Cryptojacking-Boom: Heimliches Münzschürfen von Kryptowährungen legt 8500 Prozent zu

Die Profitabilität von Ransomware hat zu einer Überhitzung des Marktes geführt – daher sanken 2017 die durchschnittlichen Lösegeldforderungen.

Cyberkriminelle haben im vergangenen Jahr Cryptojacking für sich entdeckt und sich damit eine neue, hochlukrative Einnahmequelle neben dem zunehmend überteuerten und überlaufenen Ransomware-Markt erschlossen.

Das ist der zentrale Befund des jährlichen Internet Security Threat Report (ISTR), dessen 23. Auflage der amerikanische IT-Sicherheitsanbieter Symantec kürzlich veröffentlicht hat.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr ist der Wert von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum extrem angestiegen. Dies hat einen wahren Cryptojacking-Goldrausch ausgelöst, bei dem Cyberkriminelle versuchen, aus diesem volatilen Markt Kapital zu schlagen.

Laut ISTR schnellten die Nachweise für Münzschürfer auf Endnutzer-Computern im Jahr 2017 um 8.500 Prozent in die Höhe. Deutschland liegt dabei europaweit an vorderster Stelle und rangiert im globalen Vergleich mit einem Anteil von 6,4 Prozent auf dem dritten Platz. Demnach kann unter 20 weltweit entdeckten Münzschürfern mehr als einer in Deutschland lokalisiert werden.

Beim Cryptojacking stehlen Cyberkriminelle Rechenleistung bzw. Cloud-CPU-Auslastung von Endverbrauchern und Unternehmen, um Kryptowährungen zu schürfen. Die Eintrittsbarriere ist dabei äußerst niedrig – häufig braucht es nur ein paar Zeilen Code, um operieren zu können.

Die heimlichen Aktivitäten der Münzschürfer können Geräte merklich verlangsamen, Batterien überhitzen und Geräte in Einzelfällen sogar ganz unbrauchbar machen. Unternehmen laufen Gefahr, dass Münzschürfer ihre Firmennetzwerke stilllegen und durch eine hohe Auslastung ihrer Cloud-Ressourcen Zusatzkosten verursachen.

Dagegen hat die hohe Profitabilität von Ransomware im Jahr 2016 zu einer Überhitzung des Marktes geführt: Folglich kam es 2017 zu einer Marktkorrektur – und die durchschnittlichen Lösegeldforderungen sanken auf 522 US-Dollar. Bemerkenswert ist aber, dass – obwohl die Anzahl der Ransomware-Familien insgesamt gesunken ist – die Anzahl der eingesetzten Ransomware-Varianten um 46 Prozent gestiegen ist. Die kriminellen Gruppen also weniger innovativ, aber weiterhin sehr aktiv.

Weitere Zahlen & Fakten aus der diesjährigen ISTR-Studie in der folgenden Infografik:

Quelle: Symantec

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