Mini-Nachrichten über Nehmerqualitäten zum Weltfrauentag

Pünktlich zum Weltfrauentag trudeln zwei Meldungen ein: die eine kommt von der Unternehmensberatung Accenture und widmet sich der Belastbarkeit von Frauen im Job. Dass diese Eigenschaft eine der wichtigsten Eigenschaften von erfolgreichen weiblichen Führungskräften im Beruf sei. Und dass sie gegenüber den Männern weltweit dabei „leicht die Nase vorn“ hätten.  Differenz: Zwei Prozentpunkte – 53 Prozent für die Frauen, 51 Prozent für die Männner – was auch immer die Zahl genau sagen will. Vielleicht kommentiert Accenture das ja noch an dieser Stelle und erklärt es uns?

Die andere Nachricht, ist ebenso ein bisschen – wenngleich im Trend doch viel negativer. Sie ist nicht ganz frisch, sondern die Zahlen sind von 2008 – aber das ist beim Statistischen Bundesamt immer so. Interessanter wäre der Ist-Stand: Der Abstand zwischen den Gehältern von Frauen und Männern wird größer – statt kleiner. Verdienten 2007 die Männer noch 23 Prozent mehr als Frauen in Deutschland (2006: 22,7 Prozent), so sind es 2008 schon 23,2 Prozent mehr. Tendenz steigend? Prima Nachricht so zum Weltfrauentag. Da hiflt weder der als Trost gemeinte Satz derAgentur AFP, dass bei niedrigeren Einkommen auch weniger weggesteuert wird. Noch hilft der Vergleich, dass innerhalb Europas die Niederlande, Tschechien und Österreich schlimmer sind als Deutschland. Europameister im Benachteiligen: Estland mit 30,3 Prozent. Im Klartext: Im Wesentlichen ist es unverändert trotz aller Gleichbehandlungsvorschriften.

Fazit: Die Damen müssen sich selbst am Wetlfrauentag bescheiden – mit Mini-,Mini-,Mini-Meldungen. Aussichten: trübe. Denn für Fortbildungen geben die Unternehmen in der Krise ohnehin ungern Geld aus. Und dass Frauen belastbarer sind,beweist ja schon seit Jahrzehnten oder – hunderten ihre Leidensfähigkeit oder anders ausgedrückt: ihre Nehmerqualitäten.

Eine Mini-Trost gibt`s dafür von dem Online-Textilversender Dress-for-less: „10% Rabatt extra zum Weltfrauentag auf alle Damenartikel und -Accessoires!“ vermeldet das Unternehmen. Selbst dieses Internetunternehmen scheint das Thema Weltfrauentag für sich entdeckt und auf ganz eigene Weise interpretiert zu haben. Ob das so gemeint war von den Erfindern des Weltfrauentags?

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Alle Kommentare [4]

  1. Den „Equal Pay Day“ feiere ich als Mann gerne mit. Einzige Vorraussetzung: Frauen übernehmen endlich Verantwortung und üben gleich gefährliche Jobs aus wie Männer. Stolze 93,8% aller Arbeitsunfälle mit Todesfolge gehen auf das Konto von Männern. Der „Killed-at-Work-Day“ war bereits am 23. Januar. Für den Rest des Jahres müssten sich alle Männer frei nehmen, um rechnerisch einmal den Frauen das gleiche Gefährdungspotenzial zu überlassen. Also meine Damen, nette Berufe wie Gerüstbauerinnen, Dachdeckerinnen und Sprengmeisterinnen warten auf weiblichen Nachwuchs. Dann klappt´s auch mit einer besseren Bezahlung

  2. Ich bin da etwas optimistischer, was die Beurteilung der ach so großen Gehaltsschere angeht, da die dafür verantwortlichen Faktoren dafür im Umbruch sind.

    a) Mehr Frauen als früher arbeiten, viele davon im Niedriglohnbereich. Das wird sich ändern (dazu Elisabeth Niejahr, ZEIT: http://bit.ly/cOKPCH http://bit.ly/9WZ2yM)

    b) viele Frauen arbeiten Teilzeit und lassen sich als Arbeitnehmerinnen 2. Klasse mit einem Gehalt 2. Klasse abspeisen – trotz Leistung erster Klasse. Auch das wird sich ändern.

    c) noch zu wenige Frauen sind in hochbezahlten Führungspositionen.
    siehe oben.

    Gebloggt habe ich dazu hier: http://bit.ly/cOKPCH

  3. Hallo Bruno,

    Sie gefallen mir, mit Ihrem Argumentationsansatz.

    Es sollte endlich mal eine sachliche und offende Diskussion über das Thema geführt werden.

    Fangen wir an:
    Frauen werden systemtatisch aus bestimmten Berufen ausgegrenzt und das hat einfach etwas mit Belastung zu tuen:
    Sind auf dem Bau (bis auf einige Ausnahmen) nicht so kräftig.

    Es gibt einfach Unterschiede in der körperlichen Instutiton.

    Die Gleichberechtigung wurde stupide damit gleichgesetzt, dass Frauen beispielsweise bei der Bundeswehr den gleichen Sporteinsatz wie Männer leisten sollen und „so geht es nicht“. Das kann garnicht funktionieren.

    Bei den Arbeitsunfällen sollte es nicht das Ziel sein, dass Frauen gleichberechtigt wie Männer ums Leben kommen, „haha“ jetzt haben wir ja die Gleichberechtigung, sondern dass die Anzahl der Arbeitsunfälle etc. minimiert wird.

    Und genau das hat etwas mit dem männlichen Führungsstil zu tuen.