Buchauszug aus Frank Behrendts „Liebe dein Leben und nicht deinen Job“

Frank Behrendts Buchauszug aus „Liebe dein Leben und nicht deinen Job“ 

 

Warum Behrendt als exklusive Leseprobe sein Kapitel 6 für die Leser des Management-Blogs ausgewählt hat, den er selbst seit etlichen Jahren liest und auch Stamm-Gastautor ist:

„In diesem Kapitel geht es um etwas ganz essentielles im Wirtschaftsleben: Beziehungen zwischen Menschen im Berufsleben. Ein Thema, das jeden, der im Job ist, angeht.

Aber Beziehungen sind nicht immer einfach, zumal es schließlich nicht um Liebesbeziehungen geht – und auch die haben bekanntlich ihre Tücken. Ich habe verschiedene Typen im Berufsleben auf meine lockere Art etwas näher beleuchtet und gebe meine Einschätzungen dazu ab. Und, auch das ist typisch für mich: Ich schreibe Klartext, welcher Typus zum Beispiel ein Mannschaftsgefüge im Team stört und was man dagegen tun sollte.

Und wie in meinem gesamten Buch erzähle ich auch hier Geschichten, die ich im Berufsleben selbst erlebt habe. Da ich keiner bin, der auf der Meta-Ebene irgendwelchen angelesenen Management-Ratschläge aus der Zauberküche herunterbetet, kommen die Leser des Blogs hier in den Genuss meiner ganz persönlichen Management-Philosophie. Ehrlich, authentisch, auf den Punkt: Wie gehe ich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um? Wie führe ich? Wie networke ich? Mit wem und Wie baue ich Beziehungen auf und pflege sie. Das ist einerseits unterhaltsam aber andererseits bietet es sicherlich dem einen oder anderen Inspiration, sein eigenes Handeln zu hinterfragen. Und vielleicht erhält so mancher einen Impuls, etwas ins einem eigenen Job-Kosmos zu modifizieren.

Nun aber Viel Freude mit „Spot an“., Ihr Frank Behrendt

http://www.frankzdeluxe.de/

 

Frank Behrendt

Frank Behrendt


 

Kapitel 6: Spot an!

Ruf an den eher spaßbefreiten Tagen einfach mal spontan ehemalige Lieblingskollegen an, die heute woanders sind..Das amüsante Telefonat über die besten Anekdoten von früher macht auch einen grauen Tag direkt heller.

Ich mag Flughäfen. Wenn ich gelandet bin und noch etwas Zeit bis zu meinem nächsten Termin habe, bleibe ich gerne ein wenig im Ankunft-Terminal und warte darauf, dass die automatische Schiebetür grüppchenweise Reisende aus Los Angeles, Sydney oder Kapstadt, müde vom langen Flug, in die Halle entlässt. Voller Vorfreude suchen sie in der Menschenmenge vor der Tür nach ihren Freunden und Angehörigen.

Ich schaue zu, wie die Ankommenden lächelnd auf diejenigen zugehen, die so lange auf sie gewartet haben. Überall umarmen sich Menschen, küssen sich, freuen sich, erzählen, weinen vor Freude … Die zu Boden gefallenen Pappschilder, die zuvor von den Empfangskomitees geschwenkt wurden, und das Gepäck der Weitgereisten verstopfen den Exit-Bereich, so dass kaum noch ein Durchkommen ist – ein »Beziehungs-Chaos« der besonderen Art. Ich sehe all die Menschen, die sich vermisst und aufeinander gefreut haben, und die happy sind, dass sie endlich wieder zusammen sein dürfen. Das Glück, das sie empfinden, ist so stark, dass es sogar auf mich als eigentlich unbeteiligten Zuschauer überspringt. Wenn ich dann ins Taxi steige, ist mir warm ums Herz – so als hätte ich selbst einen guten alten Freund wiedergetroffen.

 

 

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„Liebe dein Leben und NICHT deinen Job“ von Frank Behrendt, 222 Seiten, 17,99 Euro: http://www.randomhouse.de/Buch/Liebe-dein-Leben-und-nicht-deinen-Job./Frank-Behrendt/Guetersloher-Verlagshaus/e503643.rhd

 

Im letzten Kapitel habe ich darüber erzählt, dass es in meinem Leben Dinge gibt, die mir den direkten Zugang zu guten Gefühlen ermöglichen und mich dadurch glücklich und gelassen machen. Ich kann aber statt des Matchboxautos oder meinen Timpo Toys auch den Hörer in die Hand nehmen: Ein Anruf bei bestimmten Menschen genügt, und meine Batterie wird randvoll aufgeladen. Die wärmende Kraft guter Beziehungen macht das möglich.

 

Die kleinen Beziehungen sorgen für positive Energie – wenn man mitmacht

Mit »guten Beziehungen« meine ich nicht nur Lebenspartner, beste Freunde und enge Familienmitglieder.Dass die dich so glücklich machen können, dass es dir schier das Herz zerreißt, daran muss ich niemanden erinnern. Es sind gerade auch die »kleinen« Beziehungen, die dich mit positiver Energie versorgen. Vielleicht spürst du den positiven Effeekt sogar schon, wenn du anderen Menschen nur dabei zuschaust, wenn die Magie der Bindungen zwischen ihnen sichtbar wird – so wie ich, wenn ich mich mit den Reisenden am Flughafen freue. Bestimmt gibt es in deinem Leben Menschen, die es schaffen, dich gleich viel lebendiger fühlen zu lassen, wenn du mit ihnen sprichst.

Das können Urlaubsbekanntschaften sein oder Kumpel aus dem Stadion, bei mir sind es besonders auch Menschen aus dem beruflichen Kreis – Arbeitskollegen, Geschäftspartner, Dienstleister etc. Ein Selbstläufer sind solche Beziehungen nicht. Es ist zu wenig, mit irgendwem irgendwann irgendeine Geschichte geteilt zu haben; du musst die Energiequelle der Beziehungen aktiv zum Sprudeln bringen.

 

 

Zeit-Invest statt Quality-Time: „Ich will noch die Runde machen.“

Beziehungen pflegen – ich weiß, das hört sich stark nach Power-Networking an. Ich meine hier aber nicht die funktionalen Netzwerke, die einen in der Berufswelt voranbringen sollen. Wie oft habe ich schon beobachtet,dass sich zum Beispiel bei einem Branchenevent jemand ganz unvermittelt von seinen Gesprächspartnern verabschiedet: »Schön euch gesehen zu haben, aber jetzt muss ich weiter. Ich will noch die Runde machen.« Das sind diejenigen, denen es nicht auf das gute Gespräch ankommt; sie sind daran interessiert, möglichst viele für ihre Karriereplanung wichtige Leute zu treffen. Dreißig, vierzig Kontakte schaffen sie locker an so einem Abend. Kurz Hallo gesagt, um sich in Erinnerung zu rufen. Ein paar Takte gesprochen. Abgehakt. Nächster Gesprächspartner.

Manche dieser Leute haben Listen im Kopf oder auf ihrem Smartphone, auf denen sie die Daten möglichst jedes beruflichen Kontakts penibel festgehalten haben: den Geburtstag, den Namen des Lebenspartners und der Kinder, den Lieblingswein, die Automarke … Sie merken sich auch noch den Namen der Katze, um ihn bei passender Gelegenheit fallen zu lassen.

 

Menschen merken es, wenn jemand ohne Hintergedanken mit ihnen redet

Ich bewundere strukturiertes Vorgehen, aber in diesem Fall ist das nichts für mich. Ich weiß, es ist kaum zu glauben, dass ich bei solchen Anlässen kein konkretes geschäftliches Ziel verfolge. Aber es ist tatsächlich so. Wenn ich nicht gerade Gastgeberpflichten habe, rede ich bei so einer Veranstaltung mit insgesamt vier, fünf Leuten, mehr nicht. Und zwar locker und mit Herz. Über Basketball, alte Fernsehserien, Kreuzfahrten, Kindergärten, Fußballtrainer, Statistenrollen, ein gerade neu herausgekommenes Musikalbum … Das »Ich muss noch die Runde machen.« sind keine strategisch ausgefuchsten Gesprächsinhalte, die meine Skills ins rechte Licht rücken sollen, sondern einfach nur Themen, die für mich und mein Gegenüber interessant sind und uns als Menschen sichtbar machen. Damit bin ich in meinem Berufsleben immer gut gefahren, denn Menschen merken und schätzen es, wenn sich ein entspanntes Gespräch ohne Hintergedanken entwickelt.

 

Was zählt: Entspannte Gespräche ohne Hintergedanken

Kurze Zwischenfrage: Wer hat wohl mehr Spaß an so einem beruflichen Event − ein Netzwerkstratege oder ich? Und genau das ist der Unterschied: Meine Beziehungen sollen nicht meine Karriere pushen, sondern Lebensfreude bei allen Beteiligten vermehren. Deshalb würde es mir auch nicht im Traum einfallen, mich aus Karrieregründen bei alten Weggefährten zu melden, nach dem Motto: »Den halte ich mir mal warm, wer weiß, vielleicht kann ich diese Connection irgendwann noch mal brauchen.« Wenn ich meine Buddies aus alten Zeiten anrufe, dann fragen die nicht: »Hey Franky, gibt’s eigentlich einen Grund, warum du anrufst?« Denn sie kennen mich gut genug und wissen, dass ich einfach Lust habe, mal wieder ein paar Worte mit ihnen zu wechseln. Das geht übrigens in beide Richtungen – manchmal rufen sie auch mich an.

Normal ist das leider nicht. Viele Leute, die sich nach vielen Jahren aus dem Nichts heraus bei mir melden, wollen etwas von mir. Einen Job zum Beispiel. Oder eine Information. Da gibt es zuerst ein paar allgemeine einleitende Sätze, um die Form zu wahren, und dann kommt unweigerlich:»Hör mal, Frank, was ich dich fragen wollte …« Ich finde das spooky.

