Die Meldung wäre im allgemeinen Grundrauschen beinahe untergegangen. Und doch könnte sie für die Greentech-Branche von enormer Bedeutung sein: Japanische Politiker erwägen laut Medienberichten, bis 2030 allen neuen Gebäuden Solardächer zu verordnen, schreibt die japanische Wirtschaftszeitung “Nikkei”.
Der japanische Premierminister Naoto Kan will den sogenannten “Sunrise Plan”, der Solardächer für alle neuen privaten und kommerziellen Häuser vorschreiben soll, laut “Nikkei” bereits diese Woche beim G8-Gipfel in Frankreich vorgestellen.
Japan will mit dem Vorstoß zeigen, dass das Land in Folge der Atomkatastrophe neben der Kernenergie verstärkt auch auf erneuerbare Energien setzen und Innovationen in dem Sektor beschleunigen will.
Überhaupt wird die Solarenergie in Japan gerade intensiv diskutiert: Vor wenigen Tagen erst machte der Vorschlag die Runde, die verstrahlten Felder und Wiesen rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima mit Sonnenstromanlagen vollzustellen.
Solare Weltmacht – das war Japan schon einmal, in den Achtzigerjahren. Damals waren japanische Technologieunternehmen bei Sonnenkraftwerken führend. Dann aber holte Europa auf: Unter anderem Deutschland, Spanien und Italien führten Einspeisetarife für den grünen Strom ein und machten Europa zum wichtigsten Markt für Sonnenstromtechnik.
Führt Japan die Solardachpflicht tatsächlich ein, käme das einer erneuten, tektonischen Verschiebung in der Grünstrom-Industrie gleich, die auch die angeschlagenen deutschen Solarhersteller genau beobachten werden, die unter massiven Überkapazitäten und sinkenden Preisen leiden.
Zugleich ist der japanische Vorstoß aber auch ein genialer Marketingcoup eines Landes, das auf absehbare Zeit nicht ohne Kernenergie auskommen kann. Etwa ein Drittel ihres Strom beziehen die Japaner aus ihren 54 Kernkraftwerken – und die werden sich, trotz aller Bemühungen – sobald nicht ersetzen lassen. Denn Strom-Importe schließen für Japan – im Gegensatz etwa zu Deutschland – aus.
Und das wollen die Japaner auch gar nicht: Laut Nikkei werde Premierminister Naoto Kan auf dem G8-Gipfel bekanntgeben, dass Japan an der Kernenergie festhalten werde, wie China, Indien und andere asiatische Wachstumsländer ebenfalls.
(via)










4 Kommentare zu ““Sunrise Plan”: Solardachpflicht für Hausbesitzer in Japan”
Die Verstrahlung erzeugt seltsame Blüten. Hat Japan nicht viel mehr Wind als Sonne? Das ganze ist ein Marketing-Gag. Nicht weiter ernst zu nehmen. Die Atomkraft erlebt vielmehr eine neue Renaissance! Auch in Japan. Allerdings wird man das Risikoproblem ernster nehmen. Vorhersehbare Szenarien dürfen zu keinen Unfällen mehr führen.
Diese Idee ist gar nicht so schlecht. Hier könnten die Techniker die PV u. Solar als Gesamtdachkonstruktion erstellenb und verbauen. Statt Ziegel Module für Wärme und Stromerzeugung, warum nicht. Sinkende Preise könnten dies für Planer und Häuserbauer attraktiv machen.
Ich finde die Idee gut. Für vollkommen ungeeignete Häuser könnte es immer noch Ausnahmegenehmigungen geben. Das Standard-Haus sollte gleich ein Solardach haben.
Grundsätzlich ist so eine Entscheidung immer lobenswert, aber momentan hat Japan sicherlich ganz andere Sorgen. Aus Sicht eines positiven Marketings schafft diese News schon positive Wirkung. Dann noch die Frauen WM und fast alles ist wieder vergessen….
Ich habe eine gute Seite gefunden, wo ihr so etwas gut diskutieren könnt: http://www.gruenstich.de