Gründen macht glücklich

Glück. Foto: Dank an HamburgerJung / flickrCC

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Selber entscheiden können , eigene Ideen umsetzen, mehr Geld verdienen und das alles außerhalb fest gefahrerner Hierarchien – die Motive für die Selbstständigkeit sind immer recht ähnlich. Aber sind Gründer wirklich glücklicher als Nichtgründer? Dieser spannenden Frage sind Forscher der KfW nach gegangen.

Nur “auf den ersten Blick sind Gründer mit ihrer Lebenssituation genauso zufrieden wie Nichtgründer”, schreiben die Forscher. Sobald man nur noch die Gründer betrachtet, die die kritische Anfangsphase gemeistert haben, ändert sich das Bild: Sie sind der Studie zufolge zufriedener als Nichtgründer: Nur jeder zehnte Gründer stuft sich als “unzufrieden” ein, knapp zwei Drittel sind “zufrieden” oder “sehr zufrieden”.

Aber auch in der Gruppe der erfolgreichen Gründer gibt es Unterschiede: Zufriedener sind jene, die nicht aus der Not heraus gründen, sondern weil sie eine gute Gelegenheit wittern - sieben von zehn dieser Chancen-Gründer sind “zufrieden” oder “sehr zufrieden”. Und wer dann auch noch Mitarbeiter einstellen kann, ist meist richtig happy, belegt die Studie.

Gründungen mischen außerdem das eigene Haushaltseinkommen ordentlich auf – wie sehr, ist wieder davon abhängig, ob die Gründung scheitert oder gelingt. So müssen 28 Prozent der erfolglosen Gründer danach mit geringerem Gehalt über die Runden kommen. Umgekehrt gilt: Fast jeder zweite erfolgreiche Gründer erzielt ein höheres Einkommen als vor der Gründung – nur jeder sechste muss mit weniger leben.

Erfreulich: Anders als bei festangestellten Beschäftigten wirkt sich das Geschlecht der Gründer nicht auf ihr Einkommen aus.

Schwere Entscheidung

Schwere Entscheidung: So modellieren Ökonomen die Wahl zwischen Festanstellung und Selbständigkeit. Quelle: KfW

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Über Jens Tönnesmann

Jens Tönnesmann, 36, ist freier Journalist. Seit 2008 berichtet er als Gründerreporter für die WirtschaftsWoche über junge Unternehmen und Trends in der Gründerszene und koordiniert den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Außerdem lehrt er an der Kölner Journalistenschule, an der er das journalistische Handwerk selbst gelernt hat. Parallel zur journalistischen Ausbildung hat er Volkswirtschaftslehre und Politik in Köln und Vancouver studiert. An der University of British Columbia belegte er einen Entrepreneurship-Kurs, der mit einem Businessplanwettbewerb endete. Seitdem weiß er, wie schwierig es ist, eine tragende Geschäftsidee zu entwickeln, und wie leicht die Arbeit fällt, wenn man die zündende Idee gefunden hat und für sie brennt.

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Alle Kommentare [4]

  1. Eine VWL Analyse im Unternehmnertum – das wird heutzutage schwer die Probe der Zeit überstehen. Immer mehr (selbst VWL Wissenschaftler) glauben daran, dass den rationalentscheidenden Homo-Ökonomikus nicht gibt. und auf diesem Basiert ja dei gesamte Volkswirtschaftslehre.
    Das Leben ist halt zu komplex um dieses mit beschränkten Formeln auszurechnen.

  2. Nachtrag:
    Es hat sich in den letzten Zeiten gezeigt, dass die rationalentscheidende Menschen zur Minderheit gehören. Wer hätte denn das nur gedacht?

  3. „Gründen macht glücklich“. Es ist schon beachtenswert, dass Forscher der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu dem Schluss kommen, dieser These einen zweiten Blick zu widmen.
    Das Ergebnis dieses zweiten Blicks untermauert die alte Weisheit, dass nichts erfolgreicher als der Erfolg ist. Dieser Erfolg, unabhängig ob durch Selbstständigkeit oder anhängig beschäftigt, maßgeblich zum Glücksgefühl beiträgt.
    In der Natur des Menschen mag, durchaus berechtigt, liegen, dass dieser Freiheit des Handelns und Freiheit des Tuns zur Erlangung höchstmöglicher Sicherheit und Anerkennung anstrebt. Dies zu erlangen ist, zweifelsohne durch Gründung der eignen wirtschaftlichen Existenz der Königsweg. Keine wie auch immer geartete abhängige Beschäftigung eröffnet die Fülle an Optionen, für den eigenen Erfolg und das eigene Glück, die eigene Sicherheit, tätig werden zu können. Selbst die Bewertung und Definition des Erfolges, ja selbst diese Freiheit, diese „Messlatte“ zu bestimmen, liegt dann beim Gründer. Denn er allein bestimmt, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und ggf. für ihn persönlich relevanten gesellschaftlichen „Erwartungen“, welche externen Einflussfaktoren wirklich seinem Erfolg und Glück zu oder abträglich sind. Durch Übernahme der vollen Verantwortung für Handeln und Tun, selbst zunächst zu definieren und zu bewerten, was persönliches Glück und Erfolg ausmacht, dazu die Freiheit und Unabhängigkeit des Handelns zu besitzen, Chancen zu erkennen, zu ergreifen, Widerständen zu begegnen, zu gewinnen, ist der Weg zu Erfolg und Glück. Gerade in dieser Zeit!

  4. …und das schöne daran ist, dass dieser Weg zum Glück jedem offensteht! Leider nutzen ihn viel zu wenige und ziehen sich in die scheinbare Sicherheit einer Festanstellung zurück…