Deutsche Startups 2014: Cloud Computing vor E-Commerce & Apps; Anteil Gründerinnen sinkt

Laut aktueller Studie bleibt Berlin mit großem Abstand die Gründerhauptstadt Deutschlands. Viele Befragte hadern mit der hiesigen Kultur des Scheiterns.

Ende der vergangenen Woche hat der Bundesverband Deutsche Startups seine diesjährige Studie “Deutscher Startup Monitor” vorgestellt. Die nunmehr zweite Erhebung nach 2013 soll einen genaueren Einblick in die hiesige Gründerszene vermitteln.

Für die aktuelle Studie hat der Verband mit 903 Startups gut doppelt so viele Unternehmen befragt wie vor Jahresfrist. Gut 40 Prozent davon sitzen – wenig verwunderlich – in Berlin, das damit seinen Ruf als deutsche Startup-Hauptstadt festigt. Auf den Plätzen folgen Münchnen (8 Prozent), Nordrhein-Westfalen/Rhein-Ruhr (8 Prozent) sowie Hamburg (7 Prozent):

Quelle: Bundesverband Deutsche Startups

Weitere interessante Befunde:

  • Der Durchschnittsgründer ist knapp 35 Jahre alt; vier von fünf Befragten haben einen Hochschulabschluss in der Tasche.
  • Drei von vier Startups werden in Teams gegründet (77 Prozent). Dabei umfasst das typische Gründerteam im Schnitt 2,3 Personen.
  • Fast die Hälfte aller Befragten sind Mehrfachgründer, die bereits mehr als ein Startup auf die Beine gestellt haben (49 Prozent).
  • Startups sind im Schnitt 2,7 Jahre alt, beschäftigen 14,5 Mitarbeiter und planen, ihre Belegschaft in den kommenden zwölf Monaten um 50 Prozent aufzustocken.

Spannend ist zudem ein Blick auf das genaue Segment der Unternehmensgründungen. So liegt der Bereich Software-as-a-Service – sprich Software aus dem Internet, Neudeutsch auch Cloud Computing genannt – mit 21 Prozent aller Startups an der Spitze. Danach folgen E-Commerce (12,3 Prozent) sowie mobile Angebote, also Apps (10,5 Prozent).

Quelle: Bundesverband Deutsche Startups

Weiterhin eines der größten Probleme für deutsche Startups ist der Zugriff auf Kapital. Allein für die nächsten zwölf Monaten sehen die befragten Unternehmen einen Finanzierungsbedarf von rund 650 Millionen Euro.

Zudem sehen viele Gründer die Gründerkultur in Deutschland immer noch unterentwickelt. So schätzen fast zwei Drittel aller Befragten die Toleranz der Gesellschaft gegenüber dem unternehmerischen Scheitern als niedrig ein (63,3 Prozent). Vielleicht aber müssten Startups diesbezüglich auch selbstbewusster auftreten, wie ich hier im Blog erst kürzlich ausgeführt habe.

Als weiterer Negativpunkt der Studie ist der Anteil von Frauen in der Gründerszene zu betrachten: Nur etwas mehr als jeder zehnte Gründer ist weiblich (10,7 Prozent). Mehr noch: Der Anteil sank im Vergleich zum Vorjahr (12,8 Prozent) sogar leicht. Auch im Silicon Valley ist ein ähnliches Ungleichgewicht vorhanden.

Quelle: Bundesverband Deutsche Startups

Das Präsentation zum Deutschen Startup-Monitor gibt’s zum Download übrigens hier, die komplette Version der Studie hier.

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