 

Das Leben ist viel zu spannend, um oberflächlich zu bleiben

Entspannte Gespräche ohne Hintergedanken. Wenn ich jemanden mag, möchte ich mit ihm reden und den Kontakt zu ihm halten, das ist für mich ein Lebenselixier. Da gibt es kein »um zu« als Hintergedanken. Ich will mich mit ihm austauschen, mich authentisch zeigen können, und im Gegenzug etwas von der Person meines Gegenübers erfahren. Das Leben ist viel zu spannend, um oberflächlich zu bleiben.

 

Small Talk ist nur ein erstes Abtasten der Wellenlänge

Jetzt könnte man den Schluss ziehen, ich wäre ein Gegner von Small Talk. Bin ich aber nicht. Im Grunde ist Small Talk ja nur ein erstes Abtasten: Ist das Gegenüber beweglich genug im Kopf, um ein Gespräch nicht versanden zu lassen? Liegt man ungefähr auf einer Wellenlänge? Kann da eine tiefere Beziehung draus werden? Small Talk funktioniert eigentlich genauso wie Parship: Ist da ein Matching oder nicht? Das reicht für eine erste Einschätzung.

Ich wundere mich darüber, wie viele sich mit Small Talk schwertun. Da können schon mal vier schüchterne Leute beieinanderstehen und das Gespräch schleppt sich dahin beziehungsweise kommt erst gar nicht zustande. Nach ein paar Anstandsminuten können sie endlich die Flucht ergreifen und sich einem anderen Grüppchen anschließen, in dem es nicht auffällt, dass sie nichts zum Gespräch beizutragen haben.

Dabei kann jeder Smalltalken. Du musst ja nur einmal die Woche einen Blick in ein paar Magazine werfen – Bunte, Kicker und Stern reichen vollkommen aus. Dann kannst du überall mitreden und hast auch immer ein unverfängliches Thema parat, wenn das Gespräch ins Stocken gerät.

Nur Weniges ist tabu beim Small Talk, Politik und Berufliches zum Beispiel. Nicht vergessen: Small heißt klein. Allzu viele Erwartungen sollte man an den Inhalt so einer Plauderei also nicht haben. Doch sie kann immer auch die Starthilfe für ein tieferes Gespräch sein.

 

Klingelton aus der Vergangenheit

14.46 Uhr. Um 15.00 Uhr wartet ein wenig erfreulicher Termin auf mich. Eine knappe Viertelstunde habe ich noch Zeit. Ich lehne mich in meinem Stuhl zurück, mit dem Matchboxauto in der Hand gehe ich das Telefonbuch meines Herzens durch. »Was macht eigentlich Arno?«, überlege ich. Gemeinsam haben wir ein paar Stories erlebt, über die wir heute noch lachen können.

Wie wir zum Beispiel mal mit der gesamten Belegschaft von Stein Promotions ein besonders erfolgreiches Jahr feierten. Er war als unser Anwalt und Freund der Firmen-Familie auch dabei. Motto der Veranstaltung: Prollparty in Palma. Dresscode: Bad Style. Wir sind tatsächlich nach »Malle« geflogen, ein Trupp von 150 Leuten, die Männer in Trainingsanzügen aus Ballonseide, Adiletten und weißen Socken, die Frauen aufgebrezelt wie Vorstadt-Tussen. In El Arenal ging es dann gleich ab in den »Bierkönig«, einem ungeheuren Schuppen mit Platz für 5.000 Ballermann-Touristen, wo wir die Nacht durchfeierten. Unvergessen, wie Arno die Tanzfläche unsicher machte und in der Nacht am Strand mit uns Schlager trällerte. Am nächsten Morgen flogen wir wieder zurück nach Düsseldorf.

 

Trainingsanzüge aus Ballonseide und Adiletten – Mittendrin im „Weißt Du noch?“

So etwas verbindet. Nachdem ich zu einer anderen Agentur gewechselt bin, sind wir uns immer wieder mal über den Weg gelaufen. An unserer wunderbaren Beziehung hat sich nicht viel geändert, die Chemie stimmt immer noch.

Ich nehme mein Handy und rufe ihn an. Arno freut sich. »Mensch Franky! Das ist ja schön, dass du anrufst. Du, ich muss gleich los, aber ein paar Minuten habe ich Zeit.« Und schon sind wir mittendrin im »Weißt du noch?« Innerhalb von ein paar Herzschlägen hat sich das Bild völlig gewandelt. Ich warte nicht mehr auf einen blöden Termin, sondern führe ein tolles Gespräch mit einem alten Kumpel. Ein paar Worte genügen, und es ist alles wieder da. Die alten Zeiten waren natürlich nicht so hell und strahlend, wie man meinen könnte, wenn man uns zuhören würde. Da ist natürlich auch Verklärung mit im Spiel. Aber warum denn nicht? Arno und ich wissen das. Tausendmal besser als das Schlechtreden im Nachhinein.

Es geht natürlich nicht nur um die immer gleichen drei Anekdoten, die man am Telefon durchnudelt. Die sind nur das Intro. So eine alte Weißt-du-noch-Story ist dazu da, die Gesprächspartner schnell auf Betriebstemperatur zu bringen.

