Auf in den Osten!

Wie die Gründerrepublik Deutschland aussieht, habe ich hier schon mal gefragt – und wo es überall Gründerlehrstühle gibt, hier. Wo aber sind die besten Universitäten für Gründer?

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Dieser Frage nimmt sich regelmäßig Jürgen Schmude von der LMU München an. Auch in diesem Jahr hat sein Team 59 Hochschulen unter die Lupe genommen und bepunktet. Dabei haben die Forscher unter anderem untersucht, wieviel Lehrangebote die Unis angehenden Gründer machen, wie gut vernetzt sie sind und wie sehr sie ihre Wissenschaftler bei Ausgründungen unterstützen.

Überraschendes Ergebnis: Drei der fünf besten Hochschulen befinden sich im Osten der Republik. Die Uni Potsdam, die TU Dresden und die Uni Magdeburg. Unter den Top-Ten sind mit der TU Berlin und der Uni Rostock zwei weitere ostdeutsche Hochschulen.

Ganz vorne gelandet ist die Uni Potsdam, die besonders gut bei der Ausbildung angehender Gründer abschneidet. Auf Platz Zwei folgt die Bergische Universität Wuppertal, Sieger des vorangegangenen Rankings, die in puncto “externe Vernetzung” Punkte gelassen hat. Drittbeste Hochschule ist die TU Dresden.

Die größten Aufsteiger kommen aber aus dem Westen: Die Uni Siegen, die sich auch “Die Unternehmer-Uni” nennt, verbesserte sich um satte 33 Plätze auf Rang 15. Und die RWTH Aachen, inzwischen überregional für ihre Gründeraktivitäten bekannt, steigerte sich um acht Plätze auf den sechsten Rang. Verlierer ist die Universität Hohenheim, die aus den Top Ten flog und nur noch auf Platz 25 landen konnte.

Besonders gefreut haben sich die Rostocker: “Wir sind wieder wer”, heißt es auf der Gründer-Homepage der Uni. Eine Erklärung haben die Norddeutschen auch: Das Ranking mache deutlich, dass Netzwerke und der direkte Kontakt zu Gründungsfördernden besonders wichtig sein. Und: “Es ist auch ein Signal für die Uni Rostock nicht immer nur neidvoll auf die pralle Mittelausstattung der (…) Exzellenz-Unis zu schielen, sondern in die eigene Stärke zu vertrauen und den eigenen Weg zu gehen.”

Daran sollten sich andere Unis ein Beispiel nehmen.

Gründer, Go East!
(Karte generiert mit Stepmap)

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Über Jens Tönnesmann

Jens Tönnesmann, 36, ist freier Journalist. Seit 2008 berichtet er als Gründerreporter für die WirtschaftsWoche über junge Unternehmen und Trends in der Gründerszene und koordiniert den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Außerdem lehrt er an der Kölner Journalistenschule, an der er das journalistische Handwerk selbst gelernt hat. Parallel zur journalistischen Ausbildung hat er Volkswirtschaftslehre und Politik in Köln und Vancouver studiert. An der University of British Columbia belegte er einen Entrepreneurship-Kurs, der mit einem Businessplanwettbewerb endete. Seitdem weiß er, wie schwierig es ist, eine tragende Geschäftsidee zu entwickeln, und wie leicht die Arbeit fällt, wenn man die zündende Idee gefunden hat und für sie brennt.

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