Tee-Wasser? Macht bitte 40 Cent – bei der eigenen Company

Je nachdem wie gut es der Branche geht oder wie hoch der Anspruch eines Arbeitgebers an sich selbst ist, gibt´s für die Mitarbeiter kostenlos Kaffee, Tee, Mineralwasser und vielleicht sogar noch – wenn´s ganz großzügig wird – Saft. So traf ich erst kürzlich an einem Samstagvormittag – der Tag ist typisch für Selbständige – in der Metro einen Anwalt, der ein größeres Büro hat und fleissig dabei war, für seine 20 Leute  Tee, Kaffe und sogar Gummibärchen einzukaufen. Die spendiert er ihnen immer, um sie bei Laune zu halten.

Auch ein angestellter Fremd-Geschäftsführer aus der Telekommunikatonsbranche erzählte mir neulich ähnliches – und zwar richtig stolz. Knabberzeug und Mineralwasser für seine Mitarbeiter für bezahle er sogar aus eigener Tasche, das war ihm wichtig.

In etlichen großen Unternehmen sind diese Goodies den Controllern und Spar-Managern im Laufe der vergangenen Jahre zum Opfer gefallen. Stattdessen gibts von wechselnden Anbietern Kaffeeautomaten mit den unvermeidlichen“Spezialitäten“ im Angebot wie Caffee Latte undsoweiter – aber gegen Bares. 40 Cent kostet dann eine Tasse Kaffee – und die Portion wird im Laufe der Zeit und mit Wechsel der Automatenaufsteller kleiner.

Ob da das Unternehmen, das dem Kaffeeautomaten herberge gibt und Kunden zuführt, Provision bekommt, habe ich mich schon immer gefragt. Weiss das zufällig jemand?

Manch ein Angestellter reagiert inzwischen, bringt seinen eigenen Kaffee im Portionstütchen oder Teebeutel mit – und braucht nur noch das Wasser. Schließlich kommt seit Jahren weniger an im Portemonnai.

Die absolute Härte ist aber die, die mir kürzlich aus einem großen Unternehmen im Rheinland berichtet wurde – nicht etwa aus dem Schwabenland: Da müssen die Mitarbeiter für das Teewasser 40 Cent pro Tasse berappen.

Das hat selbst mich sprachlos gemacht.

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