Nahaufnahme-Fragebogen mit Varta-CEO Herbert Schein, der nie auf Alpenmilch-Schokolade verzichten möchte

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ hat Herbert Schein, CEO beim Batteriehersteller Varta, beantwortet:

 

Herbert Schein von Varta

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut?

Wir entwickeln, produzieren und vermarkten kleine Batterien mit unterschiedlichsten Technologien vor allem für Hörgeräte, kleine Lithium-Ionen Batterien für Wearables, sowie Powerpacks für die vielen schnurlose Geräte und Energiespeicher, zum Beispiel für Solaranlagen.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag?

Unter der Woche frühstücke ich morgens so gegen kurz nach sieben mit meiner Frau und meinen drei Kindern. Das ist für mich zu einem wichtigen Ritual geworden. Dann lese ich erste E-Mails und fahre ins Büro. Ich bin ein begeisterter Nutzer meiner Freisprechanlage und erledige auf dem Weg meistens schon dringende Telefonate. Ab circa 8.30 Uhr starten dann die ersten Meetings.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

 

Als neugierig. Ich interessiere mich für die neuesten Trends und Entwicklungen in unserer Branche und rund um unsere Produkte. Die Forschungs- und Fertigungsprozesse finde ich immer aufs Neue spannend. Als Ingenieur werde ich auch heute noch öfter bei Besuchen im Labor oder in der Nähe der Maschinen gesichtet. Ich halte das für wichtig. Ein Unternehmen führen und die Unternehmensstrategie entwickeln – das steht im Mittelpunkt meiner Arbeit.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Ich hoffe, sie würden mir zustimmen. Aber mir ist auch klar: Wenn ich plötzlich in der Produktion auftauche, kann das für den einen oder anderen an der Fertigungslinie auch als „Kontrolletti“ oder „Mikromanagement“ rüberkommen. Das meine ich aber nicht so, im Gegenteil. Meine Wurzeln sind halt die Anfänge im Entstehungsprozess neuer Batterieprodukte.

 

Tee oder Kaffee?

Kaffee mit Milch – aber nur zwei bis drei Tassen täglich.

 

Ihr Spitzname ist…?

Außer dass meine Kinder mich „Papa“ nennen, wüsste ich keinen Spitznamen. Ich fände es aber mal spannend, die Spitznamen zu erfahren, von denen ich bisher noch nichts weiß.

 

Verraten Sie eine Marotte?

Meine drei Kinder sagen mir, dass ich bei manchen Ansagen nicht mehr zeitgemäß bin, etwa bei den Zubettgeh-Zeiten.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Ich denke, ich bin eher ein ruhiger und sachlicher Mensch. Emotionale Ausbrüche kommen bei mir sehr selten vor. Ich wundere mich allerdings über Verschwendung. Ich bin zwar kein echter Schwabe, aber ich halte Sparsamkeit beim Umgang mit Ressourcen für sehr wichtig. Außerdem stört es mich, wenn Menschen kurzsichtig handeln und nicht über Morgen und Übermorgen hinaus denken. Darüber kann ich mich dann auch mal aufregen.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Ich mag nicht die Mentalität „Komme ich heute nicht – komme ich morgen“. Ich finde, Pünktlichkeit zeigt auch, dass man seinem Gegenüber persönlichen Respekt entgegenbringt. Dies sehen manche Menschen allerdings gar nicht so und sind über meine Einstellung verwundert.

 

Was möchten Sie gerne im Ruhestand oder dann machen, wenn Sie wirtschaftlich unabhängig sind, nicht mehr in Ihrer Firma tätig sind und ganz viel Zeit haben?

Ich bin jetzt 52, wenn es soweit ist, würde ich gern viel Zeit mit meiner Familie verbringen, mit meiner Frau, meinen Kindern und bis dahin vielleicht auch mit meinen Enkeln. Ich würde aber auch gerne reisen. Im Moment bin ich geschäftlich oft im Ausland unterwegs. Das würde ich auch privat gern öfter tun. Mich reizt es, das Leben und die Kultur in Südamerika näher kennen zu lernen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Ich schätze fleißige Menschen, die diszipliniert ein Ziel verfolgen, auch wenn es noch so klein ist. Außerdem die Fähigkeit, Detailkenntnis mit dem Blick fürs Wesentliche zu kombinieren. Wer dann noch ehrlich ist und seinen Humor behält, ist meines Erachtens sehr beneidenswert. Ganz schön viele Ansprüche, stelle ich gerade fest.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Meine Familie, Alpenmilch-Schokolade und die pure Natur.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

 

Es gäbe ganz viele Sachen, die ich gern ausprobieren würde. Astronaut zum Beispiel. Da hätte ich alles im Blick und könnte die modernste Technik nutzen, die uns so zur Verfügung steht.

Ich wäre aber auch gern mal Showmaster. Als Kind habe ich immer gerne die Unterhaltungsshow „Am laufenden Band“ geschaut. Damals hätte ich das auch gerne moderiert.

Außerdem wäre ich gerne Tennisprofi. Wenn ich allerdings an mein letztes Match denke, wären Astronaut oder Showmaster vermutlich realistischer.

Herbert Scheins Lieblingsgegenstand ist ein Geschenk seiner jüngsten Tochter: Ein Briefbeschwerer, den er zu seinen Anfangszeiten als CEO von ihr geschenkt bekam.

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