Android-Fragmentierung: 12.000 verschiedene Geräte, 8 Betriebssystem-Versionen

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Androiden glatt verdreifacht. Fast die Hälfte aller Geräte stammt von Samsung.

Die Diskussion über die Zersplitterung des Google-Mobilsystems Android in verschiedene Varianten ist beinahe so alt wie die Plattform selbst. Ende 2012 liefen etwa noch die Hälfte aller Android-Geräte mit einer zwei Jahre alten Betriebssystem-Version.

Wie sehr zersplittert der gesamte Markt ist, hat in der vergangenen Woche der amerikanische App-Entwickler OpenSignal mit einer guten visuellen Darstellung unterstrichen. Demnach gleicht das Android-Geschäft einem regelrechten Flickenteppich – und die Fragmentierung hat gegenüber dem Vorjahr sogar noch zugenommen.

Geräte-Fragmentierung

Quelle: OpenSignal

So hat OpenSignal fast 700.000 Downloads der eigenen App analysiert und dabei rund 12.000 verschiedene Android-Smartphones und -Tablets festgestellt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl nur bei einem Drittel – nämlich ziemlich genau 4000 Androiden.

Spannend auch ein Blick auf die Anteile der verschiedenen Marken. Hier hat OpenSignal einmal mehr herausgearbeitet, was auch andere Studien gezeigt haben, nämlich dass Samsung den Markt total dominiert: Fast die Hälfte aller Android-Geräte (47,5 Prozent) stammen aus den Werken des koreanischen IT-Giganten. Weit abgeschlagen auf Rang zwei folgt Sony Ericsson mit gerade einmal 6,5 Prozent Marktanteil.

Marken-Fragmentierung

Quelle: OpenSignal

Dazu kommt die eigentliche Zersplitterung von Android selber – das heißt: die verschiedenen Versionen des Betriebssystems, die gleichzeitig auf unterschiedlichen Geräten im Einsatz sind.

Laut OpenSignal ist die Android-Fragmentierung auf dem absoluten Höhepunkt: Insgesamt acht Versionen sind noch im Markt unterwegs – von 1.6 mit dem Codename „Donut“ bis hin zur aktuellsten Version 4.2 namens „Jelly Bean“. Die Zahlen decken sich übrigens mit den offiziellen Angaben von Google.

Versions-Fragmentierung

Quelle: OpenSignal

Auf gut Deutsch: Der Android-Markt gleicht einer multidimensionalen Matrix mit diversen Achsen – darunter Versions-Nummer und nicht zuletzt auch die dutzendfach verschiedenen Display-Durchmesser.

Zum Vergleich: Beim Apple-Betriebssystem iOS laufen 95 Prozent aller iPhones und iPads auf der neuesten Version 6.0. Zudem gibt es nur vier Display-Größen: iPhone 1 bis 4, iPhone 5, iPad Mini  und iPad.

Kein Wunder also, dass die App-Entwicklung im Apple-Ökosystem ungleich einfacher ist als in der großen bunten Android-Welt.



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Alle Kommentare [4]

  1. Wahnsinn! Sitze gerade mit der Lupe über der Grafik und versuche, das HTC-Steinchen im Mosaik zu finden…

  2. Ich warte darauf, dass ein Scherzbold mal so eine Graphik für Windows macht: Da ist doch eine 12 Jahre alte Version immer noch auf einem Großteil der Geräte installiert. Und diese ganzen Hersteller, die sich nicht an Vorgaben halten. Und die ganzen unterschiedlichen Bildschirme. Und wie schwierig damit die Softwarentwicklung sei. Und sich am Ende wundert, warum Windows die Welt beherrscht (hat).

  3. @Henning Brune: Wäre nicht uninteressant 😉 Aber ich glaube, dass man PCs und Smartphones/Tablets nicht ganz vergleichen kann. Ein Office-Paket o.ä. gibt’s in EINER Version, das läuft dann auf JEDEM Windows-Rechner (aber einer bestimmten Versions-Nr). Bei Apps hat man eben MINDESTENS noch den Freiheitsgrad Display-Größe. Also mir gegenüber berichten App-Entwickler jedenfalls von entsprechenden Bauchschmerzen.

  4. @Michael Kroker: Gerade die Displaygröße scheint mir kein so gutes Argument für ein Fragmentierungsproblem zu sein: Auch das Office Paket konnte immer schon mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen umgehen und es lies sich sogar größer und kleiner machen auf dem selben Bildschirm:)

    Der Vorteil nur einer Handvoll von möglichen Displaygrößen ist es sicher, dass engagierte Entwickler versuchen können jedes der ja bekannten Pixel ganz speziell zu füllen und damit im Idealfall ein besonders schönes Ergebnis zu erhalten.

    Aber der Regelfall ist anders und die Anwendung muss in der Lage sein sich anzupassen, ähnlich wie es auch für die moderne Webentwicklung gilt.

    Ich denke kein Betriebssystem, welches nicht in der Lage ist so eine Flexibilität anzubieten, kann einen wirklich globalen Bedarf bedienen.