Musikindustrie: Digitalgeschäft erstmals für mehr als die Hälfte der Umsätze verantwortlich

Die Musikindustrie verzeichnet das größte Wachstum seit 1997. Die jahrelang von Umsatzrückgängen gebeutelte Branche hat die Talsohle durchschritten.

Die digitale Transformation in der Musikindustrie habe ich in den vergangenen Monaten mehrfach hier im Blog ausführlich beleuchtet. Grund: Die Branche der trällernden Stars & Sternchen ist die erste, die komplett von der digitalen Transformation umgewälzt wurde – und bei der langsam, aber sicher Licht am Ende des Tunnels sichtbar ist.

Wie der Branchenverband International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) Ende April bekannt gab, stiegen die weltweiten Umsätze der Musikindustrie im vergangenen Jahr um knapp sechs Prozent auf 15,7 Milliarden US-Dollar.

Quelle: IFPI/Statista

Dies ist das größte Wachstum seit dem Beginn der Marktbeobachtung durch den Verband im Jahr 1997 – also ungefähr auf dem Allzeit-Hoch der Industrie, siehe meine Langfrist-Analyse. Offenbar hat die die lange Jahre von Umsatzrückgängen gebeutelte Branche tatsächlich die Talsohle durchschritten.

Getrieben wird das Wachstum nämlich vor allem vom Zukunftsgeschäft: So kompensierten Musik-Streaming-Dienste mit einem Plus von 60 Prozent den Rückgang bei Downloads (-20,5 Prozent) und das Schrumpfen beim Verkauf physikalischer Tonträger (-8 Prozent) deutlich (siehe Studien-PDF Übersicht Seite 6).

Damit ist das Digitalgeschäft der Musikbranche erstmals für mehr als die Hälfte der gesamten Umsätze verantwortlich – ein wichtiger Fingerzeig für viele andere Industrien.

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