» 20.07.2011, 14:26

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Selbstdarstellung wird für Frauen zum Karriere-Stolperstein

Selbst wenn frau alles richtig macht, macht sie alles falsch. So ließe sich das Paradoxon zusammenfassen, dass jetzt eine Studie von Soziologen der TU Berlin aufgedeckt hat. Das Team um die Professorin für Kommunikations- und Mediensoziologie und Geschlechterforschung, Christiane Funken, interviewte dazu 151 Manager und 130 Managerinnen aus mittleren Führungsebenen in zehn Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Dabei stellten sie fest: Klassische Karrierestrategien manövrieren Frauen eher ins Aus:

Indem sie immerzu zeigen, dass sie diese Soft Skills beherrschen, und sie tun dies, weil sie wissen, wie wichtig die Selbstdarstellung im Team ist, werden sie zur Repräsentantin ihres Geschlechts. Sie werden von den Vorgesetzten nicht als Individuum, sondern nur noch als Frau wahrgenommen, weil diese Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen früher einmal als typisch Frau galten. Und das hat sich offensichtlich so tief ins Bewusstsein eingeschrieben, dass dies heute immer noch wirkt.

Männer dagegen, aus das gehe aus den Interviews hervor, würden die Soft Skills deutlich weniger wichtig nehmen als bisher angenommen. Stattdessen verhalten sie sich strategisch klüger: Während Frauen in den jeweiligen Projektteams versuchen, Probleme durch Kooperation zu lösen (was effizient und klug ist – im Sinne des Unternehmens), profilieren sich Männer, indem sie mit anderen Teamkollegen konkurrieren. Dadurch fallen sie eher auf – und steigen auf.

Denn – so ein weiteres Ergebnis der Studie – Projekterfolg führe meist nur auf die mittlere Managementebene. An die Spitze aber gehe es eher in der Linienverantwortung – ein Weg, den ebenfalls deutlich mehr Männer einschlagen, während Frauen Projektkarrieren bevorzugen. Funken nennt dies auch die „neue gläserne Decke“ der Wissensökonomie.

» 20.07.2011, 14:26

    7 Kommentare zu “Selbstdarstellung wird für Frauen zum Karriere-Stolperstein”


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  4. Wieso wird der Beitrag (die Studie?) nur auf die Selbstdarstellung bzgl. Soft Skills reduziert? Frauen sollten ihre gesamten Fähigkeit besser vermarkten und sich dadurch besser positionieren. Die Soft Skills zu haben ist gut und hilfreich, sie zur Selbstdarstellung in den Vordergrund zu schieben halte ich auch für unklug. Als Riesenfehler würde ich das dennoch nicht bezeichnen.

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  6. [...] Aber nur für Männer, heißt es bei der Wirtschaftswoche. Denn Frauen werden damit nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern mal wieder als Repräsentantinnen ihres Geschlechts, so eine Studie der TU Berlin. Ein [...]

  7. Elena sagt:

    Wirklich erschreckend, dass Frauen in der Berufswelt immer noch benachteiligt werden. Die Frage ist, ob sich das irgendwann ändern wird? Es ist Tatsache, dass trotz identischem Verhalten Frauen gegenüber Männern schlechter da stehen. Wenn ein männlicher Vorgesetzter einen Schrei loslässt und jemanden zurechtweist, mag das imposant erscheinen – bei einer Frau wirkt es gleich hysterisch, oder sogar auch lächerlich. Diese starre Rollenverteilung haben wir leider unseren Vorfahren zuzuschreiben, was sich so schnell nicht aufheben lässt.
    Letztendlich hoffe ich, das wir Frauen uns irgendwann durchsetzen werden :)