Eine Tasse Kaffee mit Frauen-Netzwerk-Gründerin Sabine Hansen: Gedankenlose Angestellte als Gastgeber

 

Alter: Ende 30, Gehaltsklasse zwischen 90.000 und 120.00 Euro im Jahr, angestellt in einem Konzern in der Personalabteilung, Manieren: Null. So geht die Kurzbeschreibung der Frau, mit der Headhunterin Sabine Hansen von Kienbaum neulich einen Marathon-Termin von sechs Stunden mit vier Bewerber-Terminen durch stand. Versorgung: mau.

 

 

Zwar gab´s Wasser, Tee und Kaffee – aber keine Kekse, keine Sandwichs und auch keine Bestell-Pizza. Nichts zu essen, keinen einzigen Krümel. Obwohl der Termin über mittag ging. Schlimm genug und verwunderlich genug. Aber ich kann‘ s bestätigen, das ist durchaus keine Ausnahme, die Gedankenlosigkeit von Angestellten in der Gastgeberrolle ist enorm.

 

„Ich beiß‘ mal so lange in mein Brot“

Doch das Beste bei Sabine Hansen kam noch: Die Konzernfrau – immerhin aus der Personalabteilung – packte zwischen zwei Bewerberterminen ein Cellofan-Tütchen mit einem Butterbrot aus und verkündete der verdutzten Headhunterin: „Ich beiß‘  mal solange in mein Brot.“

 

Sabine Hansen

Hansen blieb die Spucke weg. Gästen trotz Mittagszeit nichts zu essen anbieten ist der eine Fauxpax. Aber ihnen auch noch etwas vorkauen?  „Ich hätte mich über einen rechtzeitigen Tipp gefreut, dann hätte ich mir auch eine Stulle mitgebracht“, grinst sie.

Wir sitzen im Düsseldorfer „Alex“, dem Systemgastronomie-Lokal in den früheren Räumen vom Monkeys South, das der Ex-Kunstberater Helge Achenbach einst als recht teures Restaurant betrieb. Größer könnte der Gegensatz kaum sein.

„Alex“ in Düsseldorf

 

Ein neues Frauennetzwerk mit besonderem Ansatz

Doch eigentlich wollte Sabine Hansen von einem ganz anderen Thema berichten, von einem neuem Frauen-Netzwerk mit einem Mentoring-Programm, bei dem ein Jahr lang 25 Mentoren 25 Mentees coachen. Junge Frauen können sich bewerben und dürfen ihren Mentor einmal im Monat für zwei Stunden treffen und sich in ihren Job-Themen Rat geben lassen. Im Gegenzug sind sie verpflichtet, sich fortzubilden, um auf Augenhöhe zu kommen. Die jungen Frauen sollen lernen, wie Chefs zu denken und lernen, zielsicher und schnell zu entscheiden, erzählt Hansen.

 

Zielgruppe: Fortgeschrittene

Die Zielgruppe sind Fortgeschrittene in den Mitgliedsunternehmen, die es schon zu etwas gebracht haben wie in einem DAX-Konzern die dritte oder vierte Ebene unterm Vorstand – Abteilungsleiter – oder bei einer DAX-Tochter die zweite Führungsebene, also Bereichsleiter. http://www.iwil.eu/konzept/

Inspiriert hatte Hansen übrigens ein regionales Frauen-Netzwerk in Köln von sechs Unternehmen wie dem Motorenhersteller Deutz.

Sie rief daraufhin IWIL – den gemeinnützigen Verein „Initiative Women into Leadership“ – ins Leben und ging zusammen mit Natalie Daghles, einer Anwältin von Latham & Watkins auf Tour durch die Unternehmen. Am Ende hatten sie  für ihr Cross-Mentoring-Programm – wie sie es nennen -, 16 Mitgliedsunternehmen zusammen. Mit von der Partie: Deutsche Bahn, Coca-Cola, IKB, Innogy, VW und Douglas mit Tina Müller. Mit Managern dieser Absender werden dann auch die Tandems zusammen mit den Frauen gebildet.

 

Coaching von Top-Leuten – viele Frauen, aber auch ein paar Männer

Manche stehe schon fest wie Sabine Dietrich, Aufsichtsrätin der Commerzbank, Hiltrud Werner, Rechtsvorstand von VW, Beate Bell, Aufsichtsrätin bei Hochtief – aber auch zwei Männern wie Harald Selzner, M&A-Anwalt bei Latham & Watkins, erzählt Hansen. Und das dürfte seinen ganz eigenen Reiz haben, wenn Frauen Exklusiv-Tipps von Erfolgs-Männern bekommen – und männliche Sichtweisen lernen, die andere Frauen ihnen gar nicht eröffnen können.

Link zum Frauennetzwerk IWIL: http://www.iwil.eu/author/sabine-hansen/

 

 

 

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