Microsoft – der beinahe zwangsläufige Käufer von Foursquare

Ist die Aufspaltung des Mobildienstes in eine Check-In- und eine Empfehlungs-App nur ein weiterer Schritt, um sich zwecks Übernahme aufzuhübschen?

In der jüngeren Vergangenheit habe ich mich ja hier schon desöfteren mit Foursquare beschäftigt. Schließlich hat der einstige Social-Media-Darling im Mai angekündigt, seine App in zwei Teile aufzuspalten – Swarm für Check-ins, Foursquare für Empfehlungen.

Ein Schritt, der große Wellen innerhalb der Internet-Szene geschlagen hat. Und auch ich habe mich – wie Ende Juni angekündigt – von Foursquare verabschiedet. Weil selbst mir als Super-User der Dienst ohne Fun-Elemente wie Mayorships keinen Spaß mehr macht.

Bleibt die Frage nach dem Warum: Offenbar sah Foursquare-Gründer und -CEO Dennis Crowley in der bisherigen Aufstellung seines Unternehmens keine Möglichkeit, die zuletzt gut 50 Millionen Nutzer auf seiner Plattform so richtig zu monetarisieren.

Bereits im Februar dieses Jahres gab es erste Indizien dafür, wo die Reise hingehen soll: Für ein Investment in Höhe von 15 Millionen Dollar lizensierte Foursquare damals den Zugriff auf seinen Datenschatz von fünf Milliarden Check-ins und 40 Millionen Bewertungen an den Softwarekonzern Microsoft.

Erst Ende Juli dann der nächste Schritt in der Partnerschaft zwischen den Redmondern und den New Yorkern: Microsoft integriert in seinen Smartphone-Sprachassistenten Cortana ab sofort Empfehlungsdaten von Foursquare.

Foursquare wird innerhalb der Mobil-Welt von Microsoft immer wichtiger

Das bedeutet: Wer über sein Smartphone mit dem Mobilsystem Windows Phone 8.1 die Cortana-Suchmaschine nutzt, bekommt auf Wunsch beliebte Foursquare-Lokationen in der Umgebung angezeigt.

Das bedeutet aber auch: Foursquare wird innerhalb der Mobil-Welt von Microsoft immer wichtiger, um sich gegen die erdrückende Konkurrenz von Apple und Google/Android zu erwehren. Aus diesem Grund dürften es die Redmonder kaum zulassen, dass ihnen einer der beiden Rivalen Foursquare vor der Nase wegschnappt.

Damit ist Microsoft inzwischen also sowas wie der beinahe zwangsläufe Käufer von Foursquare. Zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Dollar dürfte der Check-in-Dienst aktuell wert sein, schätzt Greg Sterling von Sterling Market Intelligence. Es sei denn, es gibt einen Wettkampf mehrerer Bieter – dann könnte der Preis auch deutlich über einer Milliarde Dollar liegen.

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Alle Kommentare [1]

  1. Die Entscheidung, Foursquare nicht mehr nutzen zu wollen, weil der Check-in button fehlt, kommt mir nach dem gestrigen Relaunch in etwa so vor, wie wenn man einen Tesla nicht fahren möchte, weil man keinen Tank mehr findet… :o}