Facebook Messenger vs Foursquare: Warum klappte die eine Aufspaltung, die andere nicht?

Was die Nutzer wollen – oder: Der Unterschied zwischen dem Check-in-Dienst und dem sozialen Netzwerk bei der Funktions-Auslagerung in eine separate App.

Erst heute vor einer Woche habe ich in der „Sendung mit dem Internet“ bei Antenne Düsseldorf über die missglückte Selbstaufspaltung von Foursquare und Swarm gesprochen (hier im Podcast ab Minute 9:40).

Und auch im Blog war der Niedergang des einstigen Social-Media-Darlings ein regelmäßiges Thema, zuletzt als erstmals auch konkrete Nutzungszahlen den Einbruch belegten. Dabei gibt es innerhalb der sozialen Netzwerke auch das Gegenbeispiel – sprich die erfolgreiche Abspaltung einer Funktion in eine separate App.

Die Rede ist von Facebook und der Auslagerung des Nachrichtenverkehrs in den Facebook Messenger: Auch jener Zwangsschritt ab Anfang Juli war bei den Usern zunächst höchst umstritten – spätere Nutzungszahlen des FB Messengers zeigten aber schnell, dass Mark Zuckberg mit seinem Gespür für Nutzertrends mal wieder richtig lag. (Update 11.11.2014 10:00 Uhr: Am Abend hat Facebook verkündet, der Messenger erreiche 500 Millionen aktive Nutzer im Monat – knapp hinter WhatsApp.)

Quelle: Comscore

Ende vergangener Woche hat Zuckerberg bei der ersten Frage-und-Antwort-Runde live bei Facebook weitere wichtige Erkenntnisse zum Thema FB Messenger beigesteuert. „Uns ist bewusst, dass es ein großer Schritt ist, jeden dazu zu zwingen, eine neue App zu installieren – das sorgt für Reibung“, sagte Zuckerberg in einem längeren Statement.

Und weiter: „Mobile kann eine App nur eine Sache richtig gut: Der primäre Fokus von Facebook ist der Nachrichten-Strom. Die reinen Messaging-Apps, die die Leute nutzen, sind dagegen nur auf Messages fokussiert. Stattdessen eine App aufzurufen und mehrmals zu klicken, bis man eine Nachricht verschickt, ist ein enormer Aufwand. Denn Messaging ist eines der wenigen Dinge, das Menschen noch häufiger nutzen als Social Media. Wir haben herausgefunden, dass Leute schneller auf Nachrichten antworten, wenn sie den Messenger nutzen – daher mussten wir diesen Schritt gehen.“

Hier liegt der entscheidende Unterschied: Während Foursquare seinen Nutzern mit der Auslagerung der Check-in-Funktion in Swarm einen Schritt aufgezwungen haben, den diese gar nicht wollten, war es bei Facebook gerade anders herum. Mit dem separaten Messenger ist Facebook bloß einem Trend gefolgt, den die Nutzer mit WhatsApp und Co. schon beschritten hatten – und genau das war entscheidend für den Erfolg.

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Alle Kommentare [6]

  1. Diese Meinung kann ich überhaupt nicht teilen. Genau genommen hat Facebook den Nutzern den Messenger genau so aufgezwungen und die Aufspaltung hat genau so wenig „geklappt“. Die Messenger-App macht sicherlich für Vielschreiber extrem viel Sinn, da man nicht immer den langsamen „Full Client“ mit Timeline starten muss, um Nachrichten zu schreiben, gerade für Gelegenheitsnutzer von Facebook, die nur ein Mal pro Tag in die Timeline schauen und nur alle paar Tage mal eine Nachricht schreiben ist es jedoch einfach Unnütz, eine weitere App zu installieren, zumal man aus einem Facebook-Profil ja direkt eine neue Nachricht verfassen kann. Jetzt muss man da zwischen zwei Apps hin und her springen.

    Warum läßt Facebook den Nutzern nicht die Wahl den zusätzlichen Messenger zu installieren? Das wissen sie scheinbar selber nicht so genau, sonst könnte ich mir so einen Kommentar vom Zuckerberg nicht erklären. Denn natürlich antworten die Nutzer des Messenger schneller auf Nachrichten, da sie wie gesagt eher Vielnutzer sind. Beide Wege zu nutzen wäre meiner Meinung nach der richtige Weg gewesen und keine Nutzerbevormundung, das kann man sich auch recht gut an den Bewertungen im App Store ablesen…

  2. @ NeDrY : aber die Gruppe der „Gelegenheitsnutzer von Facebook, die nur ein Mal pro Tag in die Timeline schauen und nur alle paar Tage mal eine Nachricht schreiben“ ist doch gar nicht relevant für Facebook! Diese Gruppe ist so gering, dass man die gut verärgern kann und Geld verdient man an dieser Gruppe auch nicht! Thats business…

  3. Ja, wie gesagt, da der Messenger alternativlos ist und man gezwungen wird ist doch klar, dass er viele Nutzer hat, oder? Die Reviews im App Store sagen doch alles, dass es eben nicht „richtig gemacht“ wurde…

  4. Ok, war vielleicht was zugespitzt… aber das würde ich unter den „short-term pains“ verbuchen, wie Zuckerberg es nennt. Irgendwann ist das vergessen, und dann haben die Leute eben zwei Apps. Mir leuchtet das Argument jedenfalls ein – nutze selber lieber einen reinrassigen Messenger wie WhatsApp, als 37 mal rumzuklicken, bis ich dort bin.

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