Urlaub: Lieber Fuschl als Peking – Langstreckenflüge ruinieren Managern den Erholungswert

„Mir reichen Spanien und Österreich vollkommen für alle meine Urlaube“, erzählte mir kürzlich ein Top-Anwalt aus einer angelsächsischen Großkanzlei. Und dass er durchaus ein Fan guten Essens und vor allem der Salzburger Festspiele ist. Damit hat er aus medizinischer Sicht zumindest vollkommen recht.

Strand in Süd-Frankreich

Strand in Süd-Frankreich

 

Urlaubsziel als Statussymbol? Voll daneben

Wer sein Urlaubsziel mit einem Statussymbol verwechselt, hat nichts verstanden. „Ich war in Australien“ mag mehr Eindruck machen, als wenn man sagt „ich war im Salzkammergut“ – erholsamer dürfte aber letzteres sein, warnt Curt Diehm, Professor und Ärztlicher Direktor von der Max Grundig Klinik in Bühl, die zu ihrer Klientel besonders viele Manager zählt. Doch die planen ihren Urlaub oft falsch, ist das Resümee einer Umfrage im Auftrag der Klinik.

Curt Diehm, Professor und Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik

Curt Diehm, Professor und Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik

Aus medizinischer Sicht muss niemand „im Sommer für den Urlaub Europa verlassen und sich den Stress von Interkontinentalflügen antun“, so Diehm. Kaum hat der Flieger Verspätung, liegen die Flugzeiten ungünstig oder setze der Jetlag ein, sorgt das für Extra-Stress. Denn schon so ist ein Langstreckenflug ein Tort für die Gesundheit.

 

Zwei Wochen Urlaub am Stück müssen sein

Die zweite Warnung von Diehm betrifft die Urlaubsdauer: „Ich empfehle zwei Wochen Sommerurlaub. Erst dann tritt ein wirklicher Entspannungseffekt ein.“ Die alte Faustregel von drei Wochen scheint damit überholt zu sein. Ganz verkehrt ist jedenfalls – so Diehm – die Haltung von manchem Unternehmer, „Urlaub ist ein sozialpolitisches Missverständnis“. Zwar glaubten viele Manager, sie müssten „immer für die Firma da sein“ und „ich brauche keinen Urlaub“ – was aber total verkehrt ist. „Wer viel leistet, muss die Batterien aufladen. Der Trend zu Kurzurlauben ist dabei aus medizinischer Sicht nicht hilfreich“. Im Beruf sei es wie im Sport. Ohne Stress keine Leistung, aber auch ohne Erholung keine Leistung, so der Mediziner.

 

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