Digitale Transformation: 100-Milliarden-Dollar-Markt bis 2020 mit „Winner-takes-it-all“-Effekt

In den USA sind durch die Digitalisierung seit dem Jahr 2000 die Hälfte der Fortune-500-Firmen verschwunden. Der Trend kommt jetzt nach Deutschland.

Es ist eines der Top-Themen auf der diesjährigen IT-Messe CeBIT: Die Rede ist von der digitalen Transformation, die inzwischen alle Lebensbereiche erfasst – und die auch in Deutschland angekommen ist: Immerhin hat CeBIT-Ausrichter Deutsche Messe AG mit „d!conomy“, einer Kunstschöpfung aus „digital“ und „economy“, dem Thema gleich auch einen prägnanten Begriff verpasst.

Die Erwartungen an die digitale Ära, in welche die Volkswirtschaften rund um den Globus jetzt marschieren, sind denn auch enorm: Nicht nur, dass der Veränderungsdruck viele etablierte Player und deren Geschäftsmodelle zerstört – man denke etwa an das Taxi-Gewerbe und den App-Herausforderer Uber: Zugleich schafft die Digitalisierung die Grundlage für einen gigantischen neuen Markt.

Wie sehr die digitale Transformation die Wirtschaft bereits quantitativ umkrempelt, hat Ray Wang näher beleuchtet. Wang ist Gründer und Chef des amerikanischen IT-Analyseunternehmens Constellation Research mit Sitz im Silicon Valley und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem industriellen Wandel bedingt durch Digitalisierung.

Quelle: Ray Wang

Nach Schätzung von IT-Analyst Wang soll der Gesamtmarkt für ITK-Produkte rund um die digitale Transformation bis zum Jahr 2020 auf ein Umsatzvolumen von mehr als 100 Milliarden Dollar anschwellen.

Allzu viel Zeit lassen sollten sich die Unternehmen – egal welcher Branche – dennoch nicht bei der Anpassung an das Zeitalter der Digitalisierung. Grund: Mehr noch als in früheren Zeiten sorgt die digitale Transformation einen deutlichen „Winner-takes-it-all“-Effekt – laut Wang erkennbar beim Marktanteil wie auch beim Gewinn-Anteil im jeweiligen Geschäft:

Quelle: Ray Wang

Anders ausgedrückt: Die Digitalisierung sorgt dafür, dass die Quasi-Monopolisierungs-Tendenz in Märkten wie etwa bei Google und der Internet-Suche oder Facebook im Segment der sozialen Netzwerke künftig auch verstärkt auf andere Industrien übergreift.

Laut Wang ist das digitale Zeitalter, angetrieben durch die Revolution bei Hardware, Software und das Internet, schon lange im vollen Gange – zumindest in den USA. Dort sind seit dem Jahr 2000 mehr als die Hälfte der umsatzstärkesten Fortune-500-Firmen übernommen worden, in die Insolvenz gerutscht oder aus der Liste gefallen.

Quelle: Ray Wang

Es wäre spannend zu vergleichen, wie die entsprechende Liste in Deutschland aussähe. Klar ist aber: Das Zeitfenster ist auch für deutsche Unternehmen nicht sehr groß, um sich auf die digitale Transformation einzulassen – vermutlich sind es nur wenige Jahre.

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