WhatsApp-Kauf durch Facebook: Gigantisch überteuert – oder doch ein Schnäppchen?

Je nach Blickwinkel und Metrik verändert sich der Bewertungsmaßstab bezüglich der jüngsten Mega-Übernahme in der Internet-Welt.

Auch wenn ich mich allein hier im Blog schon zwei Mal mit dem WhatsApp-Kauf durch Facebook befasst habe: Das Thema ist und bleibt spannend und ist daher auch einer neuerlichen Blick wert.

Die Mehrzahl der Beobachter reibt sich vor allem an dem gigantischen Verkaufspreis. Der ist auf den ersten Blick in der Tat immens: Selbst der Kauf des Internet-Telefondienstes Skype durch Microsoft für 8,5 Milliarden Dollar im Jahr 2011 oder von Motorola durch Google im Jahr 2012 muten rückblickend vergleichsweise mickrig an:

Quelle: Statista

Andererseits: Von Kaufpreis in Höhe von 19 Milliarden Dollar muss Facebook-Chef Mark Zuckerberg „nur“ vergleichsweise bescheidene vier Milliarden Dollar in bar berappen. Den Rest bezahlt er mit eigenen Aktien, die derzeit nahe dem Allzeithoch rangieren.

Mehr noch: Beim Blick auf Metriken wie etwa den Kaufpreis pro Kunde wirkt WhatsApp auf einmal sogar fast wie ein Schnäppchen. Umgerechnet legt Facebook für jeden der aktuell rund 450 Millionen WhatsApp-Nutzer rund 42 Dollar auf den Tisch.

Wie das „Wall Street Journal“ auflistet, lag etwa der Musikdienst Spotify bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde im November 2013 bei fast 170 Dollar je Nutzer. Und auch der Kurznachrichtendienst Twitter oder Facebook selber kommen auf Basis ihres jeweiligen Aktienkurs auf Nutzerbewertungen von deutlich über 100 Dollar:

Quelle: Wall Street Journal

Weiterhin offen bleibt indes die Frage, wie Zuckerberg WhatsApp genau integrieren und monetarisieren will. Erst dann lässt sich wirklich beantworten, ob der Messaging-Dienst für Facebook ein Schnäppchen oder gigantisch überteuert war.

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