Von der HP-Gründung bis zum iPad-Start: Die chronologische Zeitleiste des Computers

Die Geschichte des Computing – von der ersten Rechnergeneration in den 40er Jahren bis zu den mobilen Computern Anfang dieses Jahrtausends.

Seit bald 40 Jahren verfolge ich die Geschichte des Computing immerhin auch schon, als ich um das Jahr 1981 herum – als Teenager gerade dem Kindesalter entkommen – bei einem Bekannten auf einem Sinclair ZX81 meine ersten Programmierversuche in Basic unternahm.

Ein Jahr später daddelte ich dann mit Freunden Space Invaders, Pacman, Decathlon & Co. auf dem auch Brotkasten genannten Commodore 64, einem der ersten Megaseller der IT-Branche überhaupt. Parallel dazu legte IBM mit seinem ersten PC den Grundstein für die Ära des Personal Computing.

Tatsächlich beginnt das Zeitalter der Computer aber bereits deutlich früher, nämlich mit der Gründung von Hewlett-Packard (HP) in der berühmt-berüchtigten Garage in Kalifornien im Jahr 1939. Der Tonfrequenzgenerator HP 200A ist das erste Produkt von  Bill Hewlett und Dave Packard – und der erste Kunde Walt Disney, der damit Soundeffekte in seinem Zeichentrickfilm Fantasia erzeugt.

In den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickeln Wissenschaftler dann die erste Generation von Computern – diese sind noch halb-mechanisch und verwenden elektromagnetische Relais für die Schaltungen. Als allererster frei programmierbarer Computer gilt heute der Z3, gebaut im Jahr 1941 von Korad Zuse in Berlin.

In der zweiten Generation ein Jahrzehnt später werden die Computer elektrisch, indem erst Röhren und später Transistoren die Relais ersetzen. Dadurch lassen sich deutlich schnellere und zugleich kleinere Rechner bauen. Als erster kommerziell gebauter Computer gilt der ERA 1101, der im Jahr 1950 von Engineering Research Associates (ERA) entworfen und durch Remington Rand gebaut wurde.

1952 bringt dann der IT-Pionier IBM mit dem 701 seinen allerersten rein elektronischen Computer auf den Markt, der zugleich den ersten Rechner markiert, der in einer nennenswerten Serie gefertigt wird. Insgesamt lieferte IBM 19 Systeme aus. Auf der IBM-Aktionärsversammlung im Jahr 1953 hatte IBM-Gründer und -Vorstandschef Thomas J. Watson dagegen nur Aufträge für fünf IBM 701 erwartet – vermutlich der Ursprung des später Watson zugeschriebenen, aber nicht belegten Ausspruchs, er sehe nur einen „weltweiten Bedarf von vielleicht fünf Computern“.

In der nächsten Dekade folgt mit den Mikroprozessoren der nächste Verkleinerungsschritt. Digital Equipment Corporation – kurz DEC – baut 1960 mit dem PDP-1 den ersten Minicomputer. Der ist zwar immer noch groß wie zwei Kühlschränke, aber im Vergleich zur Konkurrenz deutlich einfacher zu bedienen.

Im Jahr 1964 bringt Rivale IBM dann den Computer System/360 auf den Markt – und legt damit den Grundstein für die Ära der Großrechner: Insgesamt hat IBM rund 5,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung dieser neuartigen Computerarchitektur gesteckt, was nach heutigen Maßstäben 30 Milliarden Dollar entspricht – das teuerste Computersystem aller Zeiten.

Die vierte Generation sind die sogenannten Microcomputer in den 70er Jahren, gefolgt von den Personal Computern in den 80ern und 90ern. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends werden die Computer dann mobil – bis zum ersten Tablet-Rechner iPad, den der damalige Apple-Chef Steve Jobs im Januar 2010 vorstellte.

Viele weitere Infos zu Geschichte des Computers in der folgenden chronologischen Zeitleiste – zum Vergrößern zwei mal anklicken:

Quelle: Techking/Bitrebels

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Alle Kommentare [6]

  1. Lieber Herr Kroker,
    vielen Dank für die historische Darstellung des Computings. Natürlich freue ich mich als alter HP’ler über die Nennung der HP Gründung und die Erwähnung des 2115 General Purpose Computers.
    Ich hatte das Vergnügen, mit einem HP Team 1969 den ersten programmierbaren Tischrechner HP 9100A in die Fertigung nach Böblingen zu transferieren, ein Rechner mit einem vielschichtigen
    read-only memory und Vorläufer des HP35. Der fehlt m.E. noch in Ihrer Auflistung… ebenso wie innovative Produkte von Olivetti u.a. in der Klasse.
    Mit besten Grüßen und Dank für Ihr Engagement,
    Ihr J Menno Harms

  2. Hallo Herr Harms,

    danke für Ihren Kommentar. Da haben Sie mir natürlich einiges an Erfahrung voraus… war bestimmt eine extrem aufregende Zeit.

    Bleiben Sie mir weiterhin ein gewogener Leser!

    Beste Grüße
    Ihr Michael Kroker

  3. Wow. Beachtliche Liste, und umso beachtlicher, weil es noch viele wichtige Geräte mehr gab! Etwas schade empfinde ich es, dass diese eindrucksvolle Zeitleiste in der Garage startet – habe sie als GiveAway-Knautschie im Büro 🙂 – ich beginne einen derartigen Zeitstrahl immer mit 1832 Charles Babbage / Ada Lovelace…
    Herzliche Grüße,
    DoSchu

  4. Was ich schade finde ist, dass man nicht erfährt welches denn das erste mobile Gerät war. Da fehlt mir zumindest die Nennung eines PDAs oder eines der alten Windows Geräte, welche noch deutlich vor dem IPhone da waren.
    Und warum endet die Liste 2010 mit dem iPad?
    Ist in den letzten 8 Jahren nichts relevantes mehr passiert?
    Ich denke schon. Mitllerweile gibt es Computer die so gross sind wie ein Reiskorn.
    Für einen Artikel aus 2018 in der Wirtschaftswoche hätte ich da mehr erwartet.
    Aber das erklärt wahrscheinlich, warum selbst Frau Merkel immer noch vom Neuland Internet redet. Das dauert bei uns alles einfach viel zu lang bis neue Technologien gesehen und eingesetzt werden…

  5. Hallo Stefan K.,

    die Kritik ist nicht ganz unberechtigt – Geräte wie Newton, Palm oder Compaq iPaq fehlen. Allerdings fand ich den Überblick über die vielen Altgeräte dennoch so sehenswert, dass ich mich für eine Veröffentlichung der Grafik entschieden habe.

    Beste Grüße
    Michael Kroker