Gründer bleiben Mangelware

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Platz 15 von 20 – so schlecht schneidet Deutschland im Vergleich mit anderen hoch entwickelten Staaten wie Norwegen, der Schweiz oder den USA ab, wenn es um die Gründerquote geht. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie feststellt, waren im Jahr 2009 gerade mal 2,2 Prozent der 18- bis 64-Jährigen dabei, ein Unternehmen zu gründen.

Besonders alarmierend: Die Quote der “werdenden Gründer” sinkt seit 2006 kontinuierlich. “Dies ist ein kritischer Befund, denn neue Unternehmen sind für die Phase der Erholung nach der aktuellen Wirtschaftskrise von großer Bedeutung”, warnen die Forscher.

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WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb 2010

Neuartige Geschäftsideen und Technologien sind gefragt – besonders in Krisenzeiten. Wir haben deswegen kürzlich den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb 2010 ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2010. Alle Informationen gibt es hier.

Dabei gebe es gerade in Krisenzeiten “Platz für neue Ideen” und “Chancen für neue Unternehmen”, betonen die Autoren der Studie. “Neugründungen können einen Beitrag zur Überwindung der aktuellen Krise leisten.”

Zudem finden viele Deutsche die Idee “Selbstständigkeit” gar nicht so unattraktiv, wie aktuelle Umfragen zeigen. Doch nur wenige haben anscheinend den Mut, ins kalte Wasser zu springen.

Was also tun?
Damit in Zukunft mehr Menschen in Deutschland gründen, müsse sich vor allem an den Bildungseinrichtungen der Republik etwas ändern, fordern die Forscher. Kritiker bemängeln seit langem, dass Hochschulen das Thema Gründung unterschätzen. In Schulen und Unis sollte mehr Wissen über Unternehmertum vermittelt und Selbständigkeit “als gleichwertige berufliche Alternative” dargestellt werden, fordern die Experten deshalb.

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Deutschland abgeschlagen

Gründungsquoten 2009 im Ländervergleich: Personen, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen. Anteil an der 18- bis 64-jährigen Bevölkerung in Prozent. Quelle: IAB

Das klappe am besten, wenn Unternehmer selbst in die Hörsäle kommen und von ihren Erfahrungen berichten, glauben die Wissenschaftler. Die Forschung zeige seit langem, dass vor allem erfolgreiche Vorbilder zur Gründung eines eigenen Unternehmens anspornen.
Weiterer Kritikpunkt der Forscher: Die Beratungsangebote privater und öffentlicher Einrichtungen müssten besser vermarktet werden – bisher würden sie von Gründern kaum genutzt, selbst wenn die Beratung nichts kostet.

Die Studie beruht auf den Daten des Global Entrepreneurship Monitors, für den in Deutschland mehr als 6000 Personen befragt wurden, ob sie gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen oder in jüngerer Zeit gegründet haben.

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Über Jens Tönnesmann

Jens Tönnesmann, 36, ist freier Journalist. Seit 2008 berichtet er als Gründerreporter für die WirtschaftsWoche über junge Unternehmen und Trends in der Gründerszene und koordiniert den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Außerdem lehrt er an der Kölner Journalistenschule, an der er das journalistische Handwerk selbst gelernt hat. Parallel zur journalistischen Ausbildung hat er Volkswirtschaftslehre und Politik in Köln und Vancouver studiert. An der University of British Columbia belegte er einen Entrepreneurship-Kurs, der mit einem Businessplanwettbewerb endete. Seitdem weiß er, wie schwierig es ist, eine tragende Geschäftsidee zu entwickeln, und wie leicht die Arbeit fällt, wenn man die zündende Idee gefunden hat und für sie brennt.

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Alle Kommentare [2]

  1. Wenn man als junger Mensch ständig von Leuten umgeben ist, die kiloweise Bedenken mit sich herumtragen und am liebsten auf dem Rechtsweg lustwandeln, vergeht einem ziemlich schnell die Lust am Unternehmertum. Vielleicht wäre es auch einfacher, etwas zu wagen, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe .