Tschüss XP: Uralt-Windows hat noch 30 Prozent Marktanteil – Chance für darbenden PC-Markt?

Weil viele XP-Computer technisch zu schwachbrüstig für ein Update auf ein neueres Windows sind, müssen Alt-Nutzer jetzt zu neuen Geräten greifen.

Mit dem heutigen Tage ist es soweit: Microsoft stoppt den Support für sein Uralt-Betriebssystem Windows XP – fast 13 Jahre nach seiner Einführung im Jahre 2001. Und obwohl der Softwaregigant aus Redmond, IT-Sicherheitsanbieter wie PC-Hersteller seit langem für einen Umstieg trommeln, ist XP weiterhin sehr beliebt.

Weltweit liegt der Marktanteil laut kürzlich veröffentlichten Zahlen von NetMarketShare immer noch bei fast 30 Prozent – damit ist XP weiterhin Nummer 2 der beliebtesten Betriebssysteme deutlich vor dem aktuellen Windows 8. Allein in Deutschland laufen immer noch rund zehn Millionen Rechner unter Windows XP.

Quelle: Statista

Die Zahlen zeigen: Microsoft ist einen guten Teil Opfer des eigenen Erfolges. Denn XP war nach seiner Veröffentlichung überaus erfolgreich. Nur der Nach-Nachfolger Windows 7 hat sich noch besser verbreitet. Dagegen waren der direkte Nachfolger Windows Vista und auch das ganz aktuelle Windows 8 veritable Flops – letzteres zumindest Stand heute.

Folglich haben viele Nutzer, insbesondere auch in Unternehmen, bis heute an dem Uralt-System festgehalten. Mit dem Ende der offiziellen Unterstützung durch Microsoft könnten deren Computer nun viefältige Sicherheitsrisiken drohen, so die vielfach geäußerte – aber gewiss auch ein Stück weit übertriebene – Befürchtung.

Denn auf der anderen Seite könnte der heutige Tag durchaus auch Chancen bieten: Für die gebeutelten PC-Hersteller wie Lenovo, HP, Dell & Co. Deren Geschäft kennt im Prinzip seit geraumer Zeit nur eine Richtung – abwärts.

Ein Hoffnungsschimmer für Lenovo, HP, Dell & Co.?!

Weil aber viele XP-Computer technisch schlicht zu schwachbrüstig für ein Update auf Windows 7 oder Windows 8 sind, könnten Alt-Nutzer jetzt zu neuen Geräten greifen – und so dem Abwärtssog des PC-Marktes entgegenwirken.

Klar, nicht alle dürften dabei wieder einen PC wählen, sondern gehen stattdessen etwa auf ein Apple- oder Android-Tablet. Doch auch der US-Marktforscher Gartner hat kürzlich prophezeiht, dass sich der Rückgang im PC-Geschäft in diesem und im kommenden Jahr deutlich verlangsamen soll. Vielleicht ist sogar noch mehr möglich. Denn insbesondere Unternehmenskunden dürften eher auf klassische PCs denn auf Tablets wechseln.

Microsoft selbst hat alle Infos rund um den angekündigten Tod von Windows XP auf einer deutschsprachigen Informationsseite im Internet unter www.endofsupport.de zusammengestellt. Ein Schmankerl hab ich hier noch: Der in seiner Art wirklich unvergleichliche Ex-Boss Steve Ballmer in einem typischen „Schrei-Spot“ für XP:

Mehr derartiger Highlights hatte ich an dieser Stelle im Februar anlässlich seines Abgangs als Microsoft-Chef zusammengestellt unter der Überschrift: „Tschüss Monkey Boy: Die 4 verrücktesten Auftritte von Microsoft-Rampensau Steve Ballmer“

Die untenstehende Zeitstrahl-Infografik visualisiert zudem die Windows Versionen von der Erstauflage im Jahr 1985 bis heute.

Quelle: Microsoft

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Alle Kommentare [2]

  1. Ich bleibe auf meinem XT und meine Mitarbeiter dürfen sich gerne mit W7 ärgern und mit dem viel unnötigem Ballast, der nur zeitraubend die Speicher belasted. Der XT läuft und läuft und läuft. Probleme hatte ich nur, wenn nächtliche Updates herunter geladen wurden. Die Probleme sind maßlos übertrieben.

  2. Der klassische Desktop-PC wird seit Jahren für tot erklärt. Oft sind es aber die Hersteller selbst, die ihr eigenes Grab schaufeln, indem sie behaupten, ihre Tablets und Notebooks wären gut genug, um damit den PC vollständig zu ersetzen. Und dann wundern sich HP, Dell und Lenovo, dass sie nicht nur auf dem Tablet-, sondern auch auf dem PC-Sektor Verluste einfahren.
    Auch ich sitze nach wie vor an einem XP-Rechner (auf der Arbeit). Für Zuhause habe ich mir nun zum ersten Mal einen Aldi-PC mit Windows 8 gekauft. Da gibt es manchmal richtig preiswerte und dennoch leistungsstarke Rechner: http://tecbuy.de/2014/aldi

    Ob mir der Umstieg gelingen wird, bleibt spannend. Aber die Zeit bleibt nun mal nicht stehen und man muss sich für neue Rechner und Betriebssysteme öffnen. Wer krampfhaft an einem über 10 Jahre alten Betriebssystem festhalten will, hat wohl die rasanten Entwicklungen auf dem Software-, Chip- und IT-Sektor verpennt.