Margen im PC-Markt fallen weiter – befeuert durch den Börsenabschied von Dell

Schlechte Nachrichten für HP, Acer & Co.: Die wahre Schlacht steht den krisengebeutelten Computerbauer noch bevor.

Im Februar hat Michael Dell ein offizielles Kaufangebot für das von ihm gegründete Unternehmen vorgelegt. Für 24,4 Milliarden Dollar will der den Computerbauer von der Börse nehmen. Bisher ringt er mit anderen Aktionären um die finale Höhe des Kaufpreises.

Egal wie jenes Rangeln ausgeht – eine andere Folge des De-Listings hat der Aktienanalyst Chris Whitmore von der Deutschen Bank analysiert. So erwartet Whitmore, dass die ohnehin dünnen Gewinnmargen der seit geraumer Zeit schwächelnden PC-Hersteller weiter unter Druck geraten werden – und zwar befeuert durch den Börsenabschied von Dell.

Quelle: AppleInsider/Deutsche Bank

Laut der Anfang der Woche veröffentlichten Research Note erwartet Whitmore einen weiteren Rückgang des PC-Gesamtmarktes, und zwar um acht Prozent im kommenden Jahr sowie um fünf Prozent 2014. Hauptgrund dafür sei der anhaltende Boom von Tablet-Computern, die den traditionellen Computern weiter Marktanteile abnehmen.

Whitmore zitiert eine interne E-Mail von Michael Dell, wonach der Vorstandschef des Computerbauers künftig Gewinnmarge zugunsten von Wachstum opfern wolle. Leisten könnte sich Dell das durchaus: So kommt Dell insgesamt auf eine ordentliche Marge von sieben Prozent, im PC-Geschäft allein immer noch auf vier Prozent – mehr als die Konkurrenten Hewlett-Packard, Lenovo oder Acer.

„Wir erwarten einen scharfen Anstieg des Wettbewerbsumfeldes im PC-Markt, was zu größeren Gewinnrückgängen in der gesamten Industrie führen kann“, schreibt Whitmore in der Studie. Schlechte Nachrichten also für HP, Acer & Co.: Die wahre Schlacht steht den krisengebeutelten Computerbauer noch bevor.

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