„Wenn Sie 30 Jahre bei einer Number One sind – das prägt sie“, sagt Herbert Henzler

Herbert Henzler, Ex-Chef von McKinsey Deutschland

 

Geladen hatte Düsseldorfs Marketing-Club und zwar ins feine Monkeys West, zu Gast war der Ex-Chef von McKinsey, Herbert Henzler. Jemand wie er kommt freilich nicht aus Spaß an der Freude und nur mal so vorbei. Sondern er kommt, um sein Buch vom Oktober 2011 zu promoten, das den Titel trägt „Immer am Limit“. Sponsor der Veranstaltung war die Credit Suisse Group, für die er als „Senior Advisor des Chairmans“ fungiert wie der Klappentext verrät.

 

Wie Schröder und Piech McKinsey beauftragten, Karmann Ghia zu retten

2011 war Henzler wohl besonders fleißig als Autor (ein Mit-Autor, der die Hauptarbeit erledigt, findet sich nicht im Buch), hatte er doch erst sechs Monate zuvor ein Buch gemeinsam mit Lothar Späth veröffentlicht – wie ich heute erfuhr, einem alten Buddy von ihm, mit dem er in den vergangenen Jahrzehnten anscheinend so manches hinter den Türen der Macht ausmachte. Henzler erzählt etwa von Anekdoten wie jener: Etwa die von Gerhard Schröder und Ferdinand Piech von VW, die sich das Honorar für einen McKinsey-Einsatz  für die Überlebens-Beratung des Autozulieferers Karmann Ghia aufteilen wollten. Denn damals sei Schröder noch Ministerpräsident von Nierdersachsen gewesen und wollte auf keinen Fall vor einer Wahl dem Bundesland 6000 Arbeitslose präsentieren müssen.

Und dass Späth Henzler später nach Bonn als Minister holen wollte – doch aus dem geplanten Sturz von Helmut Kohl wurde nichts und Henzler kam nicht mal bis zu der Überlegung, ob er die Politik gegen das Beraterleben eintauschen wollte. Schließlich habe Späth selbst sechs Monate später den Hut nehmen und das Präsidium verlassen müssen – „wegen einer Nichtigkeit“.

 

Und Samstags Fußball-Spielen auf den Düsseldorfer Rheinwiesen

Und dann plaudert Henzler von seinem eigenen Werdegang,  wie stolz er auf seine 30 Jahre bei McKinsey ist und schildert rückblickend: Dass da „lauter tolle Leute damals in Düsseldorf waren im Jahre 1970“, dass man „gefordert wurde nach dem Motto work hard, play hard“ und nach fünf langen arbeitsreichen Wochentagen am Samstag gemeinsam auf derRheinwiese Fußball spielte. Und dass sie damals noch „veritable Nobodies waren“.

 

Wer aufgibt, wird nicht verraten

Er ging lieber zu McKinsey, weil es 4200 Mark gab und nicht nur 1300 wie an der Uni München – auch wenn´s ihm recht schwer fiel, ins Rheinland zu gehen, wo er doch so begeistert Ski läuft. Und wie gerne er mit Reinhold Messners Manager-Bergsteiger-Truppe „Die Seminauner“ – dazu gehören Ex-DaimlerChrysler-Boss Schrempp, Linde-Chef Reitzle, Ex-Deutsch-Banker Uli Cartellieri oder Postler Zumwinkel erzählt er – die Gipfel bestieg. Ein beherzter Duisburger Unternehmer im Monkeys-Publikum fragte denn auch gleich nach was nahe lag: Ob denn die viel arbeiteten Manager allesamt so sportiv seien, dass sie solche Märsche so ganz nebenbei bewältigen? Doch um die Antwort drückte sich Henzler und wich aus aufs „Gebote der Höflichkeit“. Schade.

Nimbis und Nords

Gelernt habe ich bei diesem Business-Lunch gleich zwei neue Ausdrücke: die Nords und die Nimbys, das sind die renitenten Bürger, die der Deutschen Bahn das Leben so schwer machen.  Die Not-over-theres (Nords), die kein Bahnprojekt gegenüber von ihrem Haus haben wollen, und die Not-in-my-backyards (Nimbys), die auch kein Bahnprojekt in ihrem Garten haben möchten. Die hat er von „seinem Freund Rüdiger Grube“, den er morgen im Deutsche-Bahn-Beirat trifft.

 

Henzlers Werk: "Immer am Limit"

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