 

Nach der Vergangenheit sind Gegenwart und Zukunft dran. »Was machst du denn gerade? Wie geht es dir?« Wir reden nicht über Weltpolitik, und über den Beruf auch nur, um zu fragen: »Was ist eigentlich aus dem Sowieso geworden?« Ich will in so einem Gespräch private Impulse bekommen.» Hast du dir jetzt wirklich das Motorrad gekauft, von dem du immer geträumt hast, oder kommt das noch?«

 

Zur Not tut´s eine SMS oder ein Direkt-Tweet für ein Flashback

Wie sieht es mit dir aus? Wen würdest du heute gerne anrufen? Bestimmt ist das jemand, zu dem du schon immer einen besonderen Draht hattest. Du hast ihn gemocht und geschätzt und warst traurig, als eure Berufswege auseinander gingen. So wie bei mir wird sich auch bei dir im Laufe deines Berufslebens ein Kreis von Menschen herausgebildet haben, mit denen dich mehr als das rein Berufliche verbindet. Bei jeder Station in meinem Berufsleben ist eine Handvoll Menschen dazugekommen, mit denen ich mich verbunden fühle und an die ich mich gerne erinnere. Und von denen ich weiß, dass auch sie sich über ein unverhofftes Flashback freuen.

Nie war es so leicht, sich einfach mal zu melden. Zur Not tut es auch eine SMS, eine Direktnachricht auf Twitter, eine Whatsapp. Das ist zwar kein echter Dialog, dafür ist der Aufwand denkbar gering – wie viele Sekunden brauchst du für 140 Zeichen? Miteinander telefonieren ist natürlich noch besser.

Mit deinem Smartphone kannst du von überall anrufen: vom Bahnsteig, wenn der Zug zehn Minuten Verspätung hat, aus dem Auto im Stau – oder wenn du gerade in einem Buch einen Abschnitt fertig gelesen hast …

 

Energiesauger-Alarm

(Wolltest du nicht jemanden anrufen? Hast du gemacht? Na, dann ist es ja gut …) Ich habe mich gefragt: Was haben die Menschen gemeinsam, zu denen ich auch nach vielen Jahren noch gerne den Kontakt halte? Um diese Frage zu beantworten, möchte ich hier zunächst die Kollegen und Mitarbeiter vorstellen, mit denen ich ganz gewiss keine für beide Seiten bereichernde Beziehung haben kann. Wie viele Sekunden brauchst du für 140 Zeichen?

 

Mieselprieme stecken an – sie sind der Schrecken der Galaxis

Das sind diejenigen, zu denen du gut gelaunt ins Zimmer gehst, und wenn du nach fünf Minuten wieder herauskommst, fühlst du dich bleischwer und dein Tag ist trüber geworden. Wenn es regnet, jammern sie, dass die Sonne nicht scheint, und wenn der Himmel blau ist, ist ihnen zu heiß oder zu trocken. Sie haben immer etwas auszusetzen. Ich nenne sie die Mieselprieme.

Nicht dass wir uns missverstehen: Mit Mieselpriemen sind nicht die Totalausfälle gemeint, die monate- und jahrelang an ihrem Arbeitsplatz anwesend sind, ohne dass etwas dabei herauskommt. Bei diesen Nicht-Leistern merkt man ja kaum, dass sie überhaupt da sind. Wenn sie nicht kündbar sind, dann muss man sie eben mit durchziehen. Das ist in einem gewissen Rahmen verschmerzbar. Ich meine auch nicht die Bedenkenträger; in jedem Unternehmen sollten Leute sein, die sich nicht gleich von einer Hurra-Stimmung anstecken lassen. Nein, Mieselprieme sind der Schrecken der Galaxis:

Wie Schwarze Löcher saugen sie dir deine Energie ab. Diesen Schwarzen Löchern begegnest du überall. Typisches Beispiel: Betriebsausflug. Die Planer organisieren mit viel Herzblut und oft sogar in ihrer Freizeit ein attraktives Programm, das weit übers gemeinsame Essen hinausgeht.

Doch egal, ob es in den Klettergarten oder auf die Go-Cart-Bahn geht, ob man gemeinsam Schlitten fährt oder in Rennwagen auf dem Nürburgring – nie im Leben werden 100 Prozent der Beschenkten sagen: Dieser Tag war super!

Natürlich macht kein Programm der Welt alle aus einer Gruppe gleichzeitig glücklich. Aber man könnte doch auch einfach mal sagen: »Naja, dieses Mal war es für mich ein wenig zu sportlich, dafür können wir ja nächstes Jahr mal in einem Wellness-Hotel abhängen.«

 

Auf 25 Mitarbeiter kommt ein Mieselpriem

Offensichtlich sehen das nicht alle so. Denn da ist immer ein bestimmter Prozentsatz der Belegschaft , der grundsätzlich meckert und nörgelt. Meine Faustregel: Auf 25 Mitarbeiter kommt ein Mieselpriem.

Einmal wollten wir feiern, dass eines unserer neu gegründeten Büros innerhalb kürzester Zeit auf zwei Dutzend Mitarbeiter angewachsen war – ein großartiger Erfolg! Die Organisatoren der Feier hatten etwas Besonderes auf die Beine gestellt: ein gemeinsames Koch-Event. Sie hatten sich viele Gedanken gemacht und an den wunderschön geschmückten Tischen die »Digitalen«, die »PR-ler« und die »Eventler« bunt gemischt. Ich fand den Abend rundum gelungen.

