Digitalisierung: 43 Prozent der Firmen fürchten Ende ihres Geschäftsmodells in 3 bis 5 Jahren

Zwei Drittel der Unternehmen sind wegen des Rückstands in der Digitalisierung nicht mehr in der Lage, wichtige Kundenanforderungen zu erfüllen.

Die vierte industrielle Revolution – Neudeutsch auch Industrie 4.0 oder Digitalisierung genannt – ist in aller Munde. Wie sehr, hat eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie des amerikanischen IT-Konzerns Dell Technologies noch einmal unterstrichen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung: Vier von zehn Business-Entscheider in Deutschland wissen nicht, wie ihre Branche auf Sicht von gerade einmal drei Jahren aussehen wird (42 Prozent).

Hauptgrund dafür sind Technologie-Startups: Eine satte Mehrheit von drei Viertel aller deutschen Manager sehen Startups als Bedrohung für das eigene Geschäft – und zwar massiv: Mehr als vier von zehn Befragten sorgen sich, dass ihre heutigen Geschäftsmodelle im Wettbewerb in drei bis spätestens fünf Jahren obsolet sein könnten (43 Prozent).

Viele Unternehmen spüren diesen Druck bereits heute: 41 Prozent der Befragten berichten von massiven Marktveränderungen in den vergangenen drei Jahren als Folge der fortschreitenden Digitalisierung und neuer Anwendungen im Internet der Dinge.

Damit nicht genug: Zwei Drittel der hiesigen Unternehmen sehen sich selbst inzwischen nicht mehr in der Lage, wichtige Kundenanforderungen zu erfüllen, nur noch 33 Prozent der deutschen Unternehmen glauben, sie schafften dies.

Trotzdem begegnen die meisten Unternehmen dieser digitalen Herausforderung bisher nur mit einem bruchstückhaften Ansatz. Mehr als sechs von zehn Befragten geben zu, dass die digitale Transformation in ihrem Unternehmen eigentlich schon weiter fortgeschritten sein sollte (62 Prozent). Und nur fünf Prozent gehört zur Digital-Leader-Gruppe.

Immerhin sind die deutschen Unternehmen willens, ihr Transformationstempo zu steigern: Knapp zwei Drittel stimmen zu, dass sie eine zentralisierte Technologiestrategie im Unternehmen mit höherer Priorität vorantreiben müssen (64 Prozent). Gut sechs von zehn Befragten planen Infrastrukturinvestitionen und den verstärkten Aufbau digitaler Skills (61 Prozent). Zudem wollen 71 Prozent der Unternehmen ihre Software-Entwicklungsfähigkeiten ausweiten.

Weitere Zahlen & Fakten zur digitalen Transformation in Deutschland in der folgenden Übersicht – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Dell

Verwandte Artikel:

Fast alle deutschen Firmen beschäftigen sich mit Digitalisierung

Digitalisierung: 40 Prozent der Fortune-500-Firmen verschwinden in nächster Dekade

Prioritäten bei der digitalen Transformation: Kundendienst vor Prozessen und Agilität

Megathema Digitalisierung?! 9 von 10 Menschen kennen Internet of Things nicht

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*



Alle Kommentare [3]

  1. Ich kann Ihnen nur beipflichten. Auch ich merke im Mittelstand noch einiges zögern. Die größten Bremsklötze sind fehlendes Know-how und die Angst um den Arbeitsplatz, falls „die Digitalisierung“ krass schief gehen sollte. Etliche beschäftigen sich deshalb immer noch mit der Frage, wie man sich am besten diesem sehr komplexen Thema nähern soll. Einige (allerdings wenige) glauben, dass dieser Trend wie so viele, wieder verschwinden wird.

    Ich glaube allerdings, dass in diesem Fall aussitzen keine gute Strategie sein wird. Das habe ich auch in meinem Dynamics NAV Fachblog so wiedergegeben und versucht, die wichtigsten 5 Fragen rund um die Digitalisierung im Mittelstand zu beantworten: http://www.navision-partnerwechsel.jetzt/digitalisierung-mit-nav/wichtige-fragen-digitalisierung-im-mittelstand-dynamics-nav/

  2. Innovation bedeutet ja auch immer Veränderung und da scheinen sich viele schwer zu tun. An sich muss man im ständigen Wandel sein, da man sonst irgendwann hinterher rennt…