IT-Sicherheit in Deutschland: 40 Prozent der IT-Entscheider leiden an Cybermüdigkeit

Das Management einer Vielzahl von IT-Security-Produkten in den deutschen Unternehmen frisst viel Zeit und ist kaum noch handhabbar.

Die Bedrohungslage der Unternehmen gegenüber Cyberangriffen ist seit Jahren anhaltend hoch. Das beweisen nicht zuletzt die regelmäßig wiederkehrenden Attacken mit bösartigen Verschlüsselungstrojanern.

Die Ransomware WannaCry sorgte etwa Mitte 2017 erstmals weltweit für Schockwellen in den Unternehmen. Dennoch sind viele Konzerne bis heute verwundbar: So sorgte erst Anfang August ein Malware-Angriff mit WannaCry beim taiwanischen Chip-Auftragsfertiger TSMC für einen Produktionsausfall und geschätzte Umsatzeinbußen in Höhe von 150 Millionen Dollar.

Das bedeutet: Unternehmen sind einem anhaltend hohem Handlungsdruck in Sachen IT-Sicherheit ausgesetzt – bei gleichzeitig steigendem Vernetzungsgrad in der Infrastruktur und einem Mangel an IT-Fachkräften.

Das wiederum zermürbt auch und gerade in Deutschland viele IT-Verantwortliche, wie eine aktuelle Studie des amerikanischen Netzwerkausrüsters Cisco ergab. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse der Studie heute exklusiv vorab.

Dennach fühlen sich immerhin 40 Prozent der befragten IT-Security Entscheider in Deutschland „erschöpft“ und „cybermüde“ fühlen. Dabei tragen viele selbst zu dieser Situation bei, weil sie auf unterschiedliche, nicht integrierte Tools setzen: 17 Prozent der deutschen Unternehmen haben mehr als einundzwanzig Sicherheitsprodukte verschiedener Hersteller im Einsatz. Das Management dieser Vielzahl an Produkten frisst viel Zeit in IT-Abteilungen und ist kaum noch handhabbar.

So verstärken unkoordinierte Maßnahmen das Phänomen der Cybermüdigkeit. Zu den ohnehin bestehenden Gefahren kommt noch der Aufwand, die eigenen Abwehrmaßnahmen zu koordinieren zu müssen.

Das erhöht die Anfälligkeit für Cyberangriffe zusätzlich: Rund 70 Prozent der Unternehmen hatten im vergangenen Jahr einen Ausfall von mehr als fünf Stunden, ausgelöst durch Sicherheitsvorfälle. Der verursachte Schaden überschritt dabei bei 62 Prozent der Fälle jeweils die Marke von 400.000 Euro.

Wie es besser geht, beweisen jene Unternehmen, die beim Schutz ihrer IT-Systeme auf wenige, aber dafür integrierte Lösungen setzen. Die meisten dieser Vorreiter – 85 Prozent – setzen dabei auf Automatisierung, um ihre Cybersecurity aktuell zu halten. Maschinelles Lernen nutzen bereits 75 Prozent und künstliche Intelligenz kommt schon bei 71 Prozent zum Einsatz.

Weitere Zahlen & Fakten zur Lage der IT-Security in deutschen Unternehmen in der folgenden Infografik:

Quelle: Cisco

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