Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Staffbase-Co-Gründer Martin Böhringer, der seinen Hund „mit auf Arbeit bringt“ und sich als Chief Entertaining Officer sieht

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Martin Böhringer, der 32-jährige Co-Gründer von Staffbase, einem Unternehmen für mobile Mitarbeiterkommunikation auch mit ihren Mitarbeitern ohne Firmen-PC. Das Start-up, das er vor drei Jahren gründete, hat in seinen Büros in Chemnitz und New York 50 Mitarbeiter und Kunden wie T-Systems Multimedia Solutions, Adidas, Ogilvy oder die Berliner Verkehrsbetriebe.

 

 

Martin Böhringer von Staffbase

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Unternehmen wie Adidas, Audi und Viessmann starten mit Staffbase ihre eigene Mitarbeiter-App, die heißt dann SiemensWelt (Siemens) oder ZapfApp (Paulaner), um damit Unternehmensinfos, interne Jobausschreibungen, Schichtpläne, Kantinenplan zu sehen, aber auch Urlaubsanträge zu stellen.Sie funktioniert auf privaten Smartphones,  ohne Firmen-Mail-Adresse oder Intranetzugriff, so dass Produktionsmitarbeiter, Busfahrer, Krankenschwestern, Verkäufer und viele andere damit einen digitalen Kanal zu ihrem Unternehmen haben.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag?

Um sechs Uhr aufstehen, meine zwei Töchter aus dem Tiefschlaf reißen, mit dem Fahrrad zu Kindergarten und Schule bringen. Um acht Uhr bin ich im Büro und mache ich erst einmal in Ruhe einen Tee.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Wir sind ein schnell wachsendes Startup. Die meisten Dinge habe ich bis vor gar nicht langer Zeit noch selbst gemacht. Deshalb habe ich tiefes Detailwissen zu unseren Prozessen. Für mich als Chef heißt das, dass ich sehr fordernd bin und loslassen muss, was manchmal schwer ist. Es heißt aber auch, dass ich sehr gut und gerne coache und auch operativ einspringen kann.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Die würden laut lachen. Wir haben ein ziemlich hierarchiefreies Team, allein die Bezeichnung “Chef” passt eigentlich nicht zu dem, was ich bin. Ich habe ein T-Shirt, auf dem steht “CEO: Chief Entertaining Officer”, das trifft es ganz gut.

 

Tee oder Kaffee?

Grüner Tee, sehr viel davon.

 

Ihr Spitzname ist…?

Ich habe tatsächlich keinen.

 

Verraten Sie eine Marotte?

Ich bringe meinen Hund mit auf Arbeit.

 

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Langsames Internet.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Ich rede sehr schnell, vor allem in internen Meetings. Diese Barriere zwischen Denken und Sprechen gibt es dann bei mir nicht. Das kann für andere anstrengend sein.

 

Was möchten Sie gerne im Ruhestand oder dann machen, wenn Sie wirtschaftlich unabhängig sind, nicht mehr in Ihrer Firma tätig sind und ganz viel Zeit haben?

Ich habe da noch eine Verabredung mit einem befreundeten Tischler laufen: wenn ich “mal nichts mehr zu tun habe”, gehe ich bei ihm hospitieren und lerne mal “was Richtiges”.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Im Arbeitskontext: Pragmatismus. “Done is better than perfect” ist einer dieser Start-up-Sprüche, die dazu passen. Für Pragmatismus braucht man Selbst-Reflektion um zu erkennen, wann auch mal 80 Prozent reichen, um damit dreimal so schnell ans Ziel zu kommen und in welchen Situationen das akzeptabel ist. Wenn jemand sehr schnell ist hat das oft nur wenig mit Intelligenz und Skills zu tun, sondern sehr viel mit Priorisierung.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Auf meine Familie, meinen Flügel und Spaghetti mit Basilikum-Pesto.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich wäre gern Dirigent von Beethovens Neunter, das stelle ich mir spannend vor.

 

 

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