Disruption in der Musikbranche: Die Streaming-Revolution

Vor allem dank des Booms von Spotify, Apple Music & Co. ist die Musikindustrie in den USA im Jahr 2015 erstmals seit fast zwei Dekaden wieder gewachsen.

Der US-Markt ist in vielen Industrien ein wichtiger Vorreiter, an dem sich Entwicklungen ablesen lassen, die kurz oder lang auch in die alte Welt hinüberschwappen. Das gilt für die IT-Branche – aber auch und gerade die Musikindustrie.

Kein Wunder, schließlich war das Geschäft mit trällernden Stars und Sternchen als eine der ersten Branchen überhaupt im großen Stil von der digitalen Transformation getroffen, wie ich an dieser Stelle schon Anfang des Jahres unter der Überschrift „totale Disruption“ näher dargelegt habe.

Quelle: Bloomberg

So sank der Umsatz in der amerikanischen Muskindustrie zwischen dem Allzeithoch ungefähr zur Jahrtausendwende von fast 21 Milliarden Dollar bis 2010 auf nur noch knapp sieben Milliarden Dollar – also eine Drittelung innerhalb einer Dekade vor allem getrieben von den stark rückläufigen Verkäufen physikalischer Tonträger – vulgo: CDs.

Umgekehrt hat seitdem aber ein bemerkenswerter Boom eingesetzt: Die Rede ist vom Streaming-Boom. Befeuert durch populäre Dienste wie etwa Spotify, Apple Music oder Pandora ist die US-Musikindustrie im Jahr 2015 erstmals seit fast zwei Dekaden wieder leicht gewachsen, wie der Branchenverband IFPI vermeldet hat.

Quelle: Statista

Dazu passt, dass Apple Music inzwischen die Marke von 20 Millionen zahlenden Nutzern geknackt hat, wie Manager Eddy Cue in der vergangenen Woche preisgegeben hat. Zum Vergleich: Marktführer Spotify ist mit 40 Millionen Abonnenten glatt doppelt so groß.

All dies beweist zudem: Auch wenn alte Geschäftsmodelle wegbrechen – die Digitalisierung bietet Platz für neue Modelle und neue Anbieter, die an die Stelle der alten Unternehmen rücken.

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