Zwei Tage später bekam ich von einer Mitarbeiterin das Feedback: »Ja, war ja ganz nett, aber mit dem Kochen … also … da hätte man auch was anderes machen können.« Auf meine Frage: »Was denn?« kam nur die Antwort: »Weiß nicht.« Umgehend verpflichtete ich sie, die nächste Betriebsfeier zu organisieren. Mit dieser »Erziehungsmaßnahme« habe ich allerdings mir und allen anderen keinen Gefallen getan: Das Highlight des von ihr organisierten Abends war – Schrottwichteln.

 

»Das hätte man anders machen müssen.« – »Wie denn?« – »Weiß nicht.«

Meckerer bekommen nichts Innovatives auf die Reihe. Wo soll’s auch herkommen, wenn ein Großteil ihrer kreativen Energie dabei drauf geht, andere zu verpetzen und ihren Ärger wiederzukäuen. So wie ich von Herzen positiv bin, sind sie im innersten Kern negativ gepolt. Weil sie im privaten Umfeld kaum Kontakte haben – wie auch? Die meisten machen einen großen Bogen um sie – halten sie sich an den Berufskollegen schadlos. Die können nicht wegrennen.

Menschen mit negativer Ausstrahlung werden nirgendwo gebraucht. In der Kreativbranche am allerwenigsten. Aber auch in keiner Werkstatt, in keinem Einzelhandelsgeschäft, in keinem Sportverein … Sie merken noch nicht einmal, was sie anrichten. Sobald sie ihren Müll bei dir abgeladen haben, gehen sie pfeifend weiter.

 

Befreiungsschlag gegen ein destruktives Schwarzes Loch

Ein Extrembeispiel im Umgang mit Schwarzen Löchern habe ich vor Jahren erlebt. Mein damaliger Chef war wie ein Dynamo, er hatte die Fähigkeit, seine Mitarbeiter zu begeistern und zu Höchstleistungen anzuspornen. Doch einer meiner Kollegen war ein ganz besonders destruktives Schwarzes Loch. Da kam auch die geballte Strahlkraft des Häuptlings nicht gegen an. Der Mitarbeiter machte einen guten Job, keine Frage, aber wenn es ein Meeting gab, und er war mit von der Partie, konntest du sicher sein, dass er herummaulte. Wir waren damals 150 Leute in der Agentur, und dieser eine Mensch ist uns allen tierisch auf die Nerven gegangen.

Eines Tages kam mein Chef zu mir ins Büro und sagte: »Ich habe XY gefeuert.« Nach der ersten, geradezu reflexhaften Erleichterung – »Gott sei Dank ist der weg« – fragte ich: »Was war denn los?« Die Antwort hat mich fassungslos gemacht: »Ich konnte ihn einfach nicht mehr sehen!« Das war alles. Selbst seine geballte Strahlkraft kam nicht dagegen an.

 

Chefs müssen sogar die Belegschaft vor Mieseprimen schützen

Das darf man doch nicht!, dachte ich. Man kann doch keinen Mitarbeiter entlassen, nur weil er ein Mieselpriem ist. Aber dann verstand ich: Ein Chef darf das nicht nur, er muss das tun! Er muss seine Belegschaft vor den sumpfigen Ausdünstungen solcher Typen schützen. Der Aufhebungsvertrag war bestimmt nicht ganz billig, aber es war gut angelegtes Geld.

 

Es ist hart, jemanden vor die Tür zu setzen, für alle Beteiligten. Deshalb habe ich mir damals ganz fest vorgenommen, es möglichst niemals so weit kommen zu lassen. Als Entscheider habe ich immer sehr penibel darauf geachtet, solche Leute gar nicht erst einzustellen. Sie können so brillant sein, wie sie wollen, wenn sie konsequent schlechte Stimmung verbreiten, will ich sie nicht um mich haben.

 

Schnell war klar: Der Typ ist ein Nussknacker

Als zwei meiner Mitarbeiterinnen wieder einmal ein Vorstellungsgespräch führten, nahm ich mir die Zeit und setzte mich mit an den Tisch. Der Juniorberater in spe kam mit den besten Empfehlungen und ich war neugierig, was das für einer ist. Nach wenigen Minuten war klar: Der Typ ist ein Nussknacker. Das war keine Nervosität, der war einfach so. Steif bis zum Scheitel, lähmend. Ich fühlte mich wie schockgefrostet. Nach zehn Minuten stand ich auf und ging, die anderen beiden befragten den Kandidaten noch tapfer weiter. Als der Bewerber endlich verabschiedet war, fragte ich sie: »Und?« Sie drucksten ein wenig herum und sagten: »Naja, der war schon ein bisschen merkwürdig. War schnell klar, dass der es nicht wird.« Aber um ihn nicht vor den Kopf zu stoßen, hatten sie ihn noch die geplanten zwei Stunden interviewt.

