Arbeitnehmer-Umfrage: Zu viele familienfeindliche und hierarchiegläubige Betriebe

 

Ist es so? Die Unternehmen helfen ihren Mitarbeitern dabei, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen?

Oder: Ziehen die Mitarbeiter an einem Strang, dem Unternehmenswohl zuliebe? Ohne Abteilungsdenken oder Konzentration auf eigene Zielvorgaben?

 

30 Prozent der Unternehmen scheren sich nicht Vereinbarkeits-Belange

Schön wär´s. Beides stimmt wohl oft nicht, ist eher frommer Wunsch oder Lippenbekenntnis. Dunkeldeutschland lässt grüßen. Anscheinend klaffen zwischen Anspruch und Wirklichkeit Welten, ergab eine – repräsentative – Umfrage vom Berufe-Netzwerk Xing und dem Forschungsinstitut Statista unter 4 000 Arbeitnehmern. Das Ergebnis: Fast jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) unterstützt keineswegs  die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

66 Prozent der Mitarbeiter sind behindert durch Ressortgrenzen und Hierarchie 

Und: In mehr als der Hälfte aller Unternehmen in Deutschland ist an Zusammenarbeit über die Hierarchie hinaus nicht zu denken. 66 Prozent der Arbeitnehmer sagen, dass in ihren Betrieben die offiziellen Wege zwingend sind. 46 Prozent der Mitarbeiter wünschen sich mehr Zusammenarbeit über die Abteilungsgrenzen und die Hierarchie hinweg.

 

 

 

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17 Prozent der Mitarbeiter glauben, dass ihr Arbeitsleben unverändert bleibt

Die Umfrage sollte zudem herausfinden, „wie deutsche Arbeitnehmer die Gegenwart ihres Arbeitslebens in Zeiten tiefgreifender Veränderungen beurteilen und welche Erwartungen sie an die Zukunft stellen.“ Das Resultat:  Jeder Dritte (34 Prozent) begrüßt die Veränderungen des eigenen Berufsbildes. Weitere 37 Prozent sehen die erwarteten Veränderungen gelassen und .zwölf Prozent machen sich Sorgen. Dass sich nichts ändert, daran glauben 17 Prozent der Befragten.

 

Abgefragt wurde von Statista auch das Entgegenkommen der Unternehmen, wenn sie Probleme haben mit Kinderbetreuung oder Altenpflege. Fast jeder dritte Arbeitnehmer kann definitiv nicht auf Gnade in seinem Unternehmen zählen, wogegen 40 Prozent nachsichtige Arbeitgeber haben.

Gestreift ist auch das Bild bei Auszeiten: 14 Prozent der Unternehmen verweigern Sabbaticals, 43 Prozent gewähren sie und 43 Prozent genehmigen sie nur in geringerem Umfang.

Unglücklich macht es die Mitarbeiter, wenn sie nicht mitentscheiden dürfen (36 Prozent). Erstaunlich: Neun Prozent können das beim Thema Gehälter/Löhne.

 

Wer innovativ sein will, muss sich um ein gutes Betriebsklima kümmern

Der Rat von Xing-Vorstandschef Thomas Vollmoeller an die Unternehmen ist daher: XING-CEO Vollmoeller: „Unternehmen, die innovativ sein wollen, müssen ein Betriebsklima schaffen, in dem Innovationen gedeihen können.“ Denn die stecken in den Köpfen der Mitarbeiter. Der Innovationsstandort Deutschland müsse dringend Arbeitsbedingungen bieten, die Innovationen auch künftig möglich machen. Aspekte wie Kapital und Know-how seien dazu längst nicht genug.

 

 

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