Ist der Hype um das soziale Netzwerk Pinterest schon wieder vorbei?

Erstmals sind die Nutzerzahlen der bis dato ungebremst wachsenden digitalen Pinnwand rückläufig. Die Nervosität im Silicon Valley steigt.

Knapp einen Monat ist es her, dass Facebook in einem überraschenden Coup mitteilte, für eine Milliarde Dollar in bar das mobile Fotonetzwerk Instagram kaufen zu wollen. Seitdem geht der Hype-Zyklus im Silicon Valley in eine neue Runde, so scheint es. „Die große Gier“ hat der Westküsten-Korrespondent der WirtschaftsWoche, Matthias Hohensee, kürzlich in seiner wöchentlichen Kolumne „Valley Talk“ die überhitzte Stimmung vor Ort betitelt.

Als nächster heißer Übernahmekandidat wird insbesondere die digitale Bilder-Pinnwand Pinterest gehandelt, ein vor allem auf den Austausch von Fotos spezialisiertes soziales Netzwerk. Hauptgrund, wie auch ich hier noch kürzlich in einem Blog-Beitrag schrieb: Bis einschließlich Februar ist die Nutzung von Pinterest von Rekord zu Rekord geeilt – und das auch noch deutlich schneller als etwa Twitter oder Facebook.

Quelle: Business Insider/Comscore

Seitdem gibt es erste Anzeichen dafür, dass der Boom um das Internet-Startup erst einmal vorbei. Mitte April gab es Zahlen des US-Marktforschungshauses Comscore, wonach die Zahl der eindeutigen Besucher im März nur noch um fünf Prozent auf knapp 19 Millionen wachsen konnte – die erste Wachstumsdelle in der Geschichte des Unternehmens, das überhaupt erst im Mai 2011 loslegte.

Die jüngsten Zahlen sehen sogar noch düsterer aus. Das amerikanische Marktbeobachtungsunternehmen AppData misst, wie häufig Fremd-Apps und Webseiten mit Facebook interagieren. Weil sich die meisten Pinterest-Nutzer laut Tech-Blog „Business Insider“ mit ihrem Facebook-Account bei der digitalen Fotowand einloggen, bilden diese so genannten Facebook-Connects ein gutes Indiz für die Zugriffshäufigkeit. Und laut AppData ist die Zahl der monatlich aktiven Nutzer bei Pinterest zuletzt stark rückläufig – von mehr als 12 Millionen Ende März auf knapp über 8 Millionen Ende April:

Quelle: Business Insider/App Data

Ob der Boom bei Pinterest wirklich bereits vorbei oder gar die Hype-Blase bezüglich des digitalen Pinnwand geplatzt ist, wie „Business Insider“ titelt, dafür ist’s vielleicht noch was früh. Fakt ist aber: Auch bei Pinterest wachsen die Bäume nicht mehr in den Himmel – jedenfalls nicht, ohne dass sich das Unternehmen dafür nicht sonderlich anstrengen muss.



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