Der Ariba-Kauf durch SAP: Weitere Deals könnten folgen

Dem neuerlichen Milliardenkauf von SAP könnten noch weitere, wenn auch kleinere Übernahmen folgen. Das Endspiel um die Cloud hat begonnen.

Zum zweiten Mal binnen weniger Monate nimmt SAP einen Milliardenbetrag in die Hand, um sich im Geschäft mit Internet-Software – auch Cloud Computing genannt – zu verstärken. Für 4,3 Milliarden Dollar wollen die Walldorfer jetzt den US-Anbieter Ariba übernehmen, der sich auf Cloud-basierten Handel zwischen Geschäftspartnern spezialisiert hat, wie das Unternehmen in der vergangenen Woche verkündete.

Zuvor hatte SAP schon das auf Personal-Management-Lösungen ausgerichteten Softwarehaus SuccessFactors für 3,4 Milliarden Dollar geschluckt. „SAP übernimmt hier in einem sehr frühen Stadium eine Vorreiterrolle“, schreiben die beiden Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe in einer internen Mail an die SAP-Mitarbeiter, die der WirtschafsWoche vorliegt.

Konzernzentrale in Walldorf (Quelle: SAP)

So hoch der Kaufpreis auf den ersten Blick auch erscheinen mag – SAP legt für Ariba rund das Zehnfache dessen hin, was das Unternehmen 2011 umgesetzt hat – die neuerliche Übernahme ergibt Sinn, wie ich den Deal in einer ersten Einschätzung kommentiert habe. Denn das Endspiel um die Datenwolke im Business-to-Business-Segment hat begonnen. Wenn die Walldorfer, wie sie stets beteuern, zum führenden Cloud-Anbieter aufsteigen wollen, müssen sie jetzt ihre Claims abstecken. Allein Erzrivale Oracle hat in den vergangen Monaten mit Taleo und RightNow zwei der neuartigen Dienste übernommen.

SAP nahestehende Personen erwarten zudem, dass in den kommenden Monaten weitere, wenn auch kleinere Deals folgen. Dem Vernehmen nach hat der Konzern die Abteilung für Zusammenschlüsse & Akquisitionen jüngst deutlich ausgebaut. Übernahmekandidaten, die in diesem Zusammenhang fallen: Attensity, ein auf die Socia-Media-Analyse spezialisiertes Softwarehaus in Palo Alto, sowie die auf IT-Sicherheit spezialiserten Anbieter Damballa und Endgame Systems, beide in Atlanta. Sie könnten SAP helfen, eine sichere Cloud für Unternehmenskunden zu bauen, so die Einschätzung von Insidern.

Den vollständigen Wortlaut der E-Mail der beiden SAP-Chefs McDermott und Snabe zur Ariba-Übernahme gibt’s übrigens hier.

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Alle Kommentare [1]

  1. Und wer sitzt am Ende auf Wolke 7?
    Bestimmt nicht die Geldvernichter aus Walldorf…