Die Fragen an alte Hasen: Arbeitsrechtler Stefan Seitz verrät fünf interessante Details über Vorstandsverträge

Die Fragen an alte Hasen: Stefan Seitz von Seitz Partner – Arbeitsrechtskanzlei des Jahres 2015 – erklärt fünf interessante Punkte bei Vorstandsverträgen:

 

 

Arbeitsrechtler des Jahres 2015: Stefan Seitz

Arbeitsrechtler des Jahres 2015: Stefan Seitz

 

Wie viele Seiten hat ein Vorstandsvertrag?

Im Schnitt 15 bis 30 Seiten, aber die Anlagen dazu mit Stock Options und der Altersversorgung, die füllen schnell einen ganzen Leitz-Ordner. In manchen stehen auch spezielle Abfindungsregelungen, nachvertragliche Wettbewerbsverbote und Vertragsstrafen.

 

Wie lange dauert es, bis der Anstellungsvertrag für einen Dax-Vorstand steht?

Das kann gut und gerne vier bis sechs Monate dauern, denn nicht nur ein Arbeitsrechtler, sondern auch ein Vergütungsberater arbeiten mit daran – nur wenn es supereilig ist, geht das Aushandeln und Abfassen so eines Vertrags in nur vier Wochen über die Bühne.

 

Was ist der größte Fehler, den Vorstände beim Aushandeln ihrer Verträge begehen?

Sie fragen nur ,ob es eine D&O-Versicherung gibt und vielleicht noch, in welcher Höhe. Sie fragen aber nicht, welche Handlungen und Bereiche nicht versichert oder explizit ausgeschlossen sind. Oder sie gehen fälschlicherweise davon aus, dass die D&O-Versicherungssumme nur für sie alleine da ist.

 

Warum brauchen DAX-Unternehmen teure, externe Headhunter wirklich?

Damit sich der Aufsichtsrat selbst schon mal freizeichnet, falls der Kandidat nicht reüssiert. Dann kann er später darauf verweisen, dass es ein Experte war, der den Kandidaten sorgfältig ausgesucht hat.

 

Wenn ein Unternehmen, einen Kandidaten woanders loseisen will, reden die Aufsichtsräte miteinander?

Durchaus. Rechtlich bestehen insoweit enge Grenzen wegen der gesetzlichen Verschwiegenheitspflichten von Aufsichtsräten. Aber man kennt sich, man geht informell vor und verständigt sich oft, wann der Kandidat wechseln darf. Manchmal aber stellt sich der bisherige Aufsichtsrat quer: Hat der Kandidat dann noch zwei Jahre auf der Uhr, will kaum ein Unternehmen so lange warten – dann kann er den neuen Vorstandsposten auch nicht annehmen. Will sich seine bisherige Firma rächen, verlängert sie später seinen Vertrag nicht mehr – und er ist der Blamierte.

 

 

 

K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Alle Kommentare [0]

  1. Sehr interessanter Einblick vielen Dank. Ich denke der Aufwand ist mit Headhunter, Vergütungsberater und weiteren Stellen schon sehr gross. Wahnsinn.