Infografik: Windows 8 bis heute kein Umsatzturbo für Microsoft

Die Geschäftszahlen des Softwaregiganten aus Redmond im Jahresendquartal 2012 in einer visuellen Übersicht.

Rückschau auf aktuelle Quartalsberichte, vierter Teil (davor: 1. Ebay, 2. Google, 3. Apple): Vor zwei Wochen hat Microsoft seine Zahlen für den Drei-Monats-Zeitraum zwischen Oktober und Dezember 2012 vorgelegt. Demnach erzielte der Softwaregigant einen Umsatz von 21,5 Milliarden Dollar (+2,7 Prozent) und einen Nettogewinn von 6,4 Milliarden Dollar (-3,7 Prozent).

An der Börse sorgten die Zahlen weder für Begeisterungsstürme noch Verstimmung bei den Anlegern – wohl vor allem auch deshalb, weil die Erwartungen im Vorfeld nicht sonderlich hoch waren.

Dabei war für Spannung wegen des im Weihnachtsquartal neu gestarteten Betriebssystems Windows 8 durchaus gesorgt. Denn dessen Vorgänger Windows 7 sorgte in seinem ersten Verkaufsquartal, dem 2. Quartal des Geschäftsjahres 2010, immerhin für einen Anstieg des Gesamtumsatzes von 14 Prozent.

Verluste im chronisch defizitären Online-Geschäft eingedämmt

Im Vergleich dazu entpuppt sich Windows 8 mit einem Plus bei den Konzernerlösen von bescheidenen drei Prozent nicht gerade als Umsatzturbo – trotz vermeintlicher Erfolgsbotschaften wie den 60 Millionen verkauften Lizenzen, die Microsoft bereits zur CES verkündet hatte.

Immerhin ist es Konzernboss Steve Ballmer gelungen, die Verluste in der seit Jahren tiefroten Online-Sparte einzudämmen. Dank eines Umsatzzuwachses von 15 Prozent liegt das operative Minus jetzt bei nur noch 283 Millionen Dollar. Trotzdem hinterfragen manche Marktbeobachter – wie schon mal vor rund drei Jahren – ob Ballmer noch der richtige Mann an der Microsoft-Spitze ist.

Trotz der vergleichsweise bescheidenen Zahlen haben die Finanzanalysten ihre Daumen über Microsoft aber nicht gesenkt: Die Mehrheit von ihnen bewertet das Unternehmen mit einer doch ziemlich positiven Kauf-Empfehlungen (im Schnitt 2.0 auf einer Skala von 1.0/starker Kauf und 5.0/Verkaufen).



Quelle: Statista

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Alle Kommentare [2]

  1. @ alex reiger
    Was soll der Begriff „Marktanteil“ hier ?

    Nach Web-Zugriffen grob geschätzter Anteil an allen installierten Betriebssystemen wäre wohl sinnfälliger.

    XP ist ja auch noch auf rd. 40 % der Rechner weltweit drauf, wird aber nicht mehr verkauft´, ist also nicht mehr am Markt.

    Dass die Verbreitung von Win8 langsamer startet als der von Win7 ist vor allem der Tatsache zu schulden, dass es vor Win7 ja Vista gab, das sich viele nicht antun wollten und daher lanbge auf dessen Nachfolger warteten. Es gab damals ja einen regelrechten Upgrade- und Neuanschaffungs – Stau.

    Und hinsichtlich des Neugeräte-Verkaufs ist ja ohnehin seit geraumer Zeit ein immer länger werdender Neuanschaffungszyklus der Konsumenten zu beobachten, weil der „Alte“ es ja noch tut und für die allermeisten auch noch schnell genug ist. Die Zeiten, in denen einem ein Rechner nach 3,4 Jahren schon zu langsam vorkommt, sind ja vorbei.

    Und dass man mit einer SSD-Aufrüstung zu einem Bruchteil der Kosten eines Neugeräts einen Performance-Schub bei seinem alten Teil geniessen kann und ihn dann gerne noch 1,2 Jahre länger nutzt, ist ja auch allmählich Allgemeinplatz.

    Ausserdem ist die Bemessung der Verbreitung nach Web-Zugriffen methodisch nicht gerade genau. Die meistverwendeten Win8-App’s sind ja eine Alternative zum Content-Konsum via Browser.