 

Beziehungsunfähige gehören nicht in Teams oder auf den Job von Kundenberatern

Ich frage mich: Warum denn? Ein aufrichtiges Feedback hätte ihm tausendmal mehr gebracht als falsche Rücksichtnahme. Ich bin sicher, der junge Mann war alles andere als dumm. Aber leider auch völlig unfähig, zu anderen Menschen eine Beziehung aufzubauen. Wenn so jemand einen Job macht, bei dem er in seinem kleinen Büro allein vor sich hinwurstelt, dann könnte er für ein Unternehmen ein Gewinn sein. Aber als Juniorberater mit direktem Kundenkontakt, fast ausschließlich im Team arbeitend, wäre er eine Katastrophe gewesen.

Vielleicht findest du es unangemessen und ungerecht, wenn ich so unverblümt über bestimmte Menschentypen urteile. Jedes Töpfchen findet sein Deckelchen, heißt es ja immer, und manche glauben, das gälte auch für Mieselprieme und Nussknacker. Ich will es aber ganz deutlich sagen, dass es Menschen gibt, die ganz und gar ungeeignet sind für eine Zusammenarbeit mit anderen. Und ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich die nicht in meiner Mannschaft haben will. Nicht nur, weil ich selbst schlechte

Laune bekomme, sondern auch, weil alle anderen sich mit einem faulen Apfel in ihrer Mitte mehr anstrengen müssten. Wenn ich jemanden anrufe, um mir – und ihm! – den Tag ein wenig heller zu machen, gehört er ganz gewiss nicht zu diesen negativen Menschen. Es gibt aber noch Menschen aus einer weiteren Gruppe, die sich nicht für diese Anrufe eignet.

 

Auf die Stillen kann man sich verlassen

Ich meine die Grauen, die Stillen. Das sind freundliche, kluge und leistungsbereite Menschen, aber es gibt nichts Persönliches, das ich mit ihnen besprechen könnte. Die Stillen kommunizieren fast ausschließlich auf beruflicher Ebene. »Ich habe da mal eine Liste zusammengestellt. « Oder: »Herr XY ist leider erst in einer Woche wieder erreichbar, ich habe ihm eine Nachricht hinterlassen.« Oder: »Ich habe das Intranet wieder zum Laufen gebracht.« Super. Gut mitgedacht, Arbeit vorangetrieben.

 

Auf die Stillen kann man sich in der Regel hundertprozentig verlassen. Sie sind zuverlässig, ein Fels in der Brandung, manchmal sogar brillant. Und trotzdem stoßen sie auf der Karriereleiter schnell an eine gläserne Decke. Denn sie sind nur als Funktionsträger sichtbar, nicht als Mensch. Mancher regt sich darüber auf, dass der aufgeschlossene und kommunikative Kollege, der nicht halb so viel Leistung bringt wie der Stille im selben Büro, Karriere macht, aber der Stille oft nicht.

 

Die Aufgeschlossenen machen Karriere, die Stillen nicht

Und genau das ist der Knackpunkt: In echten Beziehungen menschelt es. Doch die Stillen wollen sich nicht in die Karten schauen lassen – aus Angst, nicht professionell zu erscheinen, aus einem Gefühl der falschen Scham oder der Minderwertigkeit heraus oder was auch immer. Beliebt bei denen, die über eine berufliche Karriere entscheiden, wird man auf diese Weise nicht. Und Führungskraft meistens auch nicht. Denn Inspirieren, Motivieren, das können die Stillen nicht.

Nur in Krisenzeiten, wenn die allzu Forschen ein Trümmerfeld hinterlassen haben, kommen sie zum Zuge. Ich würde an ihrer Stelle allerdings nicht darauf setzen, dass sich für sie eine Lücke auftut. Wer sich in der zweiten und dritten Reihe wohlfühlt und meint, auch ohne engere Kontakte zu Kollegen auszukommen, den soll man nicht zwingen, aus dem Schatten hervorzutreten.

Ich habe da keinen Missionarstrieb. Das ist in Ordnung, wenn es für die Stillen auch in Ordnung ist. Aber oft ist es so, dass diese Stillen kreuzunglücklich sind. Sie leiden darunter, dass sie nicht gesehen werden, ihre Leistung nicht genug anerkannt und weniger wertgeschätzt wird.

Da ist es wieder, das Thema Beziehungen. Zu Mieselpriemen sind gute Beziehungen nicht möglich, weil sie dich runterziehen. Nussknacker lähmen. Und bei den Stillen gibt es erst gar keinen Anknüpfungspunkt, denn sie zeigen nur ihr rein berufliches Gesicht. Was sie als Menschen ausmacht, bleibt geheim. Wie will ein Stiller mit anderen kommunizieren, wenn er Fenster und Türen verrammelt?

 

Wer einen Tarnmantel überwirft, zu dem sind Beziehungen schwer

Ich kann keine Beziehung zu jemandem haben, der sich einen Tarnmantel überwirft. Ich will wissen: Was ist das für einer? Wofür brennt er? Wovon träumt er? Mieselprieme ändern sich meiner Erfahrung nach nicht. Ich habe nie erlebt, dass so ein bis ins Mark negativer Mensch auf einmal entdeckt, wie schön die Welt ist. Und es ist für einen Hölzernen extrem schwierig, sich locker zu machen. Ich habe allerdings schon öfter gesehen, dass sich ein Stiller zu einem offeneren Menschen mit tragenden Beziehungen entwickelt.

 

Wenn die Forschen ein Trümmerfeld hinterlassen haben

Raus aus der Schattenecke!

Einen Extremfall erlebte ich bei einer meiner früheren Agenturen. Dort war eine durch und durch rationale, sachliche Mitarbeiterin angestellt. Ich nenne sie hier mal Klara. Sie war eine vorbildlich organisierte, zuverlässige Kollegin; wie ein Schweizer Uhrwerk, brillant, fehlerlos. Aber auch unauffällig, zurückhaltend und auf den ersten Blick zu hundert Prozent spaßbefreit. Ich habe kaum zwei Sätze mit ihr gewechselt, die sich nicht direkt auf die Arbeit bezogen. Es war ganz klar: Sie war die perfekte zweite Frau und würde niemals in die erste Reihe vorstoßen. (Wollte sie das überhaupt? Ich wusste es nicht.)

Dann gab es ein Agenturfest: Karaoke und Kickern. Wie üblich bildeten sich Grüppchen heraus; es gibt ja immer diejenigen, die mehr oder weniger ausgelassen feiern, und die anderen, die am Eistee nippen und um halb zehn nach Hause gehen. Ich weiß bis heute nicht, was den Anstoß gab, doch plötzlich stand Klara aus der Eistee-Ecke auf, griff sich das Mikrofon, stellte sich mitten in das Licht des Spotstrahlers und sang mit geschlossenen Augen und voller Leidenschaft ein Lied von Alanis Morissette. Sie hatte es drauf, sie war sogar noch besser als Alanis. Uns allen fielen die Kinnladen runter, wir konnten es gar nicht glauben! Wenn ich an diesen Moment denke, bekomme ich heute noch eine Gänsehaut.Als das Lied zu Ende war, herrschte ein paar Sekunden absolute Stille, dann brandete frenetischer Applaus auf.

 

Die Angst, als Mensch sichtbar zu werden

Klara musste das Lied noch mal singen. Es war die Geburtsstunde einer ganz neuen Frau. Sie hatte den Mut gefunden, uns eine ihrer Facetten zu zeigen, die niemand an ihr gekannt hatte. Es war natürlich keine 180-Grad-Drehung, niemand ändert sich grundlegend von heute auf morgen. In der nächsten Zeit war Klara immer noch zurückhaltend, aber ihre allzu glatte Oberfläche hatte erste Sprünge bekommen. Sie hatte ihre Angst überwunden, als Mensch sichtbar zu werden. Die Befürchtung lächerlich zu wirken und sich zur Zielscheibe des Spotts zu machen, war unbegründet. Ganz im Gegenteil: Zum ersten Mal hatte sie offene Zustimmung erhalten. Der Applaus tat ihr gut. Schritt für Schritt wurde sie in der folgenden Zeit kommunikativer und selbstbewusster. Brillant war sie immer gewesen, doch nun traute sie sich auch zu, sichtbar zu werden.

Irgendwann trennten sich unsere Wege. Später las ich, dass Klara CEO einer großen Agentur geworden ist. Sie wurde eine beliebte Chefin, hat Top-Teams geführt und tolle Kunden beraten, sammelte viele Erfolge ein. Das hätte ich vor der Alanis-Nacht nie im Leben für möglich gehalten. Und sie wahrscheinlich auch nicht. Klara hat es verdient. Sie hat ihren Weg gefunden.

 

Trainerwechsel

Hätte es etwas geändert, wenn ich als Vorgesetzter mir vorgenommen hätte, mehr auf die Stillen zu achten und sie gezielt zu fördern? Nicht viel. Denn sie sind ja meist genau dort, wo ihr Setting an Fähigkeiten sie hinträgt: An einer eher unauffälligen Stelle machen sie einen guten Job. Würde ich ihnen mehr Verantwortung übertragen, würde es kaum funktionieren. Denn dazu müssten sie kommunizieren, Beziehungen eingehen, sich als Menschen und nicht nur als Sie traute sich, sichtbar zu werden. ausführende Organe zeigen, begeistern können. Und das ist genau die Rolle, in der sich die Stillen, wenn sie sich nicht weiterentwickeln, weder wohlfühlen noch Erfolg haben werden. Man darf nicht vergessen: Viele von ihnen passen genau dorthin, wo sie sind – in die zweite Reihe.

Manchmal kann ich stille Menschen mit meiner übersprudelnden Art ein wenig mitreißen. Ich mache gerne auch mehrere Anläufe, schaue, ob es Themen gibt, auf die sie anspringen. Sie sollen ja keine Partyrobben werden, aber sie tauen ein wenig auf und fangen auch mal an zu lächeln.

Ich kann ein Tor aufmachen, aber durchgehen müssen sie selber. Sie sind dann erstaunt, dass es ihnen nicht schadet, sich ein wenig zu öffnen und lockerer zu sein. Und dann überraschen sie mich, zum Beispiel mit einem erfrischenden Harald-Schmidt-Humor, der zuvor unter einer dicken Schicht Zurückhaltung versteckt war.

 

Im Beruf geht es zu wie auf einer Bühne

Manche Stille machen andere dafür verantwortlich, dass sie nicht auf dem Radar sind. Wenn jemand anderes auf eine Stelle gesetzt wurde, auf der sie sich selbst schon gesehen haben, dann klagen sie: »Da werden Leute von außen geholt, und meine Leistung wird nicht gesehen.« Nun, ich finde, Vorgesetzte müssen nicht mit dem Trüffelsuchgerät herumlaufen.

Manchmal gelingt es, ein Mauerblümchen aus der Ecke zu holen, aber man darf nicht vergessen, dass es zu einem großen Teil an den Stillen selbst liegt, wenn sie unzufrieden sind. Im Beruf geht es nun mal wie auf einer Bühne zu: Du zeigst, was du kannst. Ein Artist, der nur daheim im Wohnzimmer exzellent ist, aber auf der Bühne glanzlos und ohne Aura herumsteht, der muss sich nicht wundern, wenn sein Publikum ausbleibt. Wer gerne gesehen werden möchte, muss den Mut haben, auch mal andere Facetten von sich anzubieten. Er muss Statements senden, beziehungsbereit sein. Sonst wird das eher nichts.

 

Raus aus der Schublade – mit dem Wechsel des Arbeitgebers

Manchmal führen auch andere Wege raus aus der Schublade.Ein Wechsel des Arbeitgebers kann Wunder wirken. In neuer Umgebung fällt es leichter, sich neu zu zeigen. Und vielleicht ist da ja auch ein Chef, der die Fähigkeiten besser zu schätzen weiß als der alte. Es ist wie beim Trainerwechsel in der Bundesliga – mit einem neuen Trainer kommt eine neue Chance.

 

Wenn Angebote immer vergleichbarer werden, entscheidet der Faktor Mensch

Jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigene Temperatur. Ich zum Beispiel bin sehr kommunikativ, auf die laute und raumgreifende Art. So bin ich einfach. Ich weiß, dass das nicht jeder mag, ich polarisiere – einigen gehe ich sogar ziemlich auf den Wecker.

Aber das ist nicht schlimm. Ich will und kann nicht von jedem geliebt werden. Im Durchschnitt ist das Urteil: »Der Frank, der ist in Ordnung, aber auch manchmal ganz schön schräg …« Damit kann ich sehr gut leben. Ich überzeuge andere nicht auf die Powerseller-Art, sondern mit meiner Begeisterung. Ich halte nichts von meiner Persönlichkeit unterm Deckel, damit bin ich für andere voll sichtbar.

Ich bin absolut positiv getunt, alles andere als hölzern, und ich biete meinem Gegenüber hundert Stellen zum Andocken. Am wohlsten fühle ich mich, wenn in einem Gespräch nicht nur Informationspäckchen über den Tisch hin- und hergeschoben werden, sondern wenn es menschelt. Damit habe ich alle Voraussetzungen, viele gute »kleine« Beziehungen einzugehen. Ich habe das Glück, dass in einer Geschäftswelt, in der die Angebote immer vergleichbarer werden, immer noch auch der Faktor Mensch entscheidet.

 

Was Beziehungen wertvoll macht: Menschen ergänzen sich, sind zusammen mehr

Franky, der perfekte Überflieger? Ganz bestimmt nicht! Ich bin auf andere Menschen als Korrektiv angewiesen. Meine Frau zum Beispiel. Dass sie Menschen besser einschätzen kann als ich, hat sie schon oft bewiesen. Ich finde es faszinierend, wie schnell sie Menschen durchschaut, während ich noch euphorisch oder ablehnend bin. Ich denke auch an meinen ehemaligen Bürokollegen Timo, das Finanzgenie. Der konnte genau das, was ich nicht kann: alles was mit Zahlen zu tun hat. Auch dies ist etwas, was Beziehungen so wertvoll macht: Menschen ergänzen sich, sind gemeinsam mehr als einzeln.

Diejenigen, mit denen ich mich auch über Jahrzehnte hinweg verbunden fühle, sind nicht die Mieselprieme, nicht die Nussknacker und meistens auch nicht die Stillen. Es sind die Menschen mit einer offenen und positiven Grundeinstellung dem Leben gegenüber. Diejenigen, mit denen ich gemeinsame Erlebnisse teile, die mich ergänzen und besser machen. Wenn dann auch noch eine gewisse Leichtigkeit bei gleichzeitiger Bodenständigkeit dazukommt und ein ähnlicher Humor, dann bin ich glücklich.

Andere Menschen mögen andere Eigenschaften. Immer aber gilt, dass du nur dann entscheiden kannst, ob du jemanden gut leiden kannst, wenn diese Eigenschaften sichtbar werden. Erst dann ist der Weg frei für eine echte Beziehung. Diese Menschen Menschen, mit denen du gute Momente teilst.sind es, die du gerne mal anrufst und bei denen du dich freust, wenn sie sich bei dir unerwartet melden. Aus solchen Begegnungen schöpfen beide Seiten positive Energie, bei Bedarf punktgenau abrufbar durch ein kurzes »Hallo, wie geht’s dir?« Am Ende des Tages sind es genau diese Beziehungen, die das Leben mit purer Magie bereichern und es lebenswert machen.

 

 

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