Die Mobil-Ära: Tablets überholen PCs – und die wachsende Irrelevanz von Microsoft

Dank des Mobil-Booms schicken sich Tablets an, bis Jahresende herkömmliche Rechner zu überholen. Im laufenden Jahr dürften fast fünf Mal so viele Smartphones und Tablets als traditionelle PCs verkauft werden.

In der vergangenen Woche habe ich bereits zwei Teilaspekte des Ober-Themas „mobile Revolution in der IT“ beleuchtet: Zum einen schwächelt Windows 8 auch mehr als ein Jahr nach seiner Veröffentlichung und ist auf dem besten Wege zum neuen Vista. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass Android den Plattform-Krieg bei den Geräten gewonnen hat.

Weitere wichtige Faktoren jener Machtverschiebung hat der Analyst Benedict Evans vom britischen Marktbeobachter Enders Analysis im November in einer Präsentation mit dem Namen „Mobile frisst die Welt“ herausgearbeitet. So prophezeiht Enders, dass Tablets bereits bis Jahresende die stationären Computer überholen könnten:

Quelle: Enders Analysis

Dass der Gang der IT-Industrie weg vom PC hin in Richtung Tablets und Smartphones aber auch vorher schon im vollen Gang war, habe ich hier im Blog – Stichwort Post-PC-Ära – natürlich auch schon ein ums andere Mal geschrieben.

Nach der jüngsten Schätzung von Enders dürften bereits Ende 2013 rund um den Globus 1,25 Milliarden Smartphones und Tablets über die Ladentheken gehen. Das ist fast fünf Mal so hoch wie der weltweite PC-Absatz (knapp 250 Millionen Stück):

Quelle: Enders Analysis

All das stellt insbesondere für einen IT-Anbieter eine wachsende Bedrohung dar: Die Rede ist von Microsoft. Die Redmonder befinden sich regelrecht in einem Zangengriff, weil der eigene Tablet-Rechner Surface bis heute nicht ans Fliegen kommt und die Bedeutung von Windows insgesamt abnimmt – wie schon Mitte des Jahres beschrieben.

Vergleichbare Zahlen hat Enders parat. So ist der Microsoft-Anteil aller ans Internet angeschlossenen Geräte zwischen 2009 und 2013 von gut 90 Prozent auf nunmehr unter 25 Prozent abgesackt – eine dramtisch gewachsene Irrelevanz von Microsoft, zumindest in der mobilen Welt der vernetzten Geräte.

Quelle: Enders Analysis

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Alle Kommentare [6]

  1. Wobei die Microsoft Grafik schon ein wenig irreführend ist. Da passt Überschrift und Verlauf der Grafik nicht so recht ins Bild…

  2. @Robert Bach: so sehe ich das auch. Auf meine zwei 24-Zoll-Bildschirme und eine vernünftige Tastatur möchte und könnte ich jedenfalls nicht verzichten. Selbst ein Notebook wäre lediglich ein schlechter Kompromiß.

  3. Die Entwicklung spiegelt die Bedürfnisse der Privatanwender wieder. Im kommerziellen Bereich werden PCs und Microsoft noch sehr lange relevant bleiben.

  4. Danke für die Kommentare. @Fabian Kehle: Bezogen auf ALLE Geräte (PCs+Smartphones+Tablets) sinkt relativ gesehen der Windows-Anteil, das ist ja Fakt – siehe etwa auch hier (dritte Grafik):

    http://blog.wiwo.de/look-at-it/2013/12/05/android-gewinnt-plattform-krieg-80-prozent-aller-smartphones-60-prozent-aller-neuen-gerate/

    Ansonsten gebe ich Ihnen, @Robert Bach und @Susanne Fischer natürlich recht, im B2B-Bereich bleiben PCs weiterhin gesetzt – dennoch verschwinden sie bereits heute zunehmend.

  5. @Michael Kroker: SO war es ja gar nicht gemeint. Diese Aussage möchte ich auch nicht bezweifeln, da sie vermutlich sehr richtig ist. ABER: Überschrift der Grafik ist die Irrelevanz