Selbst wenn frau alles richtig macht, macht sie alles falsch. So ließe sich das Paradoxon zusammenfassen, dass jetzt eine Studie von Soziologen der TU Berlin aufgedeckt hat. Das Team um die Professorin für Kommunikations- und Mediensoziologie und Geschlechterforschung, Christiane Funken, interviewte dazu 151 Manager und 130 Managerinnen aus mittleren Führungsebenen in zehn Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Dabei stellten sie fest: Klassische Karrierestrategien manövrieren Frauen eher ins Aus: » Weiterlesen
Artikel mit dem Tag: Karriere
Was für die Karriere wichtig ist
Was für den beruflichen Erfolg wichtig ist
| Eigenschaften | Gesamt | West | Ost | Männer | Frauen |
| Fachkompetenz | 87 | 87 | 84 | 86 | 87 |
| Intelligenz | 78 | 78 | 78 | 77 | 81 |
| Soziale Kompetenz | 75 | 76 | 69 | 69 | 84 |
| Weiterbildung | 71 | 73 | 63 | 69 | 75 |
| Soziale Netzwerke | 66 | 65 | 71 | 64 | 71 |
| Glück | 29 | 30 | 25 | 25 | 34 |
„Kein Problem“ – Nette Chefs sind die schlimmsten von allen
Gute Frage! Sicher, kaum einer mag Konfrontationen im Job. Chefs bilden da keine Ausnahme. Den meisten Führungskräften, da schließe ich mich ein, macht es einfach keinen Spaß, einen Mitarbeiter zu kritisieren, Entscheidungen zu treffen, die für ihn unangenehme Konsequenzen haben (damit ist jetzt keine Kündigung gemeint) oder sich im Zweifel auch gegen Uneinsichtigkeit durchzusetzen. Loben ist viel leichter: Danach sind beide glücklich.
Dahinter steckt jedoch ein gefährliches Entscheidungsmuster. Es basiert auf Harmoniesucht. Diese Manager wissen zwar, dass sie ihre Mitarbeiter fordern und fördern sollen, weil sie diese Formel schon hundertfach gehört haben. Sie wissen, dass Qualität von quälen kommt und gelegentliche Ermahnungen so unvermeidlich sind wie Erbauungen nötig. Trotzdem meiden sie unangenehme Gespräche wo sie nur können: Sie beschönigen, generalisieren, werden vage und verstecken sich hinter dem unbestimmten “man sollte vielleicht…” statt im Klartext zu sagen “Ich möchte, dass…” (Oder noch bestimmter: “Ich erwarte von Ihnen, dass…”). Solche Führungskräfte führen nicht, sie managen allenfalls. Und kaum etwas diskreditiert sie im Ansehen ihrer Mitarbeiter und Kollegen schneller und mehr.
