Woydich in New Delhi (5) – ein Wirtschaftsstudent in Indien: Rafting auf dem Ganges, verfolgt von einer angriffslustigen Affenhorde

Tobias Woydich, 26, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, macht seinen Master und absolviert für drei Monate ein Auslandssemester am Management Development Institute (MDI) in Gurgaon, einer Satellitenstadt 20 Kilometer von New Delhi entfernt. Folge 5.

Placement Week – Vom Campus in den Job
Wenn am MDI die sogenannte Placement Week stattfindet, ist das Tolle daran für die hiesigen Studenten: es kommen etwa 80 Unternehmen – von Goldman Sachs über Coca-Cola bis L’Oréal – an die Uni und suchen sich Studenten als Praktikanten aus, denen sie in den allermeisten Fällen am Ende eine Festanstellung geben. Das ist üblich an der Uni und findet in jedem Semester statt – dieses Mal gab es einen Rekord: am zweiten Tag schon hatte jeder Student fürs gesamte Semester einen Praktikumsplatz sicher. Weil ich an der Placement Week nicht teilnehmen darf, hatte ich eine Woche frei.
Neun Stunden im Auto für 300 Kilometer
Zum knapp 300 Kilometer entfernten Rishikesh brauchte ich geschlagene neun Stunden wegen der ständigen Staus rund um New Delhi. Die Stadt, durch die der Ganges fließt, ist für viele Inder heilig und liegt direkt am Fuße des Himalaya-Gebirges. Die meist ziemlich bunt gestrichenen Häuser und die ebenso bunten Brücken über den Ganges, die beide Teile der Stadt verbinden, geben der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre. Im Gegensatz zu den anderen Städte, kann man wirklich entspannt und unbehelligt durch die Gassen schlendern.
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Brücke in Rishikesh

Straße frei für den VIP
Wenn Soldaten plötzlich alle Autofahrer auf die Seite winken, so wie bei unserer Fahrt nach Rishkesh, kann es dauern. Geschlagene 20 Minuten herrschte Stillstand. Zwar hatte unser Fahrer schon eine Vermutung, was passiert, aber die nächsten 20 Minuten mussten wir abwarten – denn die Soldaten gaben nämlich einmal keine Antwort. Da die meisten anderen Autofahrer, die in Hindi miteinander sprechen, inzwischen aber ebenfalls ausgestiegen waren, verstand ich immer nur das Wort: “VIP.”
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Irgendwann hieß es, dass wohl ein Minister, der Grund für den Zwischenstopp war, brausten auch schon etwa zehn Polizeiautos an uns vorbei. Eine Limousine mit einem Minister kam nicht mehr, alle stiegen schon wieder in ihre Autos und fuhren weiter. Offenbar war das Minister-Gefährt ein ganz normales indisches Polizeiauto – und mit deutscher Brille betrachtet in keinem besonders guten Zustand.
Rafting auf dem Ganges
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Niedlich, aber hinterlistig: Affen
Gleich zu Beginn unserer zweiten Trecking-Tour griffen uns Affen an. Angefangen hatte alles ganz harmlos, als wir gerade um eine Kurve kamen, ein kleiner Affe mitten auf dem Weg stand und sogar Männchen machte, als ich ihn fotografierte. Doch als mein Kommilitone Mirko seinen Rucksack öffnete, um dem Affen einen Apfel zu geben, stürmten plötzlich gut 15 – deutlich größere – Affen von den Bäumen und rannten teils mit aufgerissenen Mäulern auf uns zu. Der Guide versuchte, mit  einem Ast die Affen auf Abstand zu halten – und wir versuchten, möglichst schnell davon zukommen. Der hartnäckigste Affe verfolgte noch weit über 500 Meter.
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Die Herde schickt den niedlichen, Männchen-machenden Affen vor

 
Jamie Oliver macht Pizza
 
Dass in Gurgaon ein Jamie-Oliver-Restaurant ist, hatte ich nicht erwartet. Und dann handelte es sich auch noch um eine Pizzeria.  Die Pizza selbst – Jamie’s Super Green – war allerdings sehr lecker und kostete umgerechnet sechs Euro kostet  – also genauso wie viel eine Pizza im Pizza Hut gegenüber.
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Vorsicht: Tierische Einbrecher
 
Hier versucht ein Affe, an einem Wohnhaus in Rishkesh an den Gitterstäbe am Fenster zu rütteln. Wahrscheinlich lag etwas Essbares hinterm Fenster, denn er versuchte es bestimmt drei Minuten lang – ohne Erfolg.
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Unübersehbar ist das indische Wachstum um New Delhi herum: An den Stadtgrenzen werden überall abseits der Highways Hochhäuser hochgezogen. In Gurgaon selbst haben sich bereits fast alle großen internationalen Konzerne, so wie hier Google:

 

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