Infografik-Interview (5): Die Eventorganisierer

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Nato-Tagung, Silberhochzeit, Geburtstagsparty: Katja Wiedmann und Katrin Heuseler wissen, wie man große Veranstaltungen organisiert. Wiedmann hat als Event-Managerin beim Berliner Hotel Intercontinental gearbeitet, auch Heuseler hat schon viele Konferenzen gemanagt. Dabei beobachteten die beiden, dass gerade Privatleuten offenbar Tools fehlen, um Veranstaltungen zu organisieren. Also gründeten sie gemeinsam mit ihren Partnern vor einem Jahr ein eigenes Unternehmen: Evenito.

In den ersten Monaten schwankte die Stimmung der Gründerinnen ziemlich, wie das Infografik-Interview (siehe unten) zeigt: “Die erste Zeit war wie wenn man frisch verliebt ist”, sagt Wiedmann, “mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt.” Aber die Gründerinnen hielten durch und meisterten im Oktober auch die größte Hürde: evenito.de ging ans Netz, eine “Plattform für innovatives Eventmanagement”.

Klingt irgendwie nach Amiando? Nein, meint Gründerin Wiedmann – anders als Amiando adressiere Evenito vor allem Privatkunden. Es gehe nicht darum, Tickets zu verkaufen, sondern ein Event möglichst einfach und zugleich kreativ zu planen. So hilft Evenito nicht nur beim Management von Zu- und Absagen, sondern bietet auch die Möglichkeit, Einladungs- und Dankeskarten selbst zu gestalten und eine individuelle Veranstaltungs-Webseite mit Inhalten füllen. Checklisten sollen den Organisatoren die Planung, Wunschzettel den eingeladenen Gästen die Suche nach dem passenden Geschenk erleichtern.

Auch das Geschäftsmodell unterscheidet sich von Amiando: Evenito verdient nicht am Verkauf von Tickets, sondern an Premium-Mitgliedern, denen das Unternehmen Zusatz-Dienstleistungen bietet. Das Konzept scheint zu funktionieren: Evenito hat nach Wiedmanns Angaben inzwischen eine vierstellige Zahl von Nutzern und verzeichnet steigende Umsätze. Bisher haben die Gründerinnen das Unternehmen komplett selbst finanziert. Sie hoffen, spätestens in einem Jahr von den Erträgen leben zu können.

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Über Jens Tönnesmann

Jens Tönnesmann, 36, ist freier Journalist. Seit 2008 berichtet er als Gründerreporter für die WirtschaftsWoche über junge Unternehmen und Trends in der Gründerszene und koordiniert den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Außerdem lehrt er an der Kölner Journalistenschule, an der er das journalistische Handwerk selbst gelernt hat. Parallel zur journalistischen Ausbildung hat er Volkswirtschaftslehre und Politik in Köln und Vancouver studiert. An der University of British Columbia belegte er einen Entrepreneurship-Kurs, der mit einem Businessplanwettbewerb endete. Seitdem weiß er, wie schwierig es ist, eine tragende Geschäftsidee zu entwickeln, und wie leicht die Arbeit fällt, wenn man die zündende Idee gefunden hat und für sie brennt.

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