Die Revolution frisst ihre Kinder: Wie Apple den vom iPad selbst kreierten Tablet-Markt verliert

Aktuell prangt nicht mal mehr auf jedem dritten Tablet das Apfel-Logo. Vor allem kleinere Hersteller konnten mit kostengünstigen Geräten Marktanteile gewinnen.

Wirklich neu ist der Befund ja nicht, dass Apple in den letzten Jahren zunehmend Marktanteile im Tablet-Markt vor allem an die Android-Konkurrenz, allen voran Samsung, abgegeben hat.

Aktuelle Zahlen des britischen Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics belegen nun aber deutlich: Apple ist drauf und dran, den vom iPad Anfang 2010 selbst kreierten Markt komplett zu verlieren:

Quelle: Business Insider

So prangt aktuell nicht mal mehr auf jedem dritten Tablet das Apfel-Logo. Bis Mitte 2012 lag der Apple-Marktanteil dagegen noch bei fast 70 Prozent. Seitdem ging es für die Jungs aus Cupertino jedoch kontinuierlich abwärts.

Weiterhin auffällig: Neben einigen namhaften Widersachern wie Samsung, Asus, Lenovo und sogar – auf bescheidenem Niveau – Microsoft gewinnen aktuell vor allem die Sonstigen Marktanteile. Grund: Auch viele kleinere Hersteller punkten inzwischen mit wettbewerbsfähigen Tablets – und das oftmals zu deutlich günstigeren Preisen als der Platzhirsch. Die Revolution im Geräte-Markt, sie frisst endgültig ihre Kinder.

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Alle Kommentare [5]

  1. Bei der Schlussfolgerung gehe ich nicht ganz mit.

    Ein relativ neuer Markt entsteht („relativ“ weil vor dem iPad gab’s zB auch noch die Palms), der Platzhirsch nimmt klar erst einmal die höchsten Marktanteile für sich in Anspruch.

    Doch dann wird der Gesamtmarkt größer, dh. selbst bei relativ kleineren Anteilen ist der Marktanteil für Apple (Premium-Strategie) immer noch beachtlich.

    Und wie man an der Grafik unschwer erkennen kann, sind die Shipments von Q3 auf Q4 2014 für Apple deutlich gestiegen, und die Gesamtauslieferung (gesamte blaue Fläche) ist fast mit am größten – sieht im Gesamten (gesamte blaue Fläche versus Rest) gemessen nach knapp 50% aus.

    Wo genau ist da also das „drauf und dran, den selbst kreierten Markt komplett zu verlieren“? 🙂

    Björn Schotte

  2. Ja, Benedict Evans (von dem das letzte Chart aus Ihrem Kommentar stammt) hat in seinem Blogbeitrag vom Frühjahr 2014 http://ben-evans.com/benedictevans/2014/4/25/ipad-growth folgendes als Resumee gezogen:

    „So, looking at tablets and smartphones as mobile devices in a new category that competes with PCs may be the wrong comparison – in fact, it may be better to think of tablets, laptops and desktops as one ‚big screen‘ segment, all of which compete with smartphones, and for which the opportunity is just smaller than that for smartphones. And so tablets will over time eat away at laptop and desktop sales just as laptops ate away at desktop sales, but the truly transformative new category is the smartphone. Maybe.“

    In other words: man weiß es nicht genau. Das letzte Drittel seines Blogpostings ist spannend zu lesen. Es gibt komplexe Abhängigkeiten zu den Use Cases von Apps, und momentan ist mehr Marktsog bei den Handy-Apps drauf, weil es dort passendere Use Cases gibt und die (deutlich wachsende) mobile Bevölkerung eben ständig ihr Smartphone dabei hat und nicht immer das Tablet zur Hand.

  3. Noch ein Nachtrag: allein deswegen erscheint die Kooperation mit IBM in Hinblick auf den Enterprise-Bereich für das iPad nur als logisch.

    Wir merken das in unseren Projekten: auch und gerade im E-Commerce Umfeld sind die Zugriffszahlen der Nutzer von iPads so massiv, dass hier von unseren Kundenein großer Wunsch nach Apps da ist. Responsiveness ist da eher schon Pflicht, eigene Apps mit eigenen Use Cases sind da in starker Nachfrage.

  4. Benz, hatte auch mal das Auto erfunden, sind doch immer noch gut im Geschäft. Klar steigt da die Konkurrenz irgendwann mit ein. 30% Marktanteil mit Premiumprodukten, das muss mal einer nachmachen. Björn hat das sehr gut erklärt mit dem größeren Markt. Sinnloser Artikel, nicht zu Ende gedacht.