Strafverteidiger des Jahres: Jürgen Wessing

Zu den Top-Ten der deutsche Strafverteidiger rechnete Jürgen Wessing ohnehin seit ewigen Zeiten, doch jetzt ist ihm mit seinem Team auch noch die Ehrung zur „Kanzlei des Jahres für Wirtschaftsstrafrecht“ bei der diesjährigen Verleihung der „Juve“-Awards zuteil geworden.

In der Publikumspresse ist der Düsseldorfer weniger häufig als manch einer seiner Top-Kollegen zu finden, was aber vor allem an einem liegt: dem so genannten Mandantenwohl. Seite Strategie ist es eher, die Mandanten gleich aus der Schusslinie zu nehmen – so lange es noch geht. Damit sie gar nicht erst öffentlich auftreten und abends via „Tagesschau“ in die bundesdeutschen Wohnzimmer flimmern müssen. Oder schon in den frühen Morgenstunden die Übertragungswagen von Rundfunkanstalten vor ihrem Wohnhaus stehen haben.

Die Klienten bezeichnen ihn als „sehr routiniert und gelassen“, Wettbewerber gar als „ideenreich und lösungsorientiert“. http://blog.handelsblatt.com/management/2008/04/27/ich-bin-ein-dealer/

Zu seinen Mandanten zählen die Großunternehmen aus der Rhein-Ruhr-Region, Großbanken und Medizintechnikunternehmen. Er berät Firmen in Compliamce-Fragen, Bilanzstrafrecht, Kapitalanlagebetrug, Unterschlagung, Geheimnisverrat oder Geldwäsche.

Arbeit bescheren Wessing auch die diversen Steuer-CD´s: 40 Selbstanzeige-Fälle gehen auf sein Konto, die selten „unter einer halben Million lagen und oft auch zweistellige Millionenbeträge erreichen“, wie der Düsseldorfer erzählt.

Nachtrag

Die offizielle Begründung von „Juve“ liegt jetzt vor und liest sich so:

„Als die Kanzlei Wessing II Verjans im Herbst 2006 zerbrach, hatten nur wenige erwartet, dass sich der Teil um Prof. Dr. Jürgen Wessing derart gut behaupten würde. Grund dafür war die vergleichsweise geringe Vernetzung innerhalb der Strafrechtlerszene und daraus folgend, dass die Anwälte eher selten in Teamverteidigungen gebeten wurden. Systematisch – wenn auch mit kleinen Stolperern – hat Namenspartner Wessing Know-how-Lücken, etwa im Steuerstrafrecht, geschlossen und flankierende zivilrechtliche Kompetenz hinzugeholt. Neben ihm und dem jüngeren, von Mandanten empfohlenen Dr. Heiko Ahlbrecht gelingt es inzwischen auch Dr. Matthias Dann, positiv auf sich aufmerksam zu machen. Damit dürfte die vor 4 Jahren gerissene Lücke sich weitgehend geschlossen haben. Die Erfahrung in der strafrechtlichen Compliance-Beratung ist beachtlich, und mit der Begleitung einiger strafrechtlicher Due Diligences – ein Feld, das nach Ferrostaal sicherlich an Bedeutung gewinnen wird – ist die Kanzlei einmal mehr vorn mit dabei. Wessing hat es verstanden, sich in der Beratung über mehrere Branchen exzellent zu positionieren – ohne die Individualvertretung zu vernachlässigen. Die geplante personelle Erweiterung in einigen Gebieten des Zivilrechts ist nur folgerichtig. Wessing ist damit auf dem besten Weg, als einzige vom Strafrecht kommende Kanzlei, eine fachgebietsübergreifende Beratung anbieten zu können. Das Mandantenportfolio hierfür ist zweifellos vorhanden.“ 

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Alle Kommentare [2]

  1. Gut zu wissen. Es sollte für so etwas irgendwie örtliche oder zumindest regionale Rankings geben, damit man ungefähr weiss, wie gut ein Strafverteidiger in Bern oder Berlin ist.

  2. Kenne ich persönlich seit Sommer 93.
    Ein hervorragender Fachanwalt, welcher mir so nebenbe juristisch-semantisches Deutsch bei brachte