Kapital für innovative Gründer ist in Deutschland knapp; Wagnisfinanzierer wie Earlybird räumen offen ein, sich vor allem auf die reiferen Startups zu konzentrieren. Wie aber kommen Gründer trotzdem an Geld? In der WirtschaftsWoche erscheint dazu am kommenden Montag (1.11.) ein längerer Artikel – über öffentliche Förderprogramme, die Suche nach passenden Business Angels, Verhandlungen mit Investoren.
Artikel mit dem Tag: Geldgeber
Neues Geld für neue Startups
Satte sechs Millionen Euro – so viel Geld wollen Team Europe Ventures um Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski und andere bekannte Business Angels für rund 15 junge Internet-Startups in den kommenden drei Jahren locker machen. Das hat Team Europe Ventures heute in Berlin bekannt gegeben. » Weiterlesen
Geldquellen für Gründer
Aufbruchstimmung in der Gründerszene: Kurz vor Jahresschluss mehren sich die Meldungen über abgeschlossene Deals und Finanzierungsrunden. So hat etwa die Auktions- und Shopping-Plattform Dealstreet frisches Geld bekommen; der Shopping-Dienstleister Cavi.TV hat eine zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen und die Wissens-Community Hiogi brachte schon die vierte Runde unter Dach und Fach. Auch der High-Tech-Gründerfonds investiert weiter in innovative Unternehmen. Einige Beobachter wie der Tech-Blogger Philipp Moehring erwarten 2010 bereits ein “tolles Jahr für Startups”. » Weiterlesen
Freundliche Übernahme
Zwei Startups, eine Idee: Barcoo und Checkitmobile bieten Software für Foto-Handys, mit der sich die Strichcodes auf Produktverpackungen lesen lassen, etwa im Supermarkt. Barcoo will die Nutzer mit Informationen versorgen – zum Beispiel mit Testberichten, Ökoinformationen und Nutzerbeiträgen. Woabi von Checkitmobile bietet Preisvergleiche und die passenden Alternativ-Angebote an.
Exklusive Umfrage: Internet-Startups sind trotz Krise optimistisch
Erst der der Foto-Service Picabee, dann der Avatar-Dienst Weblin und kürzlich die Kinder-Community Smoodoos: Im Frühsommer häuften sich die Meldungen über drohende Pleiten bei Web-Startups. Tatsächlich tun sich viele Gründer zurzeit schwer, neue Geldgeber zu finden und fürchten um ihre Zukunft. Das belegt eine exklusive Umfrage der WirtschaftsWoche unter rund 600 Unternehmen:
- Investoren sind Mangelware: Rund 19 Prozent der Teilnehmer berichten, dass ihnen im ersten Halbjahr dieses Jahres eine erwartete Finanzierung kurzfristig weggebrochen ist. Das sind nur geringfügig mehr als in einer ähnlichen Umfrage der WirtschaftsWoche im Dezember 2008. Damals waren 16 Prozent von einer geplatzten Finanzierungsrunde betroffen.
- Die Krise sorgt für Existenzangst: 16 Prozent der Befragten glauben, dass die Wirtschaftskrise ihr Unternehmen bedroht.
- Zähe Verhandlungen mit Geldgebern: In der Umfrage berichten die Gründer, dass Verhandlungen mit Investoren zurzeit “zäher” verlaufen und Finanzierungsrunden “erheblich mehr Zeit” benötigen. Ein Jungunternehmer schreibt, ein Investor sei abgesprungen, weil andere Unternehmen in seinem Portfolio in tiefen Schwierigkeiten steckten. “Kunden haben wegen ihrer wirtschaftlichen Lage gekündigt”, so ein anderer Teilnehmer der Umfrage, “es gibt eine generelle Nervosität im Markt.”
- Startups, die von Werbung leben, haben es zurzeit besonders schwer: Von ihnen fürchten rund 20 Prozent, dass die Krise ihre Existenz bedroht. Jedem vierten ist in 2009 ein Investor abgesprungen. Viele berichten von sinkenden Anzeigenerlösen: “Werbebuchungen auf unserem Internetportal gehen gegen Null”, schreibt ein Gründer. Zum Vergleich: Nur jedes zehnte Unternehmen, das von Bezahlmitgliedschaften lebt, sieht sich gefährdet.
- Trotz Krise steigen die Umsätze: Knapp zwei Dritteln der Befragten ist es gelungen, den Umsatz im ersten Halbjahr zu steigern – vier von zehn berichten sogar von einem Wachstum von mehr als 25 Prozent. Zwar bedeutet mehr Umsatz nicht automatisch auch mehr Gewinn – aber ein positives Signal ist es allemal.
- Die Gründer konzentrieren sich auf das Wesentliche: 85 Prozent der Startups fokussieren sich in der Krise auf ihr Kerngeschäft. Damit tun sie genau das, was 78 Prozent der Business Angels und 92 Prozent der Risikokapitalgeber einer Gründerraum-Umfrage zufolge Startups zurzeit am ehesten raten.
- Weniger Marketing, weniger Personal: Etwa drei von zehn Gründern reduzieren ihre Marketing-Ausgaben. Jedes vierte Startup sucht noch intensiver nach Riskikokapitalgebern, jedes fünfte Startup reduziert die Zahl seiner Mitarbeiter. Fusionspläne schmiedet nur jedes zehnte Unternehmen. Einzelne Gründer berichten, sie hätten Kurzarbeit angemeldet. Und ein Jungunternehmer antwortet auf die Frage, wie er auf die Rezession reagiere, schlicht: “Aussitzen.”
- “Software as a Service” liegt im Trend: Über 50 Prozent der Befragten setzen Computerprogramme ein, die sich wie eine Dienstleistung über den Web-Browser nutzen lassen und keine teure Infrastruktur oder Lizenz-Programme erfordern. Knapp neun von zehn Befragten schätzen daran, dass sich die Kosten dieser Dienste gut kalkulieren lassen. Sieben von zehn hoffen auf weniger Ausgaben für Infrastruktur und Systempflege. Nur gut jeder zehnte Gründer hat Bedenken, Daten über die Web-Dienste ins Netz auszulagern, anstatt sie auf den eigenen Rechnern im Unternehmen zu speichern.
Knappe Kassen, gute Gründer

Pleite. Foto: mkorsakov via flickr/CC
Beim Foto-Service Picabee sprang plötzlich ein Investor ab, beim Avatar-Dienst Weblin platzte eine Finanzierungsrunde, ebenso bei der Schnäppchen-Community Luupo. Jetzt stehen die drei vor dem Aus, auch andere Startups zittern. Überraschend ist das nicht, wie eine aktuelle Umfrage des Wiwo-Gründerraums unter 140 Risikokapitalgebern und Business-Angel-Netzwerken zeigt.

