Weit mehr als nur Amazon: Das gigantische Imperium von Jeff Bezos

Die verschiedenen Investment-Vehikel des Amazon-Gründers und Vorstandschef – und ihre wichtigsten Übernahmen und Beteiligungen im Überblick.

Als Amazon Ende der vorvergangenen Woche die Übernahme der Bio-Supermarktkette Whole Foods ankündigte, sendete dies regelrechte Schockwellen durch die gesamte Handelsbranche. Und zwar nicht nur, weil der Deal im Wert von fast 14 Milliarden Dollar die mit Abstand größte Akquisition in der Geschichte von Amazon ist.

Zudem beweist Amazon-Chef Jeff Bezos damit einmal mehr seine strategische Weitsicht: Denn mit Whole Foods setzt der umtriebige Bezos ein weiteren Schritt raus aus der rein digitalen Internet-Welt hin ins reale Shopping-Leben der Konsumenten – genau das also, was er für den weiteren Ausbau seiner bereits gestarteten Food-Initiativen wie etwa den Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh benötigt.

Wenig verwunderlich also, dass die Börsianer anlässlich des jüngsten Amazon-Deals in Partylaune gerieten: Kurz nach der Ankündigung erreichten die Amazon-Aktien ein neues Allzeithoch. Dies wiederum katapultierte Bezos, der immer noch fast 79 Millionen Anteilsscheine hält, bis auf schlappe vier Milliarden Dollar an den reichsten Milliardär Bill Gates heran.

Wie groß das Bezos-Imperium inzwischen ist, beweist ein Blick auf seine unterschiedlichen Ventures und deren Investitionsverhalten. Amazon investiert dabei vor allem in Beteiligungen nahe am Kerngeschäft; respektive in aussichtsreichen künftigen Märkten – etwa im Jahr 2009 der Kauf des US-Onlinehändler Zappos.com, der übrigens das Vorbild bei Rocket für die Gründung von Zalando war.

Dem steht auf der anderen Seite die Beteiligungsgesellschaft Bezos Expeditions gegenüber, die das Risikokapitalengagement von Bezos bündelt. Über die Jahre hat sein Investment-Vehikel viel Geld in dutzende Startups investiert, darunter den Kurznachrichtendiest Twitter, den Hersteller von Cloud-basierten Personalplanungs-Lösungen Workday sowie den Anbieter von mobiler Sicherheitssoftware Lookout.

Und last but not least gehört Bezos bekanntermaßen die Washington Post, die er Mitte 2013 für 250 Millionen Dollar gekauft hat. Dieses Investment hat Bezos in dem privaten Unternehmen Nash Holdings LLC gebündelt.

Viele weitere Zahlen & Fakten zum Bezos-Imperium in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

The Jeff Bezos Empire in One Giant Chart

Quelle: Visualcapitalist.com

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Alle Kommentare [1]

  1. Ist schon erstaunlich wie weit man kommen kann wenn man den Menschen ( Kunden ) sämtliche möglichen Arten der Beschwerde abnimmt und somit das Konsumieren einfach macht. Dabei ist es noch nicht mal notwendig immer der „billigste“ zu sein. Die Handelswelt fürchtet sich zu Recht vor J.B. Seine Philosophie greift schlicht in allen Branchen, will heißen „der Kunde ist König“ und damit „Service über alles“ und „gelöste Probleme sind die beste Werbung“.
    Leider ist es für die Konkurrenz zu spät sich darauf einzustellen, zumindest für die üblichen Verdächtigen wie Media Markt, Saturn etc. Deren ehemaliger Wahlspruch „Umtausch ohne wenn und aber“ hat sich überholt. Einfach bzw. unkompliziert ist heute Amazon. Einzig Alibaba könnte sich sich als Konkurrent etablieren wenn die Services in die richtige Richtung gehen.
    Ob es einem Angst macht oder nicht, die grundsätzliche Einstellung des J.B. ist aller Ehren wert und schlicht geil.

    Ein alter Einkäufer und Bewunderer