Jan Philipp Mai ist zwar erst Anfang 20 – aber er hat eine Idee, die ihn seit Jahren nicht mehr los lässt. Erst hat er sich damit in der AG „Jugend forscht“ an seinem Gymnasium beschäftigt und zuhause herum experimentiert, dann in seinem Energie- und Verfahrenstechnik-Studium an der TU Braunschweig weiter geforscht. Inzwischen hat er mehrere Preise gewonnen und ist fest davon überzeugt, dass seine Technologie eine Zukunft hat: Ein Mikrowellen-Verfahren, mit dem sich hochwertiges Silizium für die Solarindustrie herstellen lässt.
Das Besondere an Mais Technologie: Sie kommt mit deutlich weniger Energie aus – damit ist sie nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger als bisherige Verfahren. Nach Angaben von Mai könnte sein „weltweit einzigartiger Ansatz“, den er bereits zum Patent angemeldet hat, die Preise von Solarmodulen um bis zu 20 Prozent senken.
Die fünf Finalisten im Porträt |
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Der frisch gebackene Diplom-Ingenieur ist allerdings kein verkopfter Erfinder, der seine Technologie im Dienste der Wissenschaft entwickeln und auf eine Karriere als Forscher spekulieren würde. Er ist Unternehmer und hat vor, mit seinem Verfahren bald selbst Silizium für die Solarindustrie herzustellen. Deswegen baut er zusammen mit Timon Kabelac, einem angehenden Wirtschaftsingenieur, zurzeit das Unternehmen „JPM Silicon“ auf.
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Jan-Philipp Mai erklärt der Jury des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs, wie sich hochwertiges Silizium dank seiner Technologie günstiger herstellen lässt. |
Eine Idee mit Zukunft, die Mai im Jahr 2009 nicht nur den Clean Tech Media Award als bester Nachwuchswissenschaftler eingebracht hat. Auch die TU Braunschweig kooperiert mit Mai und unterstützt das Startup; so hat das Team beispielsweise den Gründungs-Inkubator der Hochschule bezogen. Kürzlich hat Mai außerdem eine erste Anschubfinanzierung erhalten: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert die Entwicklung seiner Technologie. Bald soll die Pilot-Produktionsanlage ihren Betrieb aufnehmen.
Der WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb
Die Sieger erhalten von den Partnern des Wettbewerbs ein Jahr lang Unterstützung im Gesamtwert von rund 300 000 Euro. Und so sieht das Paket aus:
Das nächste Mal wird der Wettbewerb im Frühjahr 2012 ausgeschrieben. Wenn Sie benachrichtigt werden möchten, wenn es soweit ist, tragen Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse in dieses Formular ein. |




















2 Kommentare zu “Die Finalisten (2): Silizium aus der Mikrowelle”
Interessante Geschichte. Was ich mich frage, ob Silizium nicht an seine Grenzen gestossen ist. Viele Unternehmen forschen und entwicklen mittlerweile mit Organischen (Polymeren) Halbleitern in die eine Richtung und Kohlenstoffbasierte (Graphen) Halbleiter in die andere. Ob man mit Silizium da noch auf das richtige Pferd setzt ? Trotzdem wünsche ich dem jungen Unternehmer alles Gute und viel Erfolg. Toi, toi, toi.
Hallo Karl, danke für deinen Kommentar. Natürlich gibt es alternative Technologien, aber wenn sich z.B. Konzerne wie Bosch mit 1,5 Mrd. EUR in der Silizium-Technologie engagieren, ist die vorherrschende Stellung noch eindeutig. Für die nächsten Jahrzehnte ist davon auszugehen, dass Silizium das Zugpferd bleibt. Grüße, JPM