdem die Fusion der Deutschen Börse und der London Stock Exchange scheiterte: 76,5 Millionen Euro Beraterkosten waren es insgesamt, davon 9,5 Millionen Euro für die Unternehmensberatung für Finanzen, Compass Lexecon, für die Strategieberatung McKinsey 5,9 Millionen Euro, 2,8 Millionen Euro für die drei Kommunikationsberatungen Hering Schuppener, CNC und FTI 5,3 Millionen Euro, 4,9 Millionen Euro für die Investmentbank Perella Weinberg und 3,5 Millionen Euro ging an PWC, Deloitte und KPMG. So weit so teuer.Und so viel machten schon die Ausgaben für einen geplatzten Deal aus.

Den Vogel schossen allerdings die Juristen ab: Die Rechnung der Anwaltskanzlei Linklaters betrug 33,4 Millionen Euro. Alle diese Summen legte die Deutsche Börse eher mit Freiwilligkeit zweiten Grades offen, nämlich ers,t als die kritischen Aktionäre es auf der Hauptversammlung im vergangenen Mai genau wissen wollten.

 

Die Big Four sind bei den Top-50-Kanzleien angekommen

Das Marktforschungsinstitut Lünendonk & Hossenfelder hat nun den Rechtsberatungsmarkt hierzulande analysiert und besonders die Newcomer unter den Top-50 der umsatzstärksten Kanzleien in Deutschland, die Big-Four-Gesellschaften PWC Legal(Platz 21), KPMG Law (Platz 26), EY Law (Platz 44) und Deloitte (Platz 49), die sich nicht mehr als Prüfgesellschaften, sondern inzwischen als Professional Services bezeichnen. Insgesamt hat der deutsche Rechtsmarkt eine Größenordnung von 24 Milliarden Euro laut Statistik-Portal Statista.

 

1.400 Arbeitsstunden je Anwalt im Schnitt auf den Rechnungen  

Weitere Ergebnisse: Die Wirtschaftskanzleien legten im Schnitt im Geschäftsjahr 2016  9,3 Prozent zu, die Kanzleien der WP-‐Gesellschaften wuchsen von 13,6 Prozent – doch sie haben deutlich weniger Anwälte an Bord. Sind es bei den Law Firms 269 im Schnitt, so sind es bei den Big Four nur 149. Dasselbe gilt für den Umsatz, den der einzelne Anwalt einspielt. Bei den Law Firms ist es fast doppelt so viel mit 600.100 Euro – gegenüber den Big-Four-Anwälten mit 315.800 Euro pro Kopf. Jeder Anwalt leistet im Schnitt 1.400 Stunden ab, die ihre Kanzleien den Klienten für sie in Rechnung stellen können (Billable Hours).

Was die Advokaten bieten? Sie beraten Compliance, IT-Recht und Datenschutz, M&A/Due Diligence, Handels-, Gesellschafts- , Konzernrecht und Erbrecht beziehungsweise Nachfolgeplanung.

 

 

 

 

 

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