» 16.04.2012, 11:15

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Was ist an der BVB-Aktie dran?

Fußballbundesligist Borussia Dortmund scheint nach dem Sieg über Bayern München und Schalke 04 drei Spieltage vor Saisonende und mit acht Punkten Vorsprung auf Platz Zwei so gut wie Meister. Sicher ist: Für die Champions League ist der BVB qualifiziert. Und bei deren Erreichen hat BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eine Dividende versprochen.

Aktionäre können sich laut Analyst Klaus Kränzle von Silvia Quandt Research auf eine Gewinnausschüttung von zehn Cent je Aktie freuen. Das wäre beim aktuellen Kurs von 2,55 Euro eine Dividendenrendite von ordentlichen 3,9 Prozent. Ob die Besitzer der Schmuckaktie allerdings wirklich Kupons schneiden, ist fraglich. Zum Börsengang im Oktober 2000 hat der BVB 50.000 Aktien in Papierform drucken lassen. Davon besaß die GmbH & Co. KGaA zur Hauptversammlung im November 2011 noch 21.043 Stück. “Ergo haben wir 28.957 seit dem Börsengang veräußert”, sagt ein BVB-Sprecher. Rückkäufe gab es bisher nicht. Die Schmuckaktie für den Fan-Keller ist beim BVB für 45,50 Euro inklusive Passepartout und Porto erhältlich (siehe: www.borussia-aktie.de). Der im Vergleich zum Aktienkurs deutlich höhere Preis erkläre sich durch die Herstellungskosten, heißt es beim BVB. Insgesamt gibt es rund 61,4 Millionen BVB-Aktien.

Analyst Kränzle stufte die BVB-Aktie im Februar (Kurs seinerzeit: 2,70 Euro) mit “Neutral” ein und hat ein Kursziel von 2,90 Euro. Das Bankhaus Lampe rufte Mitte Dezember 2011 (Kurs: 1,94 Euro) “Halten” und ein Kursziel von 2,30 Euro aus. Die BVB-Aktie bleibt wohl ein Titel für Liebhaber. Der Verein verdient aber sicher gut an den gedruckten Stücken und gegebenenfalls nicht eingelösten Dividendenkupons. Andere Vereine tun es dem BVB gleich – mit Fan-Anleihen (siehe Grafik). Kein neues Phänomen, aber ein Trend.

Übrigens: Nachdem in der vergangenen Saison der Titelgewinn klar war, stürzte der Kurs binnen drei Tage um 20 Prozent ab. Ich riet vorher zum Verkauf (siehe: Fußballmeister jetzt verkaufen!), getreu dem Motto “Sell on good news”, sofern man nicht BVB-Fan ist. Das gilt wohl erneut.

Ihr Ulrich W. Hanke

Grafik: Hanke

Deutsche Fußball-Papiere; Grafik: Hanke

P.S.: Ein Buch zum Thema gibt es doch tatsächlich auch. Der Ball muss ins Tor (FinanzBuch Verlag, 2012) heißt es und geschrieben hat es Beate Sander. Ihre These: Zwischen Fußball und dem Aktienmarkt bestünden viele Gemeinsamkeiten. Ihr Anlass für dieses Einsteigerbuch: Natürlich die Fußball-EM in diesem Jahr.

» 16.04.2012, 11:15

    2 Kommentare zu “Was ist an der BVB-Aktie dran?”


  1. Uwe Kuhl sagt:

    Mir fehlt in der Grafik die Stadionaktie des FC Union Berlin. Im Dezember bestellten 4.141 Fans insgesamt 5473 Alte-Försterei-Aktien für je 500 Euro. Allerdings sind die Aktien noch nicht ausgegeben, deshalb übe ich Nachsicht :)

  2. Volker Malik sagt:

    Ein wirklich gelungener Artikel, Daumen hoch. Zweifelsohne ist das Thema Fußball in Bezug auf (Historische) Wertpapiere eines derjenigen, welches mehr zu bieten hat, als man zunächst annehmen würde. Immerhin gibt es auch außerhalb Deutschlands eine Vielzahl von Papieren, die einen Bezug zu Fußball haben. Ich freue mich schon auf Ihre nächste Grafik – vielleicht in Form einer Europakarte!? Die EM lässt grüßen …

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