Digitalisierung der Musikindustrie: Markiert 2016 die Kehrtwende nach Jahren des Niedergangs?

Im US-Markt sind die Musikumsätze, getrieben durch Abos und Streaming, regelrecht nach oben gesprungen – Zeichen eines erfolgreichen Turn-arounds.

Zweiter Teil meiner Auswertung der 2017er Ausgabe von „Internet Trends“, der legendären Studie von Mary Meeker, Partnerin des renommierten Risikokapitalunternehmens Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB). Der erste Teil in der vergangenen Woche drehte sich um den Werbe-Markt Online vs TV.

Ich habe mich hier ja schon desöfteren mit der Digitalisierung in der Musikindustrie beschäftigt, da jene Branche noch vor den traditionellen Medien als erste von den Umwälzungen der Transformation betroffen war – und demzufolge ein Stück weit eine Blaupause ist für das, was andere Industrien möglicherweise noch erwartet.

Wie ich bereits Ende Mai hier dargelegt habe, war das Digitalgeschäft in der weltweiten Musikindustrie im vergangenen Jahr erstmals für mehr als die Hälfte der Umsätze verantwortlich. Mehr noch: Die Musikindustrie verzeichnet das größte Wachstum seit 1997.

Bleibt die Frage, ob die jahrelang von Umsatzrückgängen gebeutelte Branche die Talsohle tatsächlich durchschritten hat – und 2016 damit die Kehrtwende der seit vielen Jahren kriselnden Industrie markiert.

Blickt man auf die von Meeker präsentierten Zahlen, lautet die Antwort zumindest für die USA relativ klar ja: Demnach sprangen dort die Umsätze um satte elf Prozent nach oben – und das nach 16 Jahren mit einem durchschnittlichen Minus von vier Prozent per annum:

Quelle: KPCB

Damit nicht genug: Das Wachstum ist fast ausschließlich getrieben von digitalen Abos und Streaming, die dort auf nunmehr 52 Prozent des Umsatz kommen. Noch vor 13 Jahren lag jener Anteil bei Null.

Die Entwicklung im US-Markt ist in fast allen digitalen Branchen dem Rest der Welt um einige Monate bis hin zu Jahren voraus. Vor diesem Hintergrund kann man in der Musikindustrie mit Fug und Recht von einem erfolgreichen Turn-around sprechen.

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