Datenschutz-Grundverordnung: Zwei von fünf Deutschen wollen neue Rechte schnell nutzen

Deutsche Verbraucher wollen persönliche Datenanfragen vor allem an Social-Media-Dienste, Finanzdienstleister und den Handel richten.

Ende Mai, genauer: am 25.5.2018, tritt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU europaweit in Kraft. Viele Unternehmen müssen damit rechnen, von Anfragen deutscher Verbraucher zu gespeicherten personenbezogenen Daten überhäuft zu werden.

Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die der amerikanische Spezialisten für Daten-Lösungen Veritas Technologies kürzlich veröffentlicht hat. Demnach wollen zwei von fünf Deutschen innerhalb der ersten sechs Monate nach Inkrafttreten der Novelle von ihren neuen Datenschutzrechten Gebrauch machen (38 Prozent).

Wegen der Datenschutzverordnung können Verbraucher in der EU ihre persönlichen Daten stärker als bisher kontrollieren. So dürfen sie von Firmen bereits heute Auskunft darüber verlangen, welche Daten diese von ihnen gespeichert haben. Dazu gehören Geschlecht, Alter, Adresse, Konfession, Ausweis- oder Führerscheindaten.

Vom 25. Mai an erhalten EU-Bürger weitere Rechte und können Firmen unter anderem dazu auffordern, ihre personenbezogenen Daten zu löschen („right to be forgotten“). Unternehmen in Deutschland müssen solche Anfragen innerhalb eines Monats beantworten.

So wollen zwei Drittel der Befragten Auskunft von Unternehmen darüber verlangen, welche persönlichen Daten diese von ihnen gespeichert haben (68 Prozent). Fast drei Viertel der Befragten wollen zudem ihr Recht auf Vergessenwerden unter der neuen Rechtslage ausüben (72 Prozent).

Die Studienergebnisse zeigen, dass die Bürger hierzulande ihre Anfragen auf folgende Branchen konzentrieren werden:

  • Social-Media-Dienste (57 Prozent)
  • Banken und Versicherungen (47 Prozent)
  • Handel (29 Prozent)
  • Online-Dating-Plattformen (26 Prozent)
  • Streaming-Dienste (23 Prozent)
  • Gesundheitswesen (23 Prozent)

Fast jeder zweite Befragten fühlt sich zudem unwohl, wenn seine Daten auf Systemen liegen, über die er keine Kontrolle hat (46 Prozent). Mehr als ein Drittel der Befragten wollen überdies ihre Datenschutzrechte ausüben, da sie den Firmen nicht zutrauen, ihre Daten effektiv zu schützen (39 Prozent).

Weitere Ergebnisse der Studie, für die das Marktforschungsunternehmen 3GEM im Auftrag von Veritas mehr als 3000 Personen befragt hat, darunter 1000 Deutsche, in der folgenden Infografik:

Quelle: Veritas

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