Knapp die Hälfte der Bevölkerung wird dann älter als 50 Jahre sein. Sollen also Existenzgründungen mindestens auf dem heutigen Niveau bleiben, müssten in den kommenden Jahren verstärkt Ältere ein Unternehmen gründen.
Immerhin: Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, wie jetzt eine Studie des RKW Kompetenzzentrums im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt. Rund 150 Gründer wurden dazu befragt, rund 95 Prozent davon waren älter als 50 Jahre. Dabei zeigte sich: Viele ältere Gründer bringen mit, was man für ein erfolgreiches Startup braucht: Sie sind in der Regel hoch qualifiziert, motiviert, haben langjährige Berufserfahrung und gute Netzwerke. Konkret:
- Bildung. Fast die Hälfte der älteren Gründer verfügt über einen Hochschulabschluss und mehr als die Hälfte hat Abitur.
- Motivation. Mehr als 80 Prozent der Befragten sehen für sich persönlich in der Selbstständigkeit eine gute Alternative zum Angestelltenverhältnis. Dabei überwiegen die Motive „sein eigener Herr zu sein“ (44 Prozent), „Erfahrungen weitergeben“ (39 Prozent) und „Ausweg aus der (drohenden) Arbeitslosigkeit“ (38 Prozent).
- Branchen. Die meisten Befragten gründen ein neues Unternehmen, nur fünf Prozent nutzen die Option einer Unternehmensübernahme. Gegründet wird dann vor allem im Dienstleistungsbereich (mehr als 50 Prozent). Innerhalb dieser Kategorie haben Beratungen den größten Anteil (20 Prozent).
- Hemmnisse. Am meisten sorgen sich die Älteren, ob sie früh und ausreichend Kunden gewinnen können (45 Prozent) sowie, ob die Eigenkapitalausstattung reicht (42 Prozent). Entsprechend vermissen die älteren Gründer am meisten spezielle Finanzierungsangebote (49 Prozent), vereinfachte Gründungsverfahren (47 Prozent) und altersspezifische Gründungsberatung (40 Prozent). Hier gibt es also noch Potenzial.
Die vollständige Studie kann kostenlos HIER (PDF) heruntergeladen werden.










4 Kommentare zu “Ältere Gründer sind oft besser, aber selten”
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Es ist leider so das ältere Menschen lieber nicht so gerne ein Risiko ein gehen und lieber eine feste Stelle haben um sich auf den Ruhestand vorzubereiten und ich denke das wird sich auch nicht so schnell ändern.
Je mehr Lebens- und Berufserfahrung man hat, desto größer ist die Chane, bewährte Handlungsprinzipien in unsicheren Situationen erforgversprechend einzusetzen. Da ist doch nun wirklich kein Neuigkeitswert.
Was mich allerdings umtreibt, ist die zunehmende Erfahrung, daß jüngere Gründer (bis 40 Jahre) scheinbar immer weniger Prinzipien in ihren Arbeitsalltag einbringen können, und statt dessen bei kleinen Widerständen und nach kurzer Zeit alles über den Haufen werfen. Darum werden sie weniger erfolgreich. Aber warum haben sie Ausdauer, die Erfassung von komplexen Zusammenhängen, das Zusammenspiel von Strategie und Taktik scheinbar in Familie, Schule und Berufswelt so wenig erlernt und verinnerlicht?