Verfall des Musikmarktes: Streaming & Vinyl boomen, CDs & Downloads brechen ein

Der klassische Verkauf von Musik – sei es als Musikdateien, sei es als CDs – war in den USA im ersten Halbjahr rückläufig. Streaming und Vinyl können dies kaum kompensieren: Sie spülen nur wenig Geld in die Kassen der Industrie.

Schon im vergangenen Jahr waren die Umsätze mit Musik-Downloads laut Branchenverband IFPI weltweit erstmals rückläufig. Jetzt zeigen Daten des US-Marktforschers Nielsen, dass sich der Verfall des Musikmarktes jüngst sogar noch beschleunigt hat, zumindest in den Vereinigten Staaten.

Demnach haben im ersten Halbjahr 2014 nur das Musik-Streaming und der Verkauf von Vinyl-Alben im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 deutlich zugelegt. Alle anderen herkömmlichen Musikverkäufe – also der Absatz von Digital-Alben, von -Einzelsongs sowie von CDs – ist mit jeweils deutlich über zehn Prozent geschrumpft:

Quelle: Statista/Nielsen

Das Problem jener Entwicklung: Klassische Vinyl-LPs sind trotz Wachstum von über 40 Prozent weiterhin nur ein Nischenmarkt – 2012 wurden weltweit gerade mal 4,6 Millionen der schwarzen Scheiben verkauft.

Das Musik-Streaming wiederum liefert spült trotz des weltweit zu verzeichnenden Booms nur Minibeträge von Bruchteilen eines Cents je abgespieltem Song in die Kassen der Musikindustrie. Bis heute steht der Beweis aus, ob Musikdienste wie Spotify oder Pandora überhaupt jemals profitabel sein können.

Umgekehrt zeigt sich: Selbst dem vor gerade mal 11 Jahren gegründete iTunes Music Store aus dem Hause Apple gelingt es nicht mehr, den Einbruch bei physikalischen CD-Verkäufen auszugleichen. Der einstige Hoffnungsträger der Musikindustrie – er ist inzwischen selber zum Sorgenkind mutiert.

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