40 Prozent der Mitarbeiter in deutschen Firmen mit zu geringen Kenntnissen für Big Data

Deutsche Unternehmen haben das Potenzial, das in ihren Daten verborgen ist, erkannt. Doch vielen fehlt es an geschultem Personal für die Datenanalyse.

Erst am Montag habe ich hier im Blog darüber berichtet, dass 70 Prozent aller Unternehmen, die sich bereits in Sachen Internet of Things (IoT) engagieren, die bei IoT in besonderem Maße anfallenden Daten noch gar nicht nutzen. Dabei kann das Internet der Dinge gerade mittels Data Analytics und Big Data völlig neue, datenbezogene Geschäftsmodelle ermöglichen.

Ein Grund für diesen nachlässigen Umgang mit Daten hat nun eine Studie von IDG Research im Auftrag des Anbieters von Analysesoftware Tableau herausgefunden: Zwar haben deutsche Unternehmen das Geschäftspotenzial, das in ihren Daten verborgen ist, mehrheitlich erkannt. Doch noch fehlt es vielfach an gut geschultem Personal, um die anfallenden Datenmengen zu bewältigen.

So hält mehr als die Hälfte der 162 befragten Entscheider die Fähigkeit ihres Unternehmens, Daten zu analysieren, für sehr wichtig, 16 Prozent sogar für geschäftsentscheidend. Mehr noch: Ein gutes Drittel der Befragten geht davon aus, dass diese Fähigkeit spätestens in fünf Jahren geschäftsentscheidend sein wird (37 Prozent).

Dennoch können Unternehmen das volle Potenzial ihrer Daten bisher nicht ausschöpfen. Die meisten Fachbereiche werten ihre Daten nach wie vor nicht selbst aus, wie die Umfrage zeigt: In gerade einmal jedem siebten Unternehmen ziehen alle Mitarbeiter die für sie relevanten Informationen selbst aus der Datenmenge, um sie zu untersuchen und in Erkenntnisse mit geschäftlichem Nutzwert zu verwandeln (14 Prozent).

Der relativ geringe Teil der aktiv an der Datenanalyse beteiligten Mitarbeiter lässt sich unter anderem mit der mangelnden Qualifikation im Unternehmen begründen: So gaben rund 38 Prozent der befragten Entscheider an, dass kaum oder nur sehr wenige ihrer Mitarbeiter über die nötigen Fähigkeiten verfügen, um Daten zu analysieren.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Technisches und Analytics-Knowhow ist auf Platz 2 der Top-5-Kompetenzen, die Arbeitgebern bei der Einstellung neuer Mitarbeiter am wichtigsten sind.
  • Fast ein Viertel der Befragten räumt ein, dass es in ihrem Unternehmen keinerlei Schulungen im Bereich Data Analytics gibt.
  • Datenschutz-Bedenken und fehlendes geschultes Personal sind die Top-Herausforderungen für Unternehmen, die eine datengetriebene Kultur anstreben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Tableau-Studie in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Tableau

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  1. Doch noch fehlt es vielfach an gut geschultem Personal, um die anfallenden Datenmengen zu bewältigen. Die meisten Fachbereiche werten ihre Daten nach wie vor nicht selbst aus, wie die Umfrage zeigt: In gerade einmal jedem siebten Unternehmen ziehen alle Mitarbeiter die für sie relevanten Informationen selbst aus der Datenmenge, um sie zu untersuchen und in Erkenntnisse mit geschäftlichem Nutzwert zu verwandeln.

    Warum ist das so?

    Weil viele Mitarbeiter mit dem Tagesgeschäft und allerlei unnötigen Aufgaben beschäftigt werden / sind bzw. sein wollen wie dem Aufbau einer BigData / Hadoop / Analytics Infrastruktur im Sinne von BYO (Build your own) statt hier auf vorgefertigte Systeme zurückzugreifen um sich hier den Freiraum zu schaffen für die Schulung und Ausbildung zur Nutzung dieser Daten.