» 02.08.2011, 10:43

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Arbeitnehmer sind immer unzufriedener

Insgesamt sank die Arbeitszfriedenheit in den vergangenen Jahren von 7,6 auf 6,8 Punkte (siehe Grafik), so Untersuchungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.

Zwar sind höher Gebildete generell glücklicher mit ihrer Arbeitssituation als Erwerbstätige mit niedrigen Bildungsabschlüssen. Doch im europäischen Vergleich erzielt Deutschland dennoch insgesamt einen besonders schlechten Wert: Platz 18. Lediglich in den ehemaligen Ostblockstaaten Slowakei, Ukraine, Bulgarien und Russland sind die Beschäftigten mit ihrem Job unzufriedener. Zum Vergleich: Am glücklichsten sind die Arbeitnehmer in Dänemark, der Schweiz und in Finnland.

Die Ursachen liegen laut den Studien-Autoren Marcel Erlinghagen, Friedrich Scheller und Yan Bohulskyy in der zunehmenden Arbeitsverdichtung und -belastung, Problemen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geringen Lohnsteigerungen und wachsender Unsicherheit über die berufliche Zukunft.

Apropos: Da Arbeitszufriedenheit und Leistungsbereitschaft eng zusammenhängen, warnen die Wissenschaftler zugleich vor negativen Folgen für die Konjunktur: Die Ergebnisse könnten „für Unternehmen langfristig fatal sein“, warnt Professor Erlinghagen. Die Debatte um bessere Arbeitsbedingungen, Stressabbau und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei „längst überfällig“.

» 02.08.2011, 10:43

    8 Kommentare zu “Arbeitnehmer sind immer unzufriedener”


  1. Joker1 sagt:

    Hier zeigt sich ein weiters Dilemma der Euroeinführung.
    Während die Werte für Güter des täglichen Bedarfs überwiegend
    das gleiche in Euro kosten wie vorher in DM, sind die Löhne und
    Gehälter, sowie die Renten (nicht Pensionen ) halbiert worden.
    Die Steigerungsraten, wenns den welche gab lagen durchschnittlich
    bei ca. 2,2 %. Hinzu kommt die weitere Rationalisierung der Produk-
    tionsprozesse. Ein Mitarbeiter arbeitet doch heute in vielen Branchen
    fast nur noch unter Stress. Hinzu kommen die gestiegenen Sozial-
    abgaben. ( Die Arbeitgeber haben ja mittlerweile einen Festbetrag
    bei den Sozialabgaben, früher war das mal 50:50 ). Und man macht
    den Arbeitnehmern auch noch Angst. Wo bleibt hier die soziale
    Marktwirtschaft ? Die gibst nicht mehr in der sog. globalisierten Welt.
    Ändert das System, werden die Chinesen die Deutsche Wirtschaft
    einverleiben, ist fast kein Problem mehr bei den Billionen die dort
    vorhanden sind und bei der Dummheit der Deutschen Politik und
    der Deutschen Wirtschaft. Es ist traurig, wenn man mit ansehen muss, wie abartig und verkommen diese Kasten sind.
    Solange der Euro besteht, wird die Situation für Deutschland immer
    schlimmer. Und solange kein Umdenken einsetzt, kann sehr viel
    ganz schnell passieren. Vielleicht ist eine weitere Revulution in
    Deutschland fällig; diesmal aber nicht so unblutig.

  2. Mariposa sagt:

    Ich denke wir haben Facharbeitermangel. Die Unternehmen suchen haenderingend nach Arbeitskraeften mit Incentives. Aeltere werden krampfhaft vom Ruhestand abgehalten? Deutschland ein Arbeitnehmerparadies. Oder habe ich da wieder mal was falsch verstanden?

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  5. hildegard sagt:

    Ist doch alles nur hohles Gerede. Die Politik redet sich den Mist schön und was die Wirtschaft in Deutschland will, gibt es nicht. Löhne und Gehälter haben sich neg. verändert, Preise steigen und die steigenden Anforderungen in der Arbeit sind nicht mehr zu leisten. Der Mensch ist nun einmal keine Maschine. Aber egal. Hauptsache die Politik senkt nicht die Lohnnebenkosten, baut nicht auf vernünftige Familienpolitik. Hauptsache die Steuern reichen für Griechenland und sonstiges Gedöns.

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  7. Thanos sagt:

    Man kann es auch nachvollziehen. Es wird immer mehr von oben nach unten getreten. Da kann die Zufriedenheit und Motivation schon leiden.

  8. Frank sagt:

    Neben der wachsenden Unsicherheit über die berufliche Zukunft und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, denke ich, dass noch ein weiterer Aspekt für die gestiegene Unzufriedenheit verantwortlich sein könnte. Gerade das Thema Selbstverwirklichung dürfte am Arbeitsplatz nur den wenigsten gelingen. Immerhin verbringen wir am Arbeitsplatz den Großteil unserer Zeit. Und gerade hierbei üben die meisten wohl Tätigkeiten aus, welche nicht zu den spannenden Traumberufen gehören. Somit ist das Angestelltenverhältnis in seiner Mehrheit nur darauf angelegt seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. In der Konsequenz heißt das, dass vermutlich viele Arbeitnehmer einen großen Teil ihrer Zeit mit Dingen Beschäftigt sind, welche ihnen nicht gefallen und somit der Spaß auf der Strecke bleibt.

    Grüße
